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Preissystem der Deutschen Bahn
Das Preissystem der Deutschen Bahn (kurz BBDB für Beförderungsbedingungen Deutsche Bahn) ist ein Tarifsystem, das bei Verbindungen zur Anwendung kommt, …
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Kern des Preissystems
Das Preissystem der Deutschen Bahn, kurz BBDB für Beförderungsbedingungen Deutsche Bahn, ist ein Tarifsystem für Verbindungen, die ganz oder teilweise im Schienenpersonenfernverkehr der Deutschen Bahn zurückgelegt werden. Bis 2021 galt es auch im Schienenpersonennahverkehr der DB und anderer Eisenbahnunternehmen. Seit dem 1. Januar 2022 werden keine Fahrkarten mehr angeboten, die nur im Nahverkehr gültig sind; dafür gilt der Deutschlandtarif.
Das System unterscheidet mehrere Produktklassen. Zur höchsten Klasse gehören ICE, ICE Sprinter, TGV, Railjet und ECE; zur Produktklasse IC/EC gehören IC, EC, D, EN und NