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Buddha
Ein Buddha hat, auch wenn er zugleich eine menschliche Existenz führt, Nirvana verwirklicht und ist damit nach buddhistischer Überzeugung nicht mehr an den …
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Bedeutung eines Buddha
Ein Buddha ist im Buddhismus ein Wesen, das Bodhi, also „Erwachen“, erreicht hat. Der Name Buddha bedeutet wörtlich „der Erwachte“. Als Ehrenname bezeichnet er besonders Siddhartha Gautama, dessen Lehre den Buddhismus begründete; nach buddhistischem Verständnis ist er aber nicht der einzige mögliche Buddha.
Ein Buddha hat aus eigener Kraft Reinheit und Vollkommenheit des Geistes erreicht. Dazu gehören vollkommene Weisheit (Prajna) und unendliches, begierdeloses Mitgefühl (Karuna) mit allem Lebendigen. Ein Buddha hat Nirvana verwirklicht und ist deshalb trotz einer möglichen menschlichen Existenz nicht mehr an Samsara, den Kreislauf der Wiedergeburten, gebunden. Erwachen und Nirvana gelten als transzendent, also mit dem Verstand nicht erfassbar und sprachlich nicht vollständig beschreibbar.
Grundsätzlich kann jedes fühlende Wesen durch einen entsprechenden Übungsweg Buddhaschaft verwirklichen. Sie gilt jedoch als sehr selten. Ein Zeitalter mit einem Buddha heißt daher „glückliches Zeitalter“; in „dunklen“ Zeitaltern erscheint kein Buddha und es gibt keine Wegweisung zur endgültigen Befreiung. Maitreya soll der Buddha des nächsten Zeitalters sein. Kashyapa, Kanakamuni und Dipamkara gelten als Buddhas der Vergangenheit. Im tantrischen Buddhismus (Vajrayana) gibt es außerdem viele transzendente Buddhas, Adibuddhas, fünf Dhyani-Buddhas oder Tathagatas.
Siddhartha Gautama und sein Erwachen
Siddhartha Gautama, auch Buddha Shakyamuni („der Weise aus dem Shakya-Geschlecht“), lebte um 500 v. Chr. in Nordindien. Als Geburtsort gilt Kapilavastu in der Provinz Lumbini. Sein Vater Suddhodana war Oberhaupt einer regierenden Familie der Shakya; spätere Darstellungen von Königsstand und Hofprunk sind wahrscheinlich übertrieben, eine adlige Herkunft gilt aber als wahrscheinlich. Seine Mutter Maya starb sieben Tage nach seiner Geburt. Siddhattha beziehungsweise Siddhartha bedeutet „der sein Ziel erreicht hat“.
Überlieferungen erzählen, Siddhartha sei im Palast vor Alter, Krankheit und Tod geschützt worden. Bei vier Ausfahrten begegnete er einem Greis, einem Fieberkranken, einem Leichnam und einem Asketen. Dies führte ihn zur Suche nach einem Ausweg aus dem Leid. Die biographische Überlieferung ist allerdings schwer von Legenden zu trennen. Mit 29 Jahren, kurz nach der Geburt seines einzigen Sohnes Rahula („Fessel“), verließ er Yasodhara, sein Kind und seine Heimat, um als Asket Erlösung zu suchen.
Sechs Jahre wanderte Gautama durch die Gangesebene, lernte bei religiösen Lehrern und übte strenge Askese. Weil diese Wege ihn nicht zum Ziel führten, gab er sie auf und konzentrierte sich auf Meditation. Dies nannte er den „Mittleren Weg“, weil er Extreme religiöser Lehren meidet. In seinem 35. Lebensjahr erreichte er am Neranjara-Fluss bei Bodhgaya, nahe Gaya im heutigen Bihar, unter einer Pappelfeige das vollkommene Erwachen. Der Baum wird als Bodhi-Baum, „Baum der Weisheit“, verehrt.
Danach hielt er im Wildpark von Isipatana, dem heutigen Sarnath nahe Benares, vor fünf früheren Gefährten seine erste Lehrrede. Sie wurden die ersten Mönche der Sangha, der buddhistischen Mönchsgemeinschaft. Der Buddha lehrte 45 Jahre lang Menschen aller Volksschichten. Die Kastenordnung nahm er als Gegebenheit hin, betonte jedoch ihre Unwesentlichkeit für den von ihm gelehrten Weg. Er soll mit 80 Jahren gestorben und ins Parinirvana eingegangen sein.
