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Geograph
Durch die stark interdisziplinär geprägte Ausrichtung und fachliche Breite der modernen Geographie sind Geographen an der Schnittstelle zwischen Natur-, …
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Aufgabe und Bedeutung
Ein Geograph bzw. Geograf ist ein Wissenschaftler oder Forscher auf dem Gebiet der Geographie („Erdkunde“), insbesondere eine Person mit erfolgreich und beurkundet abgeschlossenem universitärem Geographiestudium. Die moderne Geographie ist stark interdisziplinär: Geographen verbinden Kenntnisse aus Natur-, Ingenieur-, Sozial- und Geisteswissenschaften. Deshalb ist ihr Berufsbild vielseitig, aber nicht scharf abgrenzbar.
Ihre Bedeutung liegt auch darin, dass sie räumliche Aspekte globaler Probleme untersuchen und Lösungsansätze entwickeln können. Dazu zählen Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Migration, die Verbreitung von Krankheiten, wirtschaftliche Ungleichheit, Umwelteingriffe, Ressourcenverbrauch, Hunger- und Trinkwassermangel sowie Verstädterung. Während Geographen im 19. und frühen 20. Jahrhundert vor allem Erde und Räume systematisch erfassten und vermessen haben, arbeiten sie im 21. Jahrhundert zunehmend in Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst.
Untersuchungen und Arbeitsweise
Geographen untersuchen die Erdoberfläche, die Geosphäre, hinsichtlich ihrer räumlichen Strukturen, der dort ablaufenden Prozesse und ihrer Funktionsweisen. Dabei betrachten sie Wechselwirkungen zwischen Geofaktoren, also Faktoren, welche einen Raum prägen. Je nach Ausrichtung gehören sie zu Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften oder zu den Raumwissenschaften.
Sie erheben auf verschiedenen Maßstabsebenen raumbezogene Daten, analysieren sie und leiten daraus allgemeine Theorien und Modelle ab. Mit diesen können sie räumliche Entwicklungstendenzen prognostizieren. Geographen sind oft Generalisten, können durch Spezialisierung aber auch als Fachleute arbeiten. Ihre Arbeitsweise ist analysierend und normativ: In der Planung entwickeln sie Lösungsansätze für Probleme zwischen Mensch und Umwelt.
Geoinformationssysteme ermöglichen es ihnen, raumbezogene Daten selbständig zu erfassen, zu verwalten, zu analysieren und zu präsentieren. Die Herstellung von Kartenwerken ist heute vor allem Aufgabe von Kartographen. Geographen arbeiten jedoch häufig mit ihnen zusammen, weil Landkarten und digitale Geodaten räumlich lokalisierbare Strukturen zweckmäßig darstellen.
Berufsfelder
Geographen arbeiten bei kommunalen, regionalen, nationalen und supranationalen Behörden und Dienststellen, außerdem in Kammern, Verbänden, der Entwicklungszusammenarbeit und Nichtregierungsorganisationen, etwa im Umweltbereich. In der Privatwirtschaft sind sie häufig als Planer und beratende Raumwissenschaftler in Planungs- und Ingenieurgesellschaften tätig. Weitere Einsatzbereiche sind Verkehrsplanung sowie strategische und standörtliche Entwicklung in größeren Unternehmen und Institutionen.
Typische Arbeitsbereiche sind Raumforschung, Raumordnung und Raumentwicklung, beispielsweise Stadt- und Regionalentwicklung oder Standortplanung. Hinzu kommen Entwicklungsforschung und Entwicklungszusammenarbeit, Naturgefahrenforschung, Umweltmanagement, Landschaftsökologie sowie geographische Informationsverarbeitung, etwa GIS und Fernerkundung.
Studium und Abschlüsse
In Deutschland, der Schweiz und Österreich ist Geograph ein akademischer Beruf mit mindestens sechs Semestern Hochschulstudium. In Deutschland kann Geographie an 63 Universitäten studiert werden; ein Fachhochschulstudium existiert nicht.
Seit den durch den Bologna-Prozess veränderten Studienordnungen gibt es Bachelor- und Master-Studiengänge. Verliehen werden Bachelor of Science (B. Sc.), Bachelor of Arts (B. A.), Master of Science (M. Sc.) und Master of Arts (M. A.). Vor dem Bologna-Prozess waren Diplomgeograph(-in) (Dipl.-Geogr.), Magister Artium der Geographie (M. A.) und das Wissenschaftliche Staatsexamen, die Erste (Wiss.) Staatsprüfung, möglich.
Der Doktorgrad richtet sich nach der jeweiligen Promotionsordnung. Üblich sind Dr. rer. nat., vor allem für Physiogeographen, Dr. rer. soc., vor allem für Humangeographen, Dr. phil., Dr.-Ing., vor allem für Raumplaner, und Ph. D. im neuen dreigliedrigen System. Wegen der Verbindungen zu anderen Disziplinen überschneidet sich das Berufsfeld unter anderem mit Geoinformatik, Geologie, Meteorologie, Bodenkunde, Geoökologie und Raumplanung.
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