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Personalpronomen
Fall), Akkusativ (= 4. Fall), Dativ (= 3. Fall), Genitiv (= 2. Fall). Singular, 1, ich, mich, mir, meiner. 2, du, dich, dir, deiner. 3, m. er, ihn, ihm, seiner.
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Grundbedeutung und Formen
Ein Personalpronomen (auch persönliches Fürwort) ist ein Pronomen, das Beteiligte der Sprechsituation bezeichnet oder sich anaphorisch, also rückverweisend, auf Dritte bezieht. Im Deutschen stehen die Personalpronomina meist an denselben Stellen wie definite vollständige Nominalphrasen, vor allem als Subjekt oder Objekt. Als adverbiale Bestimmung werden sie normalerweise nicht verwendet. Ein Genitiv des Personalpronomens kann zusammen mit einem Substantiv einen Possessor, also einen Besitzer, bezeichnen; häufig gibt es dafür jedoch eigene Possessivpronomina.
Die drei Personalmerkmale sind: 1. Person für den Sprecher, 2. Person für den Adressaten und 3. Person für Personen oder Dinge, die weder Sprecher noch Adressat sind oder durch ihre Vorerwähnung im Text bestimmbar werden. Im Deutschen lauten die Grundformen: ich und wir; du, ihr und die Höflichkeitsform Sie; er, sie, es sowie sie im Plural. Personalpronomina können sich auch auf unbelebte Gegenstände beziehen.
In vielen Sprachen gibt es selbstständige betonte und unselbstständige unbetonbare Formen. Die unbetonbaren Formen lehnen sich häufig als Klitika an ein Verb an und bilden mit ihm eine prosodische Einheit, fast wie eine Flexionsendung. Selbstständige Formen dienen dann besonders der Hervorhebung, der Kontrastierung oder prädikatslosen Äußerungen, etwa in „Willst du mich oder ihn sprechen?“ — „Sie!“.
Sonderfälle der Personalmerkmale
Das deutsche wir ist zwar grammatisch der Plural von ich, bezeichnet aber normalerweise nicht einfach mehrere Sprecher. Es bezeichnet eine Gruppe, die den Sprecher einschließt, und kann inhaltlich 1. + 2. Person oder 1. + 3. Person entsprechen. Etwa 40 % aller Sprachen unterscheiden zwischen inklusivem Wir, das den Adressaten einschließt, und exklusivem Wir, das ihn ausschließt. Im Deutschen kann „wir beide gehen ins Kino“ ausdrücklich weitere Personen ausschließen. Manche Sprachen besitzen außerdem einen Dual für genau zwei und selten einen Trial für drei Beteiligte.
Logophorische Pronomina bezeichnen in indirekter Rede den Sprecher der berichteten Äußerung. Sie können mit normalen Personalpronomina kontrastieren oder aus speziell verwendeten Reflexivpronomina bestehen. Das deutsche man bezeichnet eine Einzelperson oder Gruppe, die als gegeben angenommen wird, ohne für den Hörer näher identifizierbar zu sein: „Wenn man in Australien unterwegs ist, kann man oft Kängurus auf der Straße sehen.“ Es wird meist als Indefinitpronomen, teilweise auch als generalisierendes Pronomen eingeordnet. Im Deutschen verlangt man die 3. Person Singular, ist seiner Bedeutung nach aber nicht einfach eine 3. Person und kann den Sprecher einschließen. Im Irischen gibt es dagegen eine entsprechende unpersönliche Verbform, etwa bristear „man bricht“.
Formgleiche Pronomina der 3. Person Singular können expletiv, also inhaltsleer, verwendet werden. Das deutsche es in „es gibt Kuchen“ und „es war einmal ein König“ verweist auf keinen Gegenstand, macht aber eine syntaktische Position sichtbar. Sein grammatisches Genus ist in diesen Verwendungen nicht unabhängig nachweisbar.
Respekt, Deixis und Plural
Personalpronomina können zusätzlich nach Animatheit, Respekt, Deixis und Numerus unterschieden werden. Animatheit trennt Beseeltes von Unbeseeltem. Dazu zählen neben Menschen auch Personifikationen, Götter, Geister, übernatürliche Wesen sowie in bestimmten Zusammenhängen menschlich vorgestellte Tiere, Pflanzen und Gegenstände. Im Jakutischen heißen die Formen der 3. Person Singular kini für Animata und ol für Inanimata, im Plural kiniler beziehungsweise ollor; die übrigen Formen lauten min, bihigi, en und ehigi. Die betreffenden Angaben sind im Artikel allerdings als nicht ausreichend belegt markiert.
