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Rezo
Influencer-Marketing. Rezos YouTube-Kanäle sind monetarisiert; es werden über Werbeschaltungen von Google AdSense Einnahmen erzielt. Zusätzliche Einkünfte …
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Profil und Bedeutung
Rezo [ˈɹiːzo] (* 14. August 1992 in Wuppertal) ist ein deutscher Webvideoproduzent, Musiker, Unternehmer, Podcaster, Journalist, Kolumnist und Unterhaltungskünstler. Bekannt wurde er zuerst über YouTube mit Musik- und Unterhaltungsvideos, später vor allem durch politische Videos. Besonders wichtig wurde sein Video „Die Zerstörung der CDU“ kurz vor der Europawahl 2019. Darin kritisierte er vor allem die Klima- und Sozialpolitik der Unionsparteien. Das Video löste eine breite öffentliche Debatte aus; der Zusammenhang zwischen dem Video, dem Wahlverhalten vieler junger Menschen und den Verlusten der Union wurde als „Rezo-Effekt“ bezeichnet.
Rezo nennt seinen bürgerlichen Namen nicht öffentlich. Er studierte Informatik an der Technischen Universität Dortmund, erreichte 2013 den Bachelor und 2016 den Master of Science und schrieb Abschlussarbeiten im Bereich der Graphentheorie. Seit Anfang 2018 wohnt er in Aachen. Er gibt an, vegan zu leben und auf Rauschmittel wie Nikotin und Cannabis zu verzichten. Obwohl er sich selbst nicht als christlich bezeichnet, sagt er, christliche Werte stark verinnerlicht zu haben.
Kanäle, Musik und Medienarbeit
Rezo war nach eigenen Angaben seit seinem 14. Lebensjahr in Musikbands aktiv, fast ausschließlich im Metal-Genre. Er spielt Gitarre, besitzt Grundkenntnisse weiterer Instrumente und begann mit 15 Jahren, Lieder mit Cubase SX zu produzieren. 2015 war er Teil der Dortmunder Postcore- und Dubstep-Amateurband Forever Ends Today, die mit „Under the Influence“ im Vereinigten Königreich auf Tournee ging.
Am 17. September 2015 eröffnete er den YouTube-Kanal „rezo“ und veröffentlichte dort Musikvideos, Coverversionen, Mashups und weitere Formate. Sein Künstlername habe keine besondere Bedeutung. Seine blauen Haare wurden durch seine ersten Internet-Erfolge zu einer Art Markenzeichen. Am 3. Oktober 2018 startete er den zweiten Kanal „Rezo ja lol ey“, um freier Unterhaltung, Comedy, Challenges und Kooperationen mit anderen YouTubern auszuprobieren. Seit Februar 2021 streamt er auf Twitch; Ausschnitte erscheinen auf seinem dritten Kanal „Renzo“. Später kam der Kanal „Schlumpf“ hinzu. Am 22. November 2025 hatten seine Kanäle zusammen mehrere Millionen Abonnenten und hunderte Millionen Aufrufe.
Seit dem 17. Juli 2021 veröffentlicht Rezo mit Julien Bam den Spotify-Exclusive-Podcast „Hobbylos“. 2022 war er mit durchschnittlich 1,6 Millionen monatlichen Streams der drittbeliebteste Podcast auf Spotify in Deutschland. Außerdem trat Rezo im Fernsehen auf, etwa 2018 bei „Beginner gegen Gewinner“, 2019 im „Neo Magazin Royale“ und 2020 im Gespräch mit Richard David Precht. Von Oktober 2019 bis Dezember 2020 schrieb er für Zeit Online die Kolumne „Rezo stört“.
Unternehmertum und Social Media
Rezos YouTube-Kanäle sind monetarisiert, das heißt, sie erzielen Einnahmen durch Werbung, zum Beispiel über Google AdSense. Weitere Einnahmen entstehen durch Merchandise wie T-Shirts und durch Werbekooperationen. Zu seinen Werbepartnern gehörten unter anderem Adobe, Sky, Granini, die Techniker Krankenkasse und die Barmer Ersatzkasse. Mit Krankenkassen setzte er Kampagnen zu Themen wie Mental Health und Umweltverschmutzung um. Von Juli 2022 bis Ende 2023 warb er für Produkte von More Nutrition. Außerdem bewirbt er Start-ups mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit.
Im Juli 2020 stellte Rezo das Social-Media-Analysetool „Nindo“ vor, das er mit Freunden entwickelt hatte. Es bereitet öffentliche Social-Media-Daten übersichtlich auf und ist in der Basisversion kostenlos und werbefrei. Die Fachpresse lobte das Tool und bezeichnete einige Funktionen als besonders oder einzigartig. Im März 2023 wechselte Rezo zu Home of Talents von Leonine Studios, das Nindo zum Scouting nutzen will.
Politische Positionen und Engagement
Rezo äußerte sich wiederholt zu politischen und gesellschaftlichen Themen. 2017 war er Teil der HIV-Präventionskampagne „Do what you want“ von Jugend gegen AIDS. Seit 2019 unterstützt er „Veganuary“, eine Organisation, die Menschen zu pflanzlicher Ernährung im Januar ermutigt. Während der COVID-19-Pandemie warb er für das Tragen von Alltagsmasken, sprach Durchsagen für den Kölner Nahverkehr ein und unterstützte Corona-Künstlerhilfe. Er nahm an Demonstrationen teil, zum Beispiel gegen die EU-Urheberrechtsreform und bei Fridays for Future.
