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Saison

Als Saison ([sɛzɔ̃]; französisch saison, „Jahreszeit, Zeitraum“; zu lateinisch satio, „das Säen, Pflanzen“) wird in der Wirtschaft derjenige Zeitabschnitt …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Formen der Saison
  3. 3. Betroffene Branchen
  4. 4. Saisonbetriebe und Saisonartikel
  5. 5. Saisonarbeit und Wanderung
  6. 6. Folgen für Wirtschaft und Preise

Grundidee

Eine Saison ist in der Wirtschaft ein Zeitabschnitt innerhalb eines Jahres, in dem die hauptsächlichen wirtschaftlichen Tätigkeiten stattfinden, die im restlichen Jahr nicht oder kaum vorkommen. Ein Gewerbe, das vor allem in einer solchen Zeit ausgeübt wird, heißt Saisongewerbe.

Saisonale Tätigkeiten entstehen entweder durch eine bestimmte Jahreszeit, zum Beispiel eine Wintersaison, oder durch andere regelmäßige Zeiträume, zum Beispiel eine Theatersaison. Sie sind meist mit überdurchschnittlich hoher Nachfrage nach Arbeit, Gütern oder Dienstleistungen oder mit besonders hoher Arbeitsintensität verbunden. Weil viele Privatpersonen, Unternehmen, der Staat sowie zahlreiche Produkte und Dienstleistungen von Saisonverläufen abhängen, kann die Saison auch das Bruttoinlandsprodukt eines Staates sichtbar beeinflussen.

Formen der Saison

Nach der Stärke der saisonalen Aktivität wird besonders im Tourismus zwischen Hauptsaison, Nebensaison und der Zeit außerhalb der Saison unterschieden. Die Hauptsaison oder Hochsaison ist die Zeit mit besonders hoher Nachfrage; auf Englisch heißt sie peak season. Die Nebensaison, englisch low season, ist schwächer ausgelastet und kann in Vorsaison und Nachsaison unterteilt werden. Die Vorsaison liegt vor der Hauptsaison, die Nachsaison danach. Außerhalb der Saison spricht man im Englischen von off-season.

Betroffene Branchen

Viele Wirtschaftszweige sind positiv oder negativ von saisonalen Schwankungen betroffen. Im Winter betrifft das zum Beispiel die Bauwirtschaft mit Wintergeld, die Pharmaindustrie in der Erkältungs- und Grippesaison, den Wintersport, die Textilindustrie mit Winterkleidung und Winterkollektionen sowie den Einzelhandel mit dem Weihnachtsgeschäft.

Im Sommer sind unter anderem die Getränkeindustrie mit Erfrischungsgetränken, der Sommersport, die Textilindustrie mit Sommerkleidung, Bademoden und Sommerkollektionen, der Tourismus während der Sommerferien sowie der Einzelhandel mit dem Sommerschlussverkauf betroffen.

Saisonale Strukturen gibt es auch im Sport, etwa bei Fußball- oder Skisaison, in Kultur und Unterhaltung, etwa bei Opern-, Schauspiel- oder Filmsaison, sowie in der Mode mit Frühling-/Sommer- und Herbst-/Wintersaison. Nicht immer lassen sich Saisons festen Jahreszeiten zuordnen, zum Beispiel bei Fischerei, Jagd, Landwirtschaft oder Tourismus. Im Tourismus gibt es außerdem die Tendenz, eine frühere Monostruktur der Sommersaison durch eine stärkere Wintersaison zu verringern.

Saisonbetriebe und Saisonartikel

Saisonbetriebe sind Unternehmen, deren Betriebszweck oder Kerngeschäft überwiegend oder vollständig nur in einer Saison verwirklicht werden kann. Ihre Arbeitnehmer arbeiten häufig in Saisonarbeit, ihre Produkte heißen Saisonartikel.

