Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Samana (Mönch)
Sramana und die Ursprünge des Buddhismus · das Erlernen des dharmas, um gemäß dieser (kosmologischen) Ordnung sein Leben auszurichten, · den Wohlstand, artha, als …
Inhalt3 Abschnitte
Begriff und Lebensweise
Samana bezeichnet heute noch wandernde Bettelmönche und Asketen in Indien. Das Wort geht auf die Sanskrit-Wurzel shram zurück, die „sich anstrengen“ oder „sich bemühen“ bedeutet. Die Sanskrit-Form lautet śramaṇa, die Pali-Form samaṇa und die tamilische Form samaṇar. Der Pali-Begriff Samana wird vor allem im buddhistischen Zusammenhang verwendet; im Jainismus heißen die entsprechenden Bettelmönche und Asketen Shramanas.
Samanas besitzen keinen eigenen Besitz und leben von Almosen. Ihr Leben ist durch Askese, Fasten und philosophische Beschäftigung bestimmt. Als Asketen verzichten sie auf ein gewöhnliches, von Besitz und gesellschaftlichen Bindungen geprägtes Leben und widmen sich der Suche nach geistiger Befreiung.
Die Shramana-Bewegung in Indien
Im Indien des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr. entwickelte sich eine regelrechte Shramana-Bewegung. Sie wandte sich gegen das Brahmanentum, die Autorität der Veden und das Kastenwesen. Ihr Ziel war die Erlösung vom Kreislauf der Wiedergeburten, dem Samsara, beziehungsweise das Erreichen von moksha. Diese Befreiung sollte abseits der etablierten religiösen Institutionen und aus eigener Kraft gesucht werden.
Viele Asketen zogen sich in die Wälder zurück, um dort zu meditieren. Durch Weltentsagung und geistige Übung wollten sie die Befreiung aus dem Samsara erlangen. Es entstanden verschiedene Gruppierungen mit teilweise großer Anhängerschaft. Sie verstanden ihre Lehren als aufklärerischen Gegenentwurf zum etablierten Brahmanismus.
Aus diesen Bewegungen entwickelten sich unter anderem der Buddhismus und der Jainismus. Beide Gemeinschaften gelten als die einzigen bis heute erhaltenen Vertreter dieser indischen Tradition. Zwischen ihnen bestehen jedoch wichtige Unterschiede: Siddhartha Gautama, der Buddha, lehnte extreme Askese ab und lehrte den „Mittleren Weg“ (madhyama pratipad). Im Jainismus gehört extreme Askese dagegen zum religiösen Weg; dazu zählt beispielsweise das bewusste Aushalten von Schmerzen.
Sramana und die Ursprünge des Buddhismus
Schmidt-Leukel (2022, 2006/2016) führt die Entstehung des Buddhismus im 5. Jahrhundert v. Chr. auf einen Teil der verschiedenen Asketen-Bewegungen zurück. Zum Verständnis dieses Zusammenhangs werden die vier Lebensziele (Purusharthas) genannt, die in den vedischen Lehren des Brahmanismus vorgestellt werden:
- Dharma: das Erlernen des dharmas, um das eigene Leben entsprechend der kosmologischen Ordnung auszurichten.
- Artha: Wohlstand und das Streben nach Wohlergehen, Macht, Einfluss im Beruf und Einfluss im sozialen Umfeld.
- Kama: Genuss und Verlangen, insbesondere sinnliche und erotische Freuden.
- Moksha: Erlösung und Befreiung durch das Ausbrechen aus dem beständigen Kreislauf der Wiedergeburten.
Die Asketenbewegungen, die sich auf vedische Traditionen beriefen, waren nicht einheitlich. Die Jainas verstanden Befreiung als das „Erlangen eines allwissenden, glückseligen und ewigen Zustandes“. Die Buddhisten beschrieben sie dagegen als das „Verlöschen (nirvāṇa) allen Leids“.
Bei den brahmanischen Entsagenden wird zwischen den Lebensformen unterschieden: Teilnehmer der brahmanischen Entsagung heißen saṃnyāsin, nicht-brahmanische Entsagende dagegen śramaṇa.