Am 18. Mai 2019 veröffentlichte Rezo das 55-minütige Video „Die Zerstörung der CDU“. Mit „CDU“ meinte er darin vor allem die Unionsparteien CDU und CSU. Er kritisierte besonders deren Klima- und Sozialpolitik, warf der Regierung vor, die wachsende Schere zwischen Arm und Reich zu ignorieren, und sagte, die Politik richte sich nicht nach dem wissenschaftlichen Konsens. Seine Aussagen belegte er mit einem 13-seitigen Quellenverzeichnis. Am Ende empfahl er: „Wählt bitte nicht die SPD, wählt bitte nicht die CDU, wählt bitte nicht die CSU und schon gar nicht die AfD.“ Später erklärte er, diese Empfehlung habe sich auf die Klimapolitik bezogen.
Rezo kritisierte außerdem die frühere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wegen eines Videos mit Nestlé, den damaligen Innenminister Horst Seehofer wegen Aussagen zu Gesetzestexten und zur Gamer-Szene sowie die Schul- und Prüfungspolitik während der COVID-19-Pandemie. Er sprach sich unter anderem für eine CO₂-Kennzeichnung von Lebensmitteln, die Vermeidung von Plastikmüll, die Seenotrettung von Flüchtlingen und ein Wahlrecht ab 16 Jahren aus.
Medienkritik und Kontroversen
Rezo kritisierte mehrfach journalistische Arbeit. 2019 schrieb er im Spiegel über falsche Aussagen über ihn durch dpa und DJV und forderte höhere Ansprüche an Recherche sowie bessere Aufarbeitung journalistischer Fehler. Am 31. Mai 2020 veröffentlichte er das einstündige Video „Die Zerstörung der Presse“. Darin sagte er, Vertrauen in seriöse Presse sei wichtig für eine funktionierende Demokratie, werde aber durch reißerische Überschriften, schlechten Opferschutz und Falschbehauptungen geschwächt. Er verwies auf 275 Belege und eine Auswertung hunderter Zeitungsartikel. Einige Medien und Fachleute lobten seine Recherche, andere, darunter FAZ und Welt, wiesen Vorwürfe zurück oder kritisierten seine Methode.
2020 kritisierte Rezo die „Querdenken“-Bewegung und einen aus seiner Sicht zu laschen Umgang staatlicher Stellen mit Demonstrationen, Verstößen und Gewalt gegen Journalisten. Sein Video dazu wurde kurzzeitig von YouTube auf Personen über 18 Jahren beschränkt, später nach Verpixelungen wieder frei zugänglich gemacht. 2021 kritisierte er in einem Ausschnitt aus einem Twitch-Livestream die Corona-Politik der Bundesregierung, besonders Untätigkeit, das Ignorieren wissenschaftlicher Ratschläge und Korruptionsvorwürfe im Maskenskandal.
2022 und 2023 kritisierte Rezo funk-Formate. Beim Kanal „Offen un’ ehrlich“ bemängelte er fehlende Ergebnisoffenheit und Transparenz; der Kanal räumte später viele Fehler ein. Beim Format STRG F warf Rezo der Redaktion 2023 vor, bewusst Unwahrheiten verbreitet zu haben. Im Januar 2024 entschuldigte sich die Redaktion und erklärte, man habe sich „verrannt“.
Öffentliche Reaktionen und Auszeichnungen
Das Video „Die Zerstörung der CDU“ führte zu starken Reaktionen aus Politik, Wissenschaft und Medien. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak warf Rezo „Falschbehauptungen“ und eine „Vermischung von ganz vielen Pseudofakten“ vor. Die CDU veröffentlichte statt eines geplanten Antwortvideos eine elfseitige PDF als offenen Brief und Faktencheck. Fachleute wie Volker Quaschning und Stefan Rahmstorf bewerteten besonders die Klima-Aussagen Rezos positiv; Rahmstorf sagte, Rezo habe die entscheidenden Fakten zur Klimakrise sehr gut verstanden und klar kommuniziert. Kommunikations- und Medienwissenschaftler beschrieben Rezos Sprache und Wirkung als wichtigen Teil seines Erfolgs.
Medien diskutierten Rezo als Vertreter einer jungen, digital geprägten Öffentlichkeit. Nach der Europawahl 2019 wurde mit Blick auf junge Wählerinnen und Wähler häufig vom „Rezo-Effekt“ gesprochen. Auch andere Kontroversen, etwa um das Format „Kiss, Marry, Kill“, wurden medial stark diskutiert, wobei Rezo die Darstellung als „Shitstorm“ als unbelegt kritisierte.
Rezo erhielt mehrere Auszeichnungen. Dazu gehören 2016 der PlayAward als „Bester Newcomer des Jahres“, 2017 der Webvideopreis in der Kategorie Music mit Marti Fischer, 2019 der Special Award beim Goldene Kamera Digital Award, der Preis für Popkultur und der Umweltmedienpreis für „Die Zerstörung der CDU“, 2020 der Nannen Preis und der Grimme Online Award für dasselbe Video sowie 2022 und 2023 der Deutsche Podcastpreis in der Kategorie Publikumspreis Comedy für „Hobbylos“.