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Reinkarnation

Reinkarnation. Vorstellungen der Art, dass eine Seele oder fortbestehende mentale Prozesse sich nach dem Tod – der „Exkarnation“ – erneut in anderen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Verbreitung
  2. 2. Hinduistische und buddhistische Vorstellungen
  3. 3. Reinkarnation in Judentum, Christentum, Manichäismus und Islam
  4. 4. Entwicklung in Europa
  5. 5. Wissenschaftliche Zugänge und Streitfragen

Grundidee und Verbreitung

Reinkarnation bezeichnet die Vorstellung, dass sich eine Seele oder fortbestehende mentale Prozesse nach dem Tod erneut in einem anderen empfindenden Wesen manifestieren. Der Tod wird dabei als „Exkarnation“ verstanden. Je nach Lehre kann die Wiederverkörperung in einem Menschen, Tier, Gott oder anderen Wesen erfolgen. Verwandte Begriffe sind Palingenese, Metempsychose, Transmigration und Seelenwanderung. Reinkarnation bezeichnet keine einheitliche Lehre, sondern eine Vielzahl unterschiedlicher religiöser und weltanschaulicher Vorstellungen. In manchen esoterischen Lehren bedeutet Transmigration auch die bewusste Übertragung einer Seele in den Körper eines bereits erwachsenen Menschen.

Eine zentrale Rolle spielt Reinkarnation besonders im Hinduismus und Buddhismus sowie in Theosophie und Anthroposophie. Mit der Reinkarnation ist häufig die Karmalehre verbunden: Handlungen haben Folgen, die die spätere Existenz beeinflussen.

Die zahlenmäßig bedeutendsten Glaubensrichtungen mit zentraler Reinkarnationsvorstellung sind der Hinduismus mit weltweit etwa 900 Mio. und der Buddhismus mit 400–500 Mio. Anhängern. Umfragen in europäischen Staaten und den USA ergaben seit den 1960er Jahren Zustimmungsraten von 10 bis 30 %. Die Ergebnisse hängen offenbar stark von der genauen Fragestellung ab. In Brasilien stimmten 45 % zu; dies könnte mit der dort verbreiteten kardecistischen Spiritismusbewegung zusammenhängen.

Hinduistische und buddhistische Vorstellungen

Im Hinduismus erscheint die Reinkarnationsidee nicht in den ältesten Texten, den Veden. In den Upanishaden, deren älteste Texte etwa auf die Zeit von 800 bis 600 v. Chr. datiert werden, wird sie zu einem wesentlichen Thema.

Nach hinduistischer Vorstellung besitzt der Mensch in seinem innersten Wesen eine unsterbliche Seele, den Atman. Nach dem Tod verkörpert sie sich erneut in einem Menschen, Tier oder Gott (Deva). Die Art der Wiedergeburt hängt von den Taten früherer Existenzen ab. Dieses Ergebnis der Handlungen heißt Karma und steht mit dem Dharma, der sittlichen Weltordnung, in Verbindung. Gute Handlungen führen nach der Lehre der Upanishaden zu Gutem, schlechte zu Schlechtem. Der Tod beendet das Leben daher nicht, sondern bildet den Übergang in eine neue Daseinsform.

Die individuelle Seele heißt Jiva. Sie ist der Atman zusammen mit Vernunft, Gefühlen und Wünschen und manifestiert sich immer wieder neu. Einzelne hinduistische Richtungen kennen Himmel und Hölle, in denen gutes oder schlechtes Karma zeitweise erfahren wird. Beide Aufenthalte sind jedoch nicht ewig; danach kehrt das Individuum in den Kreislauf der Wiedergeburten zurück. Dieser Kreislauf heißt Samsara. Ziel ist die Erlösung (Moksha), also das Aufgehen in der Weltseele Brahman. Als Wege zur Erlösung gelten Jnana Yoga (Weg des Wissens), Karma-Yoga (Weg der Tat) und Bhakti-Yoga (Weg der Gottesliebe). Viele Denker, etwa Vivekananda, ergänzen Raja Yoga, der besondere Yogaübungen und Meditation umfasst. Während einige Richtungen Karma als unerbittliches Gesetz ansehen, vertrauen andere auf göttliche Gnade, die Karma vernichten und zur Erlösung führen kann.