Überlieferung und Buddha-Biographien
Das heutige Wissen über Shakyamunis Leben stammt vor allem aus hagiographischen Traditionen. Diese Texte wollten nicht vorrangig historische Tatsachen überliefern, sondern ein religiöses Ideal und symbolische Bedeutung darstellen. Deshalb verbinden sie biographische Angaben mit Vorstellungen eines übernatürlichen Buddha.
Das Mahavastu („Große Begebenheit“) schildert Shakyamunis frühere Existenzen bis zum Beginn seiner Lehrtätigkeit als Gautama Siddhartha. Die Haupterzählung beginnt bei Buddha Dipankara: Shakyamuni gelobt ihm, künftig selbst Buddhaschaft zu erlangen. Sie berichtet außerdem von seiner Wiedergeburt im Tushita-Himmel und seiner Entscheidung, in Mahamayas Mutterleib einzutreten.
Das Buddhacarita ist ein Sanskrit-Epos des Ashvaghosa aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Es erzählt Buddhas Leben von der Geburt bis zum Parinirvana. Im 13. Gesang wird sein Kampf gegen den Versucher Mara und dessen Heerscharen dargestellt. Das Sanskrit-Original ist nur teilweise erhalten, der vollständige Inhalt jedoch durch tibetische und chinesische Übersetzungen bekannt.
Das Lalitavistara entstand im Mahayana-Buddhismus im 2. oder 3. Jahrhundert n. Chr. und ist das Ergebnis jahrhundertelanger Bearbeitung. Es hebt hervor, Shakyamuni sei von Anfang an mit vollkommenem Wissen ausgestattet gewesen und habe den Weg zur Erkenntnis nur zum Schein nochmals durchlaufen, um anderen Wesen den Weg zu zeigen.
Die Jataka-Erzählungen berichten von früheren Leben Shakyamunis. Die Pali-Sammlung umfasst 547 Erzählungen. Sie bestehen aus Gegenwartsgeschichte, Vergangenheitsgeschichte, Gathas (Strophen), einem sprachlichen Kommentar und einer Identifikation der Figuren aus Vergangenheit und Gegenwart. Nur die Gathas gelten als kanonisch. Die Erzählungen sollen zur Befolgung der zehn Parami beziehungsweise sechs Paramitas anleiten. Ihre heutige Form erhielt die Sammlung sicher zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert.
Drei Arten von Buddhas
Der Samyaksambuddha, auf Pali sammásambuddha, ist der „Vollkommene Vollständig-Erwachte“. Er entdeckt eine verlorengegangene, zur Befreiung führende Lehre aus sich selbst wieder, verwirklicht sie und lehrt sie der Welt. Aufgrund seiner Fähigkeiten und Verdienste kann er zahlreiche Menschen zur Befreiung führen. Die von allen Buddhas jeweils neu entdeckte Lehre sind die Vier Edlen Wahrheiten: die Wahrheiten vom Leiden, seinem Entstehen, seinem Erlöschen und dem achtfachen Pfad zur Befreiung vom Leiden. Der Weg zum Samyaksambuddha ist nach ursprünglicher Lehre der Weg des Bodhisattva.
Ein Pratyekabuddha, auf Pali paccekabuddha, ist ein „Einzel-Erwachter“. Er entdeckt und verwirklicht die Lehre zur Erlösung ebenfalls selbstständig, verkündet sie aber nicht und führt keine anderen Menschen zur Befreiung.
Ein Sravakabuddha, auf Pali savakabuddha, heißt „als Hörer-Erwachter“ und wird auch Arhat genannt. Er erfährt Lehre und Praxis als Schüler eines Sammasambuddha oder eines anderen Sravakabuddha und verwirklicht sie vollständig. Er kann den Dhamma beziehungsweise Dharma wiederum anderen lehren und sie zur Befreiung führen. Als arahāt, „Vollkommen Heiliger“, gilt nach Puggala Paññatti 50, wer Begehren nach formhaftem und formlosem Dasein, Eigendünkel, Zerstreutheit und Verblendung restlos verliert oder bereits überwunden hat.
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