Respekt bezeichnet unterschiedliche Anredeformen je nach sozialer Nähe. Häufig wird eine einzelne Person mit der 2. Person Plural höflich angesprochen. Im Finnischen stehen familiär sinä und distanziert Te der 2. Person gegenüber. Das Ungarische unterscheidet te, maga und ön sowie die entsprechenden Pluralformen. Im Persischen wird zusätzlich bei belebten Dritten zwischen familiärem u und distanzierten Formen vey beziehungsweise išân unterschieden; Unbelebte erhalten dort stets die familiären Formen.
Deixis bezeichnet die räumliche oder wahrnehmungsbezogene Nähe eines Bezugsobjekts. Das Georgische unterscheidet in der 3. Person proximal es, medial eg und distal is; im Plural fällt die Unterscheidung weg. Im Hindustani gibt es intime, familiäre und distanzierte Anredeformen: tū, tum und āp. Die jeweils höhere Singularstufe kann als Pluralform der niedrigeren Stufe dienen. Zur Vermeidung von Mehrdeutigkeiten werden tum log, tum sab, āp log oder āp sab verwendet. Die 3. Person unterscheidet yah „nah“ und vah „fern“. Im Urdu gilt mãi „ich“ besonders als unhöflich; ham wird dann als Bescheidenheitsplural gebraucht. Das Nepalesische verbindet mehrere Respekt- und Deixisstufen und bildet verstärkte Plurale mit harū.
Auch das Türkische kennt Pluralverstärkung: ben – biz – bizler, sen beziehungsweise siz – sizler sowie o – onlar. Solche verstärkten Plurale hängen häufig damit zusammen, dass die 2. Person Plural numerusindifferent geworden ist. Die Kategorie Deixis und die Kategorie Animatheit können auch gemeinsam auftreten, etwa im Grönländischen: una und uku bezeichnen proximale Animata, manna und makku proximale Inanimata, innga und ikku distale Objekte.
Genus, Sexus und komplexe Systeme
Viele Sprachen unterscheiden die 3. Person nach Genus, also grammatischem Geschlecht. Im Lateinischen stehen is, ea und id sowie im Plural ei, eae und ea. Im Isländischen heißen die Formen hann, hún und það, im Plural þeir, þær und þau. Die neutrale Pluralform þau kann auch für gemischtgeschlechtliche Personengruppen verwendet werden.
Viele Sprachen unterscheiden dagegen beim Pronomen der 3. Person Singular nicht nach Sexus, also dem natürlichen oder sozialen Geschlecht. Beispiele sind Indonesisch/Malaiisch, Chinesisch, Thai, Vietnamesisch, Swahili, Türkisch, Ungarisch, Finnisch, Georgisch, Armenisch, Baskisch und Persisch. Im Hochchinesischen wurde seit Beginn des 20. Jahrhunderts das Schriftzeichen 她 für weibliche Personen eingeführt; es wird wie 他 tā ausgesprochen. 它 bezeichnet in der Volksrepublik China Tiere und Sachen. Die gesprochene Sprache unterscheidet diese Formen daher nicht. Im umgangssprachlichen Englisch kann they als 3. Person Plural auch für eine einzelne Person unbekannten Geschlechts stehen.
Hebräisch und Hocharabisch unterscheiden in der 2. Person nach Sexus und in der 3. Person nach Genus. Das Hocharabische besitzt zusätzlich Dualformen; in der arabischen Umgangssprache werden sie jedoch nicht verwendet, und feminine Pluralformen sind in vielen Varietäten ungebräuchlich. Englisch verbindet Animatheit und Sexus: he und she stehen für belebte männliche beziehungsweise weibliche Referenten, it für Unbelebtes. Schiffe, Autos und der Mond können jedoch als she, die Sonne als he und bekannte Haustiere als he oder she bezeichnet werden.