Der Buddhismus entstand etwa im 5. Jh. v. Chr. und übernahm Wiedergeburts- und Karma-Vorstellungen aus dem indischen Umfeld, lehnt aber eine ewige Seele ab. Nach der Anatta- oder Anatman-Lehre geht nichts Unveränderliches von einer Person in die nächste über. Wiedergeburt wird als „Bedingtes Entstehen“ verstanden: Die Taten und das daraus entstehende Karma bedingen eine neue Geburt. In der Forschung ist umstritten, ob Siddhartha Gautama tatsächlich jede bestimmte Atman-Vorstellung zurückwies oder ob diese Ablehnung später verabsolutiert wurde.

Karma bedeutet im Buddhismus absichtsvolles Handeln und zugleich das Prinzip von Ursache und Wirkung. Körperliche, sprachliche und gedankliche Handlungen beeinflussen dieses und folgende Leben. Die Folgen sind nicht zufällig, unterliegen aber auch keinem göttlichen Diktat. Wiedergeburt kann in Menschenform, im Tierreich, im Reich der Hungergeister und Dämonen, in einer Himmelswelt oder in „8 Haupt- und 160 Nebenhöllen“ erfolgen. Die sechs Wurzeln des Karma – Gier und Selbstlosigkeit, Hass und Güte sowie Verblendung und Weisheit – beeinflussen auch den Charakter.

Die Ursachen des Samsara sind die drei unheilsamen Wurzeln Gier, Hass und Unwissenheit beziehungsweise Verblendung. Weil der Mensch nach Vergänglichem strebt, entstehen leidvolle Erfahrungen (Dukkha). Durch den Achtfachen Pfad soll er Erleuchtung (Bodhi) erlangen, die Verblendung sowie Gier und Hass überwinden und Nirwana erreichen. Damit endet der Kreislauf der Wiedergeburten. Im Mahayana kann ein Erleuchteter als Bodhisattva weitere Verkörperungen annehmen, um anderen zu helfen. Im Vajrayana entwickelte sich daraus die Tradition der bewussten Wiedergeburt (Trülku).

Reinkarnation in Judentum, Christentum, Manichäismus und Islam

Im Judentum kommt der Begriff Gilgul Neschamot, kurz Gilgul, im Tanach nicht vor. Eine innerjüdische Diskussion ist vom 10. Jahrhundert an belegt; vom 12. Jahrhundert an vertraten die meisten kabbalistischen Strömungen die Reinkarnationslehre. Sie blieb jedoch umstritten. Besonders in der jüdischen Mystik, etwa im Sefer ha-Bahir und später im Sefer ha-Sohar, wurde sie behandelt. Isaak Luria (1534–1572) beschrieb in Schaar ha-Gilgulim die Gesetzmäßigkeiten der Wiedergeburt von fünf verschiedenen Seelenteilen. Er unterschied den lebenslangen Gilgul von Ibbur, der vorübergehenden Aufnahme einer fremden guten Seele, und Dibbuk, der Aufnahme einer fremden bösen Seele. Auch im Chassidismus spielte die Vorstellung eine Rolle.

Die großen christlichen Kirchen und die meisten Theologen lehnen Reinkarnation ab. Nach herrschender bibelwissenschaftlicher Meinung enthält die Bibel keine eindeutige Reinkarnationslehre und nicht einmal klare Anspielungen darauf. Einige esoterische Auslegungen deuten jedoch Stellen des Alten und Neuen Testaments entsprechend. Ihre Bewertung ist umstritten: Norbert Bischofberger hält die Behauptung, der Reinkarnationsgedanke sei im Neuen Testament enthalten, für falsch; Helmut Obst sieht wenige Stellen, die entsprechend gedeutet werden können, aber keine klare Lehre. Dazu gehört die Elia-Täufer-Problematik: Jesus bezeichnet Johannes den Täufer als den kommenden Propheten Elija, während Johannes selbst bestreitet, Elija zu sein. Eine mögliche Erklärung lautet, Johannes sei nicht Elija selbst, sondern dessen Vorläufer gewesen. Gemeint wäre dann die Wiederkehr eines entrückten Propheten, nicht Seelenwanderung.

