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Sakramentale
Sie legen sich wie ein Kranz um die Sakramente und verlängern diese in den Alltag der Christen hinein. Die Fußwaschung (Meister des Hausbuches, linker Flügel …
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Begriff und Bedeutung
Sakramentalien sind im römisch-katholischen Verständnis heilige Zeichen, rituell-symbolische Handlungen und Zeremonien. In gewisser Nachahmung der Sakramente bezeichnen sie geistliche Wirkungen zum übernatürlichen Nutzen der Glaubenden; diese Wirkungen werden durch die Fürbitte der Kirche erlangt (can. 1166 CIC). Sakramentalien umgeben die Sakramente wie ein Kranz und führen deren Bedeutung in den Alltag der Christen weiter.
Wesen und Wirkung
Sakramentalien gehören zu den grundlegenden Vollzügen der Kirche und drücken ihre sakramentale Grundstruktur aus. Besonders Segnungen sind Lobpreisungen Gottes für seine Werke und Gaben. Als Zeichenhandlungen sollen sie das Leben einzelner Menschen und der Gemeinschaft in seinen verschiedenen Phasen und Bereichen aus dem Glauben deuten und gestalten.
Nach dem Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1668, hat die Kirche Sakramentalien eingesetzt, um kirchliche Ämter, bestimmte Lebensstände, vielfältige Umstände des christlichen Lebens und den Gebrauch nützlicher Gegenstände zu heiligen.
Anders als Sakramente wirken Sakramentalien nicht aus sich selbst heraus. Ihre Wirkung beruht auf dem Weihegebet der Kirche sowie auf dem Glauben und Vertrauen der spendenden und empfangenden Personen. Durch das Gebet der Kirche bereiten sie darauf vor, die Gnade Gottes zu empfangen und an ihr mitzuwirken.
Damit verwirklichen Christen ihre königlich-priesterliche Berufung: Sie gestalten ihr tägliches Leben aus dem Glauben und in Einheit mit der Kirche und gebrauchen die Gaben Gottes im Geist des Evangeliums.
Formen und Beispiele
Eine vollständige Liste der Sakramentalien gibt es nicht. An erster Stelle stehen die Segnungen von Personen, Gegenständen, Orten oder Mahlzeiten. Jede Segnung ist zugleich Lobpreis Gottes und Gebet um seine Gaben (Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1671).
Weitere Formen sind Weihen, Exorzismen, Prozessionen, gottesdienstliche Feiern und Rituale. Beispiele sind:
- Weihe oder Segnung von Personen: Jungfrauenweihe, Ordensprofess sowie Benediktion eines Abtes oder einer Äbtissin.
- Weihe von Gegenständen: Altarweihe und Konsekration eines Kelches.
- Weihe oder Segnung von Orten: Kirchweihe und Friedhofssegnung.
- Sakramentalien in der Familie: Segnung von Kindern und Mahlzeiten.
- Feiern und Zeichen im Kirchenjahr: Segnung der Palmzweige am Palmsonntag, Aschenkreuz, Fußwaschung am Gründonnerstag und Kreuzverehrung am Karfreitag.
- Weitere Beispiele: Weihwasser, Taufgedächtnis und kirchliche Begräbnisfeier.
Dauer, Schutz und Spendung
Manche Weihen haben dauerhafte Wirkung. Das gilt, wenn Menschen Christus und dem Dienst der Kirche oder wenn Orte und Gegenstände dem liturgischen Gebrauch geweiht werden. Solche Weihen werden einmalig gespendet und nicht wiederholt. Was durch Weihe oder Segnung für den Gottesdienst bestimmt wurde, darf nach CIC, can. 1171 nicht zweckentfremdet werden. Durch Zerstörung oder durch ein Dekret der zuständigen kirchlichen Autorität kann es seine Weihe oder Segnung jedoch wieder verlieren; dies heißt Profanierung.
Das Benediktionale, das kirchliche Buch für Segnungen, regelt, wer ein Sakramentale spenden darf. Manche sind Klerikern oder einem bestimmten Weihegrad – Bischof, Priester oder Diakon – vorbehalten, andere können auch Laien spenden. Je stärker eine Segnung die Kirche als Ganze und ihre sakramentale Mitte betrifft, desto eher wird sie von einem Träger des Weiheamtes vorgenommen.
Segnungen mit besonderem Bezug zur Diözese sind dem Bischof vorbehalten. Im Leben einer Pfarrgemeinde oder im örtlichen öffentlichen Leben segnen Priester, Diakone oder beauftragte Laien. Öffentliche Einrichtungen werden durch einen Amtsträger gesegnet, der dort die Kirche vertritt. In der Familie können Eltern segnen.
Sakramentalien in der Orthodoxie
Auch die Orthodoxen Kirchen kennen Sakramentalien. Genannt werden die Artoklasia, das Brotbrechen, und die Große Wasserweihe am Tag der Taufe Jesu.