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Religion in Ghana
Die Religion in Ghana umfasst im Wesentlichen Christentum, Islam und traditionelle afrikanische Religionen. Inhaltsverzeichnis. 1 Religiosität der Ghanaer …
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Religiöse Vielfalt und Vermischung
Die Religion in Ghana wird vor allem vom Christentum, vom Islam und von traditionellen afrikanischen Religionen geprägt. Ihre Grenzen sind häufig fließend: Christliche und muslimische Glaubensformen verbinden sich teilweise mit traditionellen Vorstellungen. Ein christlicher oder muslimischer Ghanaer kann beispielsweise zusätzlich einen traditionellen Priester aufsuchen, ohne darin einen Widerspruch zu sehen. Diese Verbindung verschiedener Religionen heißt Synkretismus.
Auch im öffentlichen Leben sind mehrere Religionen sichtbar. Die hohen christlichen Feiertage sind nationale Feiertage, der islamische Fastenmonat Ramadan wird landesweit begangen, und einzelne ethnische Gruppen feiern Feste ihrer traditionellen Religion. Regional ist der Norden überwiegend muslimisch, während der Süden eher christlich geprägt ist.
Religionszugehörigkeit und unterschiedliche Zahlen
Die Angaben zur Religionszugehörigkeit widersprechen sich teilweise und hängen von Quelle und Erhebungszeitpunkt ab. Allgemeine Schätzungen nennen fast 60 bis über 70 Prozent Christen, mindestens 18 Prozent Muslime und etwa 22 Prozent Anhänger traditioneller Religionen. Andere Quellen verteilen die Bevölkerung auf jeweils 30 Prozent Christen und Muslime sowie 40 Prozent Anhänger traditioneller Religionen.
Der Fischer Weltalmanach gab für 1960 bei 4,91 Millionen Einwohnern einen christlichen Anteil von 12,2 Prozent an: 400.000 Katholiken und 200.000 Protestanten. Für 1966 waren es bei 7,34 Millionen Einwohnern 12,3 Prozent, darunter 600.000 Katholiken und 300.000 Protestanten. 1969 wurden bei 8.143.000 Einwohnern jeweils 700.000 Katholiken und Protestanten gezählt; zusammen waren das 17,2 Prozent, gegenüber 25 Prozent Muslimen.
Nach Angaben des Auswärtigen Amtes gehören gegenwärtig etwa 46 Prozent protestantischen Kirchen an, darunter Presbyterianer, Methodisten, Baptisten, charismatische Bewegungen und Siebenten-Tags-Adventisten. Weitere 13 Prozent sind katholisch, 18 Prozent muslimisch und etwa 5 Prozent folgen traditionellen Religionen. Dagegen nannten die Ausgaben des Fischer Weltalmanachs von 2011 bis 2015 Anteile von 20 Prozent Protestanten, 10 Prozent Katholiken, 30 Prozent Muslimen und 40 Prozent Anhängern indigener Religionen. Wegen dieser Unterschiede lassen sich keine einheitlichen Anteile angeben.
Christliche Glaubensgemeinschaften
Nach der ghanaischen Volkszählung von 2010 gehörten etwa 71,2 Prozent der Bevölkerung dem Christentum an. Die größte Gruppe bildeten charismatische beziehungsweise Pfingstkirchen mit 28,3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Diese Kirchen betonen besonders das Wirken des Heiligen Geistes.
Weitere 18,4 Prozent gehörten protestantischen Glaubensgemeinschaften an, etwa der Presbyterianischen Kirche von Ghana, der Evangelical Presbyterian Church Ghana oder der Church of the Province of West Africa. Auf die römisch-katholische Kirche entfielen 13,1 Prozent und auf andere christliche Konfessionen 11,4 Prozent.
Islamische Gemeinschaften
Der Islam verbreitete sich in Westafrika seit etwa dem 9. Jahrhundert vor allem durch Händler aus Nord- und Ostafrika, die Gold, Elfenbein, Sklaven und Kolanüsse suchten. Die früh islamisierten Großreiche Mali und Songhai gaben den Glauben an benachbarte Gebiete weiter. Vermutlich erreichte der Islam den Norden des heutigen Ghana im 15. Jahrhundert und breitete sich von dort bis zum Golf von Guinea aus.
Die meisten ghanaischen Muslime leben im Norden. Vorherrschend ist der sunnitische Islam; die Mehrheit folgt der Maliki-Gesetzesschule, einer Richtung der islamischen Rechtslehre. Andere Strömungen sind selten. Als Vertretungsorganisationen werden die Coalition of Muslim Organizations und der Ghana Muslim Representative Council genannt. Oberster Imam war 1997 Alhadj Mukitar Abass und 2003 Sheikh Usman Nuhu Sharabutu.
Als älteste Moschee Ghanas gilt die Moschee von Larabanga. Sie liegt zwölf Kilometer nördlich von Damongo und etwa fünf Kilometer vom Mole-Nationalpark entfernt und ist im westsudanesischen Baustil errichtet. Die Angaben dieses Artikelabschnitts werden allerdings als nicht hinreichend belegt gekennzeichnet.
Traditionelle und weitere Religionen
Traditionelle Religionen bestehen sowohl in reinen Formen als auch in Mischformen mit Christentum oder Islam. Häufig wird an ein höchstes Wesen geglaubt, das wegen seiner großen Macht nicht Gegenstand der alltäglichen Verehrung ist. Stattdessen verehren Gläubige kleinere, oft örtlich gebundene Gottheiten als Mittler. Auch Geister und Ahnen werden respektiert und verehrt. Ahnen gelten als besonders enge Verbindung zur spirituellen Welt sowie als Überwacher und Lenker; von ihnen wird unter anderem Beistand und Wohlstand erhofft. Krankheiten, Dürren oder Todesfälle können als Folgen des Zorns einer Gottheit verstanden werden.
Opfergaben können Tiere, Blüten oder Lebensmittel umfassen. Weil die Gottheiten als eifersüchtig gelten, soll zwischen ihnen ein Gleichgewicht gewahrt werden. Da lokale Gottheiten häufig an bestimmte Kultorte gebunden sind, kehren Gläubige zur Religionsausübung teilweise regelmäßig in ihren Heimatort zurück. Dadurch bleiben religiöse Gemeinschaft und Dorfgemeinschaft auch über große Entfernungen verbunden.
Chiefs, also Stammeshäuptlinge, Familienoberhäupter und Priester übernehmen wichtige religiöse und gesellschaftliche Aufgaben. Priester sind bestimmten Gottheiten oder Schreinen zugeordnet; nach traditioneller Vorstellung kann eine Gottheit in Trance durch sie sprechen. Sie beraten außerdem in Fragen traditioneller Medizin. Traditionelle Religionen sind besonders in ländlichen Gebieten verbreitet. Ihre Anhängerschaft nimmt mit höherem Bildungsstand und Wohlstand ab, doch in Krisenzeiten suchen viele Menschen traditionelle Heiler oder Priester auf. In manchen Regionen ist der Hexenglaube tief verwurzelt; verfolgte Frauen finden vor allem im Norden Zuflucht in sogenannten Hexenlagern. Auch dieser Teil des Artikels wird als nicht hinreichend belegt bezeichnet.
Neben den großen Religionsgruppen ist der Nationale Geistige Rat der Bahá'í als Religionsgemeinschaft anerkannt.