Im frühen Christentum waren Reinkarnationsvorstellungen durch platonische Philosophie, gnostische Strömungen und konvertierte Heiden bekannt. Ihre genaue Bedeutung in Nag-Hammadi-Schriften ist teilweise umstritten; bei Basilides und einem von Hippolyt von Rom überlieferten Hymnus scheinen sie deutlich aufzutreten. Die Kirchenväter wiesen solche Lehren zurück. Die christliche Auferstehung des ganzen Menschen, also von Leib und Seele, gilt als unvereinbar mit wiederholten Inkarnationen der Seele oder mit einer Erlösung vom Körper. Ebenso wird Gottes Gnade im Allgemeinen als unvereinbar mit karmaartigen Gesetzmäßigkeiten angesehen. Abgesehen von den Katharern im Mittelalter kehrte das Thema erst in der Neuzeit zurück. Eine einheitliche „christliche Reinkarnationslehre“ gibt es nicht; einzelne Priester der Christengemeinschaft und Teile des christlichen Volksglaubens vertreten entsprechende Vorstellungen.

Der Manichäismus entwickelte in der Spätantike und im frühen Mittelalter ein dreiteiliges Modell. Seelen, die sich im Reich der Finsternis verloren haben, werden zum ewigen Tod verdammt. Die „Auserwählten“ (electi), die wahren Jünger Manis, gehen in das ewige Licht ein. Die „Hörer“ (auditores) werden im ambivalenten Reich, in dem Licht und Finsternis vermischt sind, wiedergeboren.

Im Islam lehnen die meisten Sunniten und Schiiten Reinkarnation ab, weil sie schwer mit der persönlichen Auferstehung am Tag des Jüngsten Gerichts vereinbar ist. In einzelnen Bewegungen spielte sie dennoch eine wichtige Rolle. Die Harbīya lehrte, die Auferstehung sei der Übergang eines Geistes aus einem Körper in einen anderen. Gehorsame Geister sollten reine Leiber, schöne Gestalten und schließlich Lichtleiber erhalten; rebellische Geister sollten in unsaubere Körper und entstellte Gestalten, etwa als Hunde, Affen, Schweine, Schlangen oder Skorpione, eingehen. Ähnliche Vorstellungen gab es bei churramitischen Bewegungen und bei dem Muʿtaziliten Ahmad ibn Chābit (gest. 842 oder 847). Reinkarnationslehren spielen außerdem bei Aleviten, Drusen und Alawiten eine Rolle; nach den Drusen werden Menschen nur wieder als Menschen geboren.

Viele esoterische Sufi-Orden integrieren Wiedergeburt in ihr Weltbild und berufen sich unter anderem auf Koranverse, die vom Sterben und Wiederlebendigwerden oder vom Hervorbringen des Lebendigen aus dem Toten sprechen. Hauptströmungen des Islam deuten diese Stellen dagegen als geistige Leblosigkeit im gegenwärtigen Leben und als Auferstehung am Jüngsten Gericht. In der persischen Sufi-Literatur, etwa bei Dschalal ad-Din ar-Rumi (1207–1273), erscheint ein Entwicklungsweg vom Mineral über Pflanze, Tier und Mensch bis zum Engel.

