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Provinz Québec (1763–1791)
Die Provinz Québec (englisch Province of Quebec, französisch Province de Québec) war von 1763 bis 1791 eine Kolonie, die das Königreich Großbritannien nach …
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Überblick
Die Provinz Québec (englisch Province of Quebec, französisch Province de Québec) war von 1763 bis 1791 eine britische Kolonie in Nordamerika. Großbritannien gründete sie nach dem Franzosen- und Indianerkrieg beziehungsweise infolge des Siebenjährigen Krieges. Die Kolonie bestand vom 7. Oktober 1763 bis zum 26. Dezember 1791 und wurde anschließend in Niederkanada und Oberkanada aufgeteilt.
Amtssprachen waren Englisch und Französisch. Hauptstadt war Québec. Die Staats- und Regierungsform war die einer britischen Kolonie; an ihrer Spitze stand ein Gouverneur.
Übergang von Neufrankreich zu Québec
Durch den Frieden von Paris von 1763 gewann Großbritannien im Norden Amerikas Gebiete. Der kanadische Teil Neufrankreichs wurde durch die Königliche Proklamation von 1763 in Province of Quebec umbenannt. Damit wurde die französische Kolonialherrschaft durch eine britische Verwaltung ersetzt.
Nach der Kapitulation Montréals im Jahr 1760 stand Neufrankreich zunächst unter einer militärischen Regierung. 1764 führte Großbritannien eine Zivilregierung ein. Québec behielt jedoch sein bisheriges Herrschaftssystem auch nach der Angliederung an Großbritannien bei.
Quebec Act und territoriale Entwicklung
Der Quebec Act von 1774 gewährte der Kolonie wichtige Sonderregelungen. Im Justizwesen durfte sie den französischen Code civil, also das französische Zivilrecht, beibehalten. Außerdem wurde die freie Religionswahl zugesichert, sodass die römisch-katholische Kirche in der Kolonie bestehen bleiben konnte.
Der Rechtsakt erweiterte zugleich die Grenzen Québecs erheblich. Die Provinz umfasste nun auch das Ohiogebiet und das Illinois Country. Ihre Grenzen verliefen im Osten an den Appalachen, im Süden am Ohio River, im Westen am Mississippi River und im Norden entlang der Gebiete der Hudson’s Bay Company in Ruperts Land.
Auch nachdem Großbritannien das Ohio- und Illinoisgebiet im Vertrag von Paris von 1783 an die Vereinigten Staaten abgetreten hatte, bot Québec der britischen Krone weiterhin Zugang zu diesen Gebieten. Über gut unterhaltene Handels- und Militärrouten an den Großen Seen versorgten die Briten ihre Truppen und unterstützten eine Allianz von Indianerstämmen. Wichtige Niederlassungen und Forts waren Detroit, Fort Niagara und Fort Michilimackinac. Diese Außenposten wurden 1794 durch den Jay-Vertrag an die Vereinigten Staaten übergeben.
Bevölkerung, Teilung und Gouverneure
Die Bevölkerung veränderte sich durch den Zuzug von Loyalisten, die vor dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg aus den früheren Dreizehn Kolonien flohen. Dadurch nahm der Anteil englischsprachiger Anglikaner und anderer Protestanten deutlich zu. Sie siedelten vor allem in den Eastern Townships, in Montreal und im pays d’en haut, dem Gebiet westlich des Ottawa Rivers.
Der Constitutional Act of 1791 teilte die Kolonie entlang des Ottawa Rivers. Der westliche Teil wurde Oberkanada genannt und erhielt ein britisches Rechtssystem; dort bildeten die Englischsprachigen die Mehrheit. Der östliche Teil erhielt den Namen Niederkanada.
Die Gouverneure waren Jeffrey Amherst, 1. Baron Amherst (1760–1763), James Murray (1764–1768), Guy Carleton, 1. Baron Dorchester (1768–1778), Sir Frederick Haldimand (1778–1786) sowie erneut Guy Carleton (1786–1791). Unterstützt wurden sie durch Vizegouverneure: Guy Carleton (1766–1768), Hector Theophilus de Cramahé (1771–1782), Henry Hamilton (1782–1785), Henry Hope (1785–1788) und Alured Clarke (1790).