In der Landwirtschaft wird die Erntesaison auch Kampagne genannt. Beispiele sind Kirschen mit der Kirschenernte im Juni und Juli, Marillen mit der Marillenernte in der Wachau ab Juli, Spargel mit der Spargelsaison im Mai und Juni, Wein mit der Weinlese im Spätsommer und gleichzeitigem Keltern sowie Zuckerrüben mit der Zuckerkampagne im Herbst.

Der Saisonbegriff hängt auch von Klimazonen ab. Ananas wird in den Tropen Südamerikas zwischen März und Juli geerntet. Mango wird im April in Kerala in Indien, in Pakistan zwischen Juli und August und in Mittelamerika zwischen Dezember und Januar geerntet.

Bei Saisonartikeln unterscheidet man einmalige und zyklische Saisonartikel. Einmalige Saisonartikel kommen besonders im Textilhandel vor, weil sie nur für eine Saison beschafft, produziert und verkauft werden. Zyklische Saisonartikel werden jedes Jahr nur in bestimmten Zeitfenstern verkauft, zum Beispiel Osterhasen und Weihnachtsgebäck.

Saisonarbeit und Wanderung

Saisonwanderung ist eine Form der Arbeitsmigration: Arbeitskräfte aus dem Ausland, sogenannte Wanderarbeiter, arbeiten zeitlich begrenzt in bestimmten Wirtschaftszweigen, um jahreszeitlich bedingte Überbeschäftigung auszugleichen. Sie setzt hohe Faktormobilität beziehungsweise Arbeitsmobilität voraus.

Saisonwanderung entsteht, wenn der heimische Arbeitsmarkt kurzfristig nicht genug Arbeitskräfte aus dem Inland bereitstellen kann und die zusätzliche Arbeitsnachfrage deshalb nur aus dem Ausland gedeckt wird. Beispiele sind polnische Erntehelfer bei der Spargelernte oder früher die Hollandgänger.

Folgen für Wirtschaft und Preise

Saisonale Schwankungen können zu zeitlich begrenzter saisonaler Arbeitslosigkeit führen. Der Staat begegnet ihr bei Saisonbetrieben oder anderen Unternehmen mit Saison-Kurzarbeitergeld. Der Einzelhandel versucht, saisonbedingte Umsatzschwankungen unter anderem durch den Saisonschlussverkauf auszugleichen.

In der Volkswirtschaftslehre sind Saisoneinflüsse wichtig, weil sie Wirtschaftsstatistiken verzerren können. Die Bauleistung ist im ersten Quartal wegen winterlicher Witterung typischerweise niedriger als in Frühling und Sommer. Auch Gaststätten, Hotels und Tourismus sind stark saisonal geprägt, wodurch das Bruttoinlandsprodukt im Jahresverlauf schwankt. Solche Einflüsse wirken sich im Regelfall nicht auf die allgemeine Konjunktur aus und werden zur Vergleichbarkeit durch Saisonbereinigung herausgerechnet.

Natürliche Saisonschwankungen entstehen durch meteorologische Witterungseinflüsse, zum Beispiel Erntezeit oder Frostperiode. Künstliche Saisonschwankungen entstehen durch Kultur oder Zivilisation, zum Beispiel das Weihnachtsgeschäft vor und nach Weihnachten.

In der Betriebswirtschaftslehre haben Saisonbetriebe während der Saison oft Vollbeschäftigung oder Überbeschäftigung. Im Tourismus kann in der Saison Massentourismus entstehen, was auch Gaststätten und Hotellerie betrifft und zur Einstellung von Saisonkräften führt. Nach der Saison kommt es eher zu Unterbeschäftigung, die durch Entlassung der Saisonarbeiter verringert wird. Saisonbetriebe nutzen außerdem zeitliche Preisdifferenzierung: In der Hauptsaison gilt eine Hochpreisstrategie, außerhalb der Hauptsaison eine Niedrigpreisstrategie. Grundlage sind unterschiedliche Zahlungsbereitschaften der Verbraucher.

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