In Niederländisch, Dänisch, Schwedisch und Norwegisch werden belebte Substantive nach Sexus und unbelebte nach Genus pronominalisiert. Im Schwedischen stehen han, hon und das geschlechtsneutrale hen für belebte Referenten, den und det für utrum beziehungsweise neutrum. Das Niederländische befindet sich auf dem Weg von einem Genussystem zu einem kombinierten Genus-/Sexussystem.
Das Deutsche unterscheidet er, sie, es nach Genus und du/ihr beziehungsweise Sie nach Respekt. Ähnliche Systeme zeigen Russisch, Litauisch und Spanisch. Das Rumänische besitzt mehrere Respektstufen auch für die Referenz auf Dritte; ihre Verwendung hängt unter anderem von Alter, Geschlecht, Bekanntheit und sozialem Verhältnis ab und weist regionale Unterschiede auf. Polnisch unterscheidet die distanzierte Anrede nach Sexus: pan, pani, panowie, panie und państwo.
Historische und besondere Anredeformen
Altgriechisch und Sanskrit unterscheiden in der 3. Person sowohl nach Genus als auch nach Deixis. Beide haben proximale, mediale und distale Formen; das Sanskrit bewahrt außerdem den Dual, während er im Altgriechischen nur in ältesten Texten, besonders bei Homer, vorkommt. Die entsprechende Einordnung ist im Artikel als überarbeitungsbedürftig markiert. Im klassischen Sanskrit kann bhavan als höfliche Anrede mit dem Verb in der 1. Person Singular dienen; traditionell wird es nicht zu den Personalpronomina gerechnet.
Die tigrinische Sprache besitzt besondere Vokativformen der 2. Person für den Anruf, etwa atta!, atti! und attum!. Das Englische hat für höflich-distanzierte Anrufe sir! und madam beziehungsweise ma’am!. Diese Formen können nicht regulär in einen Satz eingebunden werden und haben keinen regulären Plural wie gewöhnliche Substantive. Im Chinesischen werden Respekt, Animatheit, Sexus und Distanz vor allem schriftlich differenziert; in der gesprochenen Sprache fallen die entsprechenden Aussprachen häufig zusammen.
Kasus und pragmatische Verwendung
Personalpronomina zeigen bei der Kasusbildung häufig Suppletion, also einen Wechsel des Stammes. Im Standarddeutschen lautet die Deklination im Singular: ich – mich – mir – meiner, du – dich – dir – deiner, er – ihn – ihm – seiner, sie – sie – ihr – ihrer und es – es – ihm – seiner. Im Plural stehen wir – uns – unser, ihr – euch – euer, sie – sie – ihnen – ihrer sowie für die vertrauliche oder höfliche 2. beziehungsweise 3. Person Sie – Sie – Ihnen – Ihrer. Genitivformen wie „Ich gedenke ihrer“ werden im heutigen Deutsch, besonders gesprochen, seltener und durch Präpositionalkonstruktionen wie „Ich schäme mich für dich“ ersetzt. Auch im Englischen gibt es unterschiedliche Subjekt- und Objektformen, etwa I/me und we/us.
In Pro-Drop-Sprachen kann das Subjekt entfallen, weil Person und Numerus an der Verbform erkennbar bleiben. Dazu gehören beispielsweise Spanisch und Italienisch. Im Japanischen werden Personalpronomina, besonders in höflicher Kommunikation, häufig vermieden. Stattdessen verwendet man Namen, Namenssuffixe wie -san, Rollenbezeichnungen wie sensei „Lehrer(in)“ oder Titel. Auch spezielle Ausdrücke für die eigene oder die fremde Firma und für andere soziale Rollen können an die Stelle eines Pronomens treten. Eine ähnliche, heute vor allem in Geschäftsbriefen erhaltene Tendenz gab es im Persischen vom 16. bis 19. Jahrhundert.
Preferred Gender Pronouns (PGP) sind die Personalpronomina, deren Verwendung eine Person für die Bezugnahme auf sie wünscht. Sie werden besonders im universitären Bereich und in sozialen Medien angegeben. Neben she – her – hers und he – him – his kommen etwa ze – hir – hirs oder they – them – theirs vor. Manche nicht-binäre Personen wünschen, dass Pronomina vermieden und stattdessen ihre Namen verwendet werden.
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