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Regionalisierung (Wirtschaft)
Regionalisierung ist in der Wirtschaftspolitik ein Prozess der Zusammenarbeit verschiedener Wirtschaftssubjekte mit dem Ziel, Wirtschaftsregionen zu gründen …
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Grundidee und Bedeutung
Regionalisierung ist in der Wirtschaftspolitik ein Prozess der Zusammenarbeit verschiedener Wirtschaftssubjekte. Ziel ist es, Wirtschaftsregionen zu gründen oder zu stärken. Der Begriff ist semantisch nicht eindeutig, weil auch der Regionsbegriff in verschiedenen wissenschaftlichen Fachgebieten unterschiedlich verwendet wird. Als Akteure kommen unter anderem Kommunen, Verbände und wissenschaftliche Einrichtungen infrage.
Regionalisierung steht in engem Zusammenhang mit zwei Entwicklungen: der weltweiten Globalisierung und dem durch die Europäische Union (EU) eingeleiteten Prozess der Regionsbildung. Dadurch entsteht ein regionaler Standortwettbewerb. Nicht mehr nur einzelne Volkswirtschaften konkurrieren miteinander, sondern zunehmend auch internationale und nationale Wirtschaftsregionen.
Regionen und grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Eine Region ist ein geografisch bestimmbarer Raum, der sich strukturell, funktional und/oder administrativ von Nachbarräumen unterscheidet und deshalb von ihnen abgrenzbar ist. Elmar Altvater bezeichnete die Region als „der Ort, an dem sich die Aktionen und Bewegungstendenzen von Staat und Kapital räumlich, damit aber auch ökonomisch, sozial, politisch und ökologisch manifestieren“.
Eine Europaregion innerhalb der EU ist als staatsübergreifende Region geplant und hat meistens einen wirtschaftlichen Schwerpunkt. Die Idee entstand im Mai 1980 mit dem „Europäischen Rahmenübereinkommen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften“. Ein Beispiel ist die im Februar 1995 gegründete Europaregion Saar-Lor-Lux. Sie besteht aus dem Saarland in Deutschland, Lothringen in Frankreich und Luxemburg. Wirtschaftsregionen müssen daher nicht innerhalb der Grenzen eines Staates liegen, sondern können auch grenzüberschreitend zusammenhängende Räume bilden.
Regionalisierung in der Volkswirtschaftslehre
Globalisierung und Regionalisierung treten häufig gleichzeitig auf. In Großbritannien erhielten Schottland und Wales mehr Autonomie. In zentralistischen Staaten wie Frankreich, Italien oder Spanien erstritten sich Regionen größere Mitwirkungsrechte. Das Silicon Valley gilt bereits seit 1951 als Ergebnis einer Regionalförderung.
Ein wichtiger wirtschaftlicher Ansatz ist die regionale Spezialisierung. Dabei konzentrieren sich Unternehmen gleicher oder unterschiedlicher Wirtschaftszweige auf benachbarte Standorte. Diese räumliche Nähe ermöglicht Interaktionen, die Nutzung von Synergien und die Nutzung komparativer Vorteile. Synergien sind Vorteile, die durch das Zusammenwirken mehrerer Unternehmen oder Wirtschaftszweige entstehen. Komparative Vorteile bezeichnen besondere Vorteile eines Standorts oder einer Region gegenüber anderen Standorten.
Regionalisierung in der Betriebswirtschaftslehre
Neben der volkswirtschaftlichen Regionalisierung gibt es eine unternehmerische Form. Sie zeigt sich vor allem in der Dezentralisation, also in der Verlagerung von Entscheidungen und Tätigkeiten auf stärker lokal oder regional ausgerichtete Einheiten.
Betriebswirtschaftliche Überlegungen berücksichtigen lokale und regionale Aspekte zunehmend stärker. Besonders im Marketing kann Regionalisierung dazu dienen, Standorte in der Nähe der Kundinnen und Kunden auszuwählen. Unternehmen handeln dann nicht ausschließlich von einer entfernten Zentrale aus, sondern richten ihre Standortwahl und ihre Aktivitäten stärker an regionalen Bedingungen aus.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht kann Regionalisierung deshalb als eine Art Gegenbewegung zur Globalisierung verstanden werden.