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Privates Gut
Private Güter (oder Individualgüter) sind in der Wirtschaftswissenschaft Güter, die von einem Wirtschaftssubjekt auf dem Gütermarkt nachgefragt werden …
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Grundidee privater Güter
Private Güter, auch Individualgüter genannt, sind in der Wirtschaftswissenschaft Güter, die einzelne Wirtschaftssubjekte auf dem Gütermarkt nachfragen können. Andere Wirtschaftssubjekte können rechtlich oder faktisch von der Nutzung desselben konkreten Gutes ausgeschlossen werden. Der Gegensatz dazu sind Gemeingüter.
Private Güter werden dadurch bestimmt, dass zwei Merkmale gleichzeitig vorliegen: Ausschließbarkeit Dritter und Rivalität im Konsum. Ausschließbarkeit bedeutet, dass andere Personen vom Gebrauch eines Gutes ausgeschlossen werden können. Rivalität im Konsum bedeutet, dass die Nutzung durch eine Person die Nutzungsmöglichkeiten anderer Personen verringert oder verhindert.
In der Einteilung der Güterarten stehen private Güter neben öffentlichen Gütern, Allmendegütern und Klubgütern. Bei privaten Gütern liegen sowohl Exklusionsgrad = 1 als auch Rivalitätsgrad = 1 vor. Als einfaches Beispiel nennt die Übersicht Speiseeis: Wer es kauft und isst, kann andere davon ausschließen, und es steht danach nicht mehr für andere zur Verfügung.
Abgrenzung nach Ausschließbarkeit und Rivalität
Öffentliche und private Güter werden nach zwei Kriterien unterschieden: Ausschließbarkeit und Rivalität. Die Ausschließbarkeit wird mit dem Exklusionsgrad beschrieben. Ein Exklusionsgrad von „null“ bedeutet, dass niemand vom Konsum ausgeschlossen werden kann. Die Rivalität wird mit dem Rivalitätsgrad beschrieben. Ein Rivalitätsgrad von „null“ bedeutet, dass es im Konsum keine Rivalität gibt.
Bei privaten Gütern ist Ausschließbarkeit vorhanden: Andere Nachfrager können vom Konsum des konkreten Gutes ausgeschlossen werden. Außerdem liegt Rivalität vor: Mehrere Nachfrager konkurrieren um dasselbe Gut oder um seinen Nutzen. Deshalb können private Güter grundsätzlich einzelnen Personen zugeordnet und über Märkte verteilt werden.
Die Übersicht im Artikel zeigt die vier Grundtypen: Bei Exklusionsgrad = 0 und Rivalitätsgrad = 0 handelt es sich um ein öffentliches Gut, zum Beispiel einen Deich. Bei Exklusionsgrad = 0 und Rivalitätsgrad = 1 handelt es sich um ein Allmendegut, zum Beispiel eine überfüllte Innenstadtstraße. Bei Exklusionsgrad = 1 und Rivalitätsgrad = 0 handelt es sich um ein Klubgut, zum Beispiel Pay-TV. Bei Exklusionsgrad = 1 und Rivalitätsgrad = 1 handelt es sich um ein privates Gut, zum Beispiel Speiseeis.
Typische Beispiele
Private Güter rivalisieren im Konsum und können deshalb marktwirtschaftlich auf dem Gütermarkt angeboten werden. Dabei gilt das Ausschlussprinzip des Marktpreises: Wer den geforderten Preis nicht zahlen will oder nicht zahlen kann, wird vom Erwerb und damit vom Konsum ausgeschlossen.
Das wird besonders bei sehr teuren Gütern deutlich, etwa bei Luxusgütern. Nachfrager, die nicht bereit sind, den hohen Preis zu zahlen, scheiden aus. Der Preis wirkt also als Mittel der Ausschließbarkeit.
Rivalität zeigt sich, wenn mehrere Nachfrager gleichzeitig dasselbe Gut wollen, aber nur noch ein Exemplar verfügbar ist. Liegt zum Beispiel nur noch ein einziger Artikel im Regal, bekommt ihn die Person, die zuerst zugreift. Für die anderen bleibt eine Regallücke. Typische Beispiele für private Güter sind Hausrat, Kleidung und Lebensmittel.
Bedeutung für Märkte und Ressourcen
Die meisten Produkte und Dienstleistungen gehören zu den privaten Gütern. Dazu zählen Rohstoffe, Grundstoffe, Vorleistungsgüter, Halbfertigfabrikate, Zwischenprodukte und Fertigerzeugnisse. Sie werden auf dem Gütermarkt oder Dienstleistungsmarkt gehandelt.
Ihre Produktion wird durch den Preis- und Marktmechanismus reguliert. Unternehmen, die sich an Gewinnmaximierung orientieren, produzieren Güter effizient und stellen nur solche Güter her, die auch nachgefragt werden. Unter diesen Bedingungen sieht der Artikel die Voraussetzungen für eine optimale Ressourcenallokation als erfüllt an. Ressourcenallokation bedeutet die Verteilung knapper Produktionsmittel auf verschiedene Verwendungen.
Private Güter können nur von den Marktteilnehmern genutzt werden, die den Marktpreis bezahlen. Die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager zeigt an, wie groß der Nutzen eines Gutes aus Sicht der Verbraucher ist. Der Preis spiegelt damit die Präferenzen der Verbraucher wider, also ihre Vorlieben und Bewertungen.
Abgrenzung zu öffentlichen Gütern
Öffentliche Güter unterscheiden sich grundlegend von privaten Gütern. Bei ihnen gibt es weder Ausschließbarkeit noch Rivalität. Als Beispiel nennt der Artikel Landesverteidigung. Niemand kann sinnvoll vom Schutz ausgeschlossen werden, und der Schutz einer Person verringert nicht unmittelbar den Schutz anderer Personen.
Weil öffentliche Güter nicht nach dem gleichen Prinzip wie private Güter über den Markt angeboten werden können, spricht der Artikel von Marktversagen. In solchen Fällen muss der Staat korrigierend in den Markt eingreifen oder diese Güter selbst bereitstellen. Dadurch wird deutlich, warum die Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Gütern für Wirtschaftspolitik und Marktordnung wichtig ist.