Entwicklung in Europa

Der älteste schriftliche Nachweis eines Reinkarnationsglaubens in Europa steht in Pindars Zweiter Olympischer Ode von 476 v. Chr. Spätere Quellen schrieben auch Pythagoras, der im 6. vorchristlichen Jahrhundert lebte, und seinen Schülern eine Seelenwanderungslehre zu. Bedeutende Vertreter waren Empedokles (ca. 490–435 v. Chr.) und Platon (ca. 428–348 v. Chr.). Empedokles nahm eine vorgeburtlich existierende, göttliche Seele an, die sich wegen moralisch schlechter Taten in zahlreichen menschlichen, tierischen oder pflanzlichen Körpern reinigen müsse. Gewaltlosigkeit und vegetarische Ernährung gehörten zu diesem Reinigungsweg.

Platon entwickelte die Lehre weiter. Die Seelen stammten ursprünglich aus dem Bereich göttlicher Ideen, entfremdeten sich durch niedere Beweggründe und gelangten dadurch in den Körper. Die Vernunft sollte die niederen Begierden in Tugenden verwandeln und so die Seele aus dem „Gefängnis“ des Körpers befreien. In der späteren Antike lebte die Lehre besonders im Pythagoreismus und Platonismus weiter und gelangte auch in die römische Kultur. Sie wurde außerdem im Manichäismus und in der Hermetik vertreten. Aristoteles und die Sophisten gehörten zu ihren Gegnern. Außer beim Manichäismus gibt es keine deutlichen Hinweise auf eine breite Wirkung außerhalb gelehrter Kreise. Gegen Ende der Antike verschwand das Thema weitgehend. Für die Gallier wird bei Caesar und Diodor ein Reinkarnationsglaube erwähnt.

Im Mittelalter waren Reinkarnationslehren im christlichen Kulturraum selten. Sicher belegt sind sie bei den Katharern und beim spätbyzantinischen Philosophen Georgios Gemistos Plethon. Die Katharer vertraten im 13. und 14. Jahrhundert verschiedene Vorstellungen über Zahl und Art der Inkarnationen. Ziel war stets die Überwindung der körperlichen Existenz. Dies sollte durch den Status eines „Perfectus“ oder durch freiwilligen Hungertod auf dem Sterbebett erreicht werden. Die Bewegung wurde von der Kirche als häretisch bekämpft und ausgelöscht. Im Judentum gab es reichere Belege: Saadia Gaon beschrieb um 930 vier Reinkarnationslehren, die er zu widerlegen suchte; später verbreitete sich die kabbalistische Lehre von Südfrankreich und Katalonien aus.

In der Renaissance wurden Platon und die Neuplatoniker im Westen wieder zugänglich. Johannes Reuchlin lehnte ihre Reinkarnationslehren ab, während Marsilio Ficino und Giovanni Pico della Mirandola sie allegorisch umdeuteten. Giordano Bruno bekannte sich an Pythagoras anknüpfend zur Seelenwanderung. Franciscus Mercurius van Helmont veröffentlichte 1684 eine eigene, aus dem Christentum entwickelte Reinkarnationslehre.

Im deutschen Sprachraum löste Gotthold Ephraim Lessings Schrift Die Erziehung des Menschengeschlechts von 1780 großes Interesse aus. Lessing bezog keine eindeutige Position, stellte wiederholte Erdenleben aber als mögliche Entwicklung und Erziehung des Menschen dar und schloss Inkarnationen in Tierkörpern aus. 1781 veröffentlichte Johann Georg Schlosser mit Über die Seelenwanderung eine ausdrücklich zustimmende Schrift. Im 19. Jahrhundert diskutierten unter anderem Georg von Wedekind, Wilhelm Traugott Krug, Goethe, Herder, Friedrich Hebbel und Heinrich Heine das Thema.

Arthur Schopenhauer formulierte 1844 eine Lehre, nach der nur der unbewusste Wille des Individuums wiedergeboren wird und jeweils „einen neuen Intellekt erhält“. Allan Kardec verband im Livre des esprits den Spiritismus mit einer Reinkarnationslehre: Die erste Auflage erschien 1857, die erweiterte zweite 1860, die deutsche Übersetzung 1868. Bei Kardec ist auch die moderne Bezeichnung „Reinkarnation“ erstmals nachweisbar.

Die 1875 gegründete Theosophische Gesellschaft verbreitete das Thema weiter. In Helena Blavatskys The Secret Doctrine von 1888, deutsch Die Geheimlehre von 1899, wurde Reinkarnation zu einem Bestandteil der theosophischen Lehre. Anders als im Hinduismus galt nicht der Ausstieg aus dem Kreislauf als Ziel, sondern die fortschreitende Entwicklung der Persönlichkeit. Rudolf Steiner entwickelte in den 1920er Jahren ein komplexes anthroposophisches Modell: Nach dem Tod erlebt der geistige Mensch sein Leben zunächst gerafft erneut, anschließend lösen sich Äther- und Astralleib auf. Nach moralischer Selbsterkenntnis kehrt die geistige Individualität in eine außerirdische Heimat zurück, wählt ein Elternpaar und inkarniert sich erneut. Der Prozess soll sich unzählige Male wiederholen und eine Höherentwicklung durch Karma ermöglichen. Verbindungen dieser Lehre mit Steiners Völkerpsychologie und rassistischen Vorstellungen wurden kritisiert; Anthroposophische Gesellschaft und Waldorfschulen distanzieren sich heute durch Veröffentlichungen davon.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verbreiteten sich Reinkarnationsideen besonders durch die New-Age-Bewegung und neue Glaubensgemeinschaften. Der Fall Bridey Murphy führte in den 1950er Jahren in den USA zu großer Aufmerksamkeit. Virginia Tighe berichtete unter Hypnose von einem früheren Leben als „Bridey Murphy“ im 19. Jahrhundert in Irland. Bestätigungen und Unstimmigkeiten wurden festgestellt; der Fall ließ sich weitgehend durch ihren intensiven Kontakt mit irischen Einwanderern in ihrer Jugend erklären. Westliche Vorstellungen betonen häufig individuellen Fortschritt und Selbstverwirklichung über den Tod hinaus, während hinduistische Lehren grundsätzlich die Erlösung durch den Ausstieg aus Samsara anstreben.

Wissenschaftliche Zugänge und Streitfragen

Die Religionswissenschaft untersucht Reinkarnation als Dogma oder Lehre einer bestimmten Religion beziehungsweise Glaubensgemeinschaft. Kulturwissenschaftlich werden die gesellschaftlichen und kulturellen Folgen eines vorhandenen oder fehlenden Reinkarnationsglaubens erforscht. Literaturwissenschaftliche Arbeiten untersuchen häufig die Bedeutung von Seelenwanderung und Reinkarnation im Unsterblichkeitsglauben einzelner Autoren. Diskurs- und wissenschaftsgeschichtliche Ansätze betonen außerdem, dass das Thema seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert in der Literatur auch zur Darstellung poetischer, erkenntnistheoretischer und naturphilosophischer Vorstellungen diente. Begriffe wie „Seelenwanderung“ und „Palingenesie“ konnten etwa Übertragung, Assimilation oder Entwicklung von Ideen und Eigenschaften beschreiben.

Im 20. Jahrhundert begründete der kanadische Psychiater Ian Stevenson (1918–2007) eine „empirische Reinkarnationsforschung“. Er untersuchte Kinder, die spontan von Erinnerungen an frühere Leben berichteten. Seine Arbeiten und Ergebnisse sind umstritten. Paul Edwards kritisierte unter anderem, dass Stevenson seine Fälle fast ausschließlich in Gesellschaften untersuchte, in denen Reinkarnation für real gehalten wird. Dies könne dafür sprechen, dass die Berichte vor allem kulturell geprägt sind. Einige Fälle scheinen Stevensons Behauptungen allerdings deutlich zu stützen.

Der Psychologe Terence Hines hält Stevensons Methodik für unzureichend, weil nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Erfahrungen auf der Fantasie der Kinder beruhen. Gerade in besonders eindrucksvollen Fällen hätten die Kinder Freunde oder Verwandte der Verstorbenen gekannt, als die sie angeblich wiedergeboren worden seien. Ihr Wissen über das Leben dieser Personen könne daher nicht als Beweis für Reinkarnation gelten.

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