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Rainer Rothfuß

Rainer Rothfuß (* 19. April 1971 in Freudenstadt) ist ein deutscher Geograph und Politiker (AfD, zuvor CSU). Seit 2023 ist er Mitglied des Deutschen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ausbildung, Wissenschaft und Beruf
  3. 3. Politischer Weg von der CSU zur AfD
  4. 4. Weitere politische Aktivitäten und Russlandbezug
  5. 5. Remigration und Mitgliedschaften

Überblick

Rainer Rothfuß (* 19. April 1971 in Freudenstadt) ist ein deutscher Geograph und Politiker. Er war zunächst Mitglied der CSU und trat 2018 der AfD bei. Seit dem 2. März 2023 gehört er dem Deutschen Bundestag an; nach der Bundestagswahl 2025 zog er erneut über die bayerische AfD-Landesliste in den 21. Deutschen Bundestag ein. Seine politischen Schwerpunkte sind Christenverfolgung im Nahen Osten, Islam und Islamismus sowie Migrationsfragen. Laut Artikel arbeitet er regelmäßig mit Medien zusammen, die Verschwörungstheorien und russische Propaganda verbreiten.

Ausbildung, Wissenschaft und Beruf

Rothfuß legte 1990 an der Max-Weber-Schule in Sinsheim das Abitur ab. Er studierte von 1991 bis 1998 Geographie der Entwicklungsländer mit Diplomabschluss. Nebenfächer waren Politikwissenschaft, Raumordnung sowie Entwicklungsplanung. Er studierte an den Universitäten Tübingen und Stuttgart sowie an der Universidad de los Andes in Mérida, Venezuela. Von 1995 bis 1998 erhielt er ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Von 2001 bis 2006 promovierte er bei Gerd Kohlhepp in Tübingen über „Transnationale Städtenetzwerke als Instrument der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“. 2008 erhielt er an der Universität Tübingen eine Juniorprofessur (W1) für Humangeographie. Seine Schwerpunkte waren Politische Geographie, Bevölkerungsgeographie und Entwicklungsländer. Von 2009 bis 2015 leitete er dort eine Arbeitsgruppe zu Politischer Geographie, geographischer Konfliktforschung, nachhaltiger Entwicklung und Elektromobilität.

Zwischen 1998 und 2004 arbeitete er unter anderem als Länderreferent und in der Verwaltung von EU-Kooperationsprogrammen. Seit 2004 ist er selbstständiger Berater für internationales Projektmanagement und Analyst. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Politischer Weg von der CSU zur AfD

Von 2004 bis 2017 war Rothfuß CSU-Mitglied. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2006 in Esslingen am Neckar kandidierte er für die CDU. Er erhielt 39,9 Prozent der Stimmen und verlor gegen den Amtsinhaber Jürgen Zieger (SPD). 2011 nominierte ihn die CSU einstimmig als Oberbürgermeisterkandidaten für Lindau. Er zog seine Kandidatur etwa zwei Monate vor der Wahl zurück, nachdem der CSU-Ortsverband einen gemeinsam mit ihm initiierten Bürgerentscheid zur Bahnhofsfrage Lindau 21 kippen wollte. Im zweiten Wahlgang unterstützte er den Kandidaten der Piratenpartei.

2018 trat Rothfuß der AfD bei und wurde im selben Jahr in das Kuratorium der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung berufen. Seit den Kommunalwahlen 2020 sitzt er im Lindauer Stadtrat und im Kreistag des Landkreises Lindau. Seit Oktober 2021 ist er 1. stellvertretender Landesvorsitzender der AfD Bayern.

Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte er auf Platz 13 der bayerischen AfD-Landesliste und im Wahlkreis Oberallgäu, zog aber zunächst nicht ein. Am 2. März 2023 rückte er für die verstorbene Abgeordnete Corinna Miazga nach. Bei der Bundestagswahl 2025 verlor er im Wahlkreis Oberallgäu mit 16,7 Prozent der Erststimmen gegen Mechthilde Wittmann (CSU), zog aber auf Listenplatz 3 der AfD Bayern ein. Im Bundestag ist er menschenrechtspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, Mitglied und Obmann im Ausschuss für Menschenrechte sowie stellvertretendes Mitglied im Auswärtigen Ausschuss.

Weitere politische Aktivitäten und Russlandbezug

Rothfuß gründete den Verein Druschba global in Leipzig. Dieser organisierte im Sommer 2016 mit etwa 250 weiteren Teilnehmern eine sogenannte „Friedensfahrt“ von Berlin nach Moskau. Dafür erhielt er 2018 den „Bautzner Friedenspreis“. Nach einem Bericht der taz gehören die Organisationen dieses Preises zur Verschwörungsszene; der Verein „Bautzner Frieden“ entstand aus der Mahnwachenbewegung in Sachsen.

2015 war Rothfuß geschäftsführender Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Deutsche Sektion e. V. (IGFM). Er wurde am 24. Januar nominiert und am 14. März einstimmig gewählt. Nach einem Interview mit dem russischen Propagandakanal NewsFront zum Russisch-Ukrainischen Krieg berief der IGFM-Vorstand eine außerordentliche Mitgliederversammlung ein. Am 17. Oktober 2015 wurde er nach neun Monaten Amtszeit abgewählt.

Der Artikel nennt seine Nähe zum russischen Bikerclub Nachtwölfe sowie Auftritte bei KenFM, NuoViso, Sputnik, KlagemauerTV, Russia Today und NTW. Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine Anfang 2022 sagte er bei NTW, der Westen müsse verstehen, dass Russlands geopolitische Interessen ignoriert worden seien; er rechtfertigte außerdem die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland. Auf einer Russlandreise im Herbst 2024 traf er mit Maximilian Krah und Ulrich Singer auch Dmitri Medwedew. Gegenüber Iswestija sprach er sich für einen EU-Austritt und für Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten aus.

Remigration und Mitgliedschaften

Am 24. November 2024 brachte Rothfuß auf einem AfD-Bayern-Landesparteitag in Greding eine „bayerische Resolution für Remigration“ ein. Sie definiert Remigration durch zehn Forderungen als Sammelbegriff für Heimkehr-Förderung und eine „vielperspektivische Gesamtstrategie“. Das Papier nennt als Ziel eine „umfassende Remigration im Millionenbereich für die kommenden zehn Jahre“. Es wurde mit nur einer Gegenstimme angenommen. Rothfuß forderte in seiner Rede ein Ende des „rechtswidrige[n] Überfluten[s] unseres Landes“ mit Migranten.

Er war oder ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen, geographischen, verkehrs- und bürgerschaftlichen Organisationen. Dazu zählen unter anderem die American Association of Geographers, der Arbeitskreis Deutscher Lateinamerikaforschung, der Deutsche Verband für Angewandte Geographie, die European Association of Geographers, Eurosolar, Mehr Demokratie e. V., das Netzwerk Bürgerbeteiligung der Stiftung Mitarbeit, der Verband der Geographen an deutschen Hochschulen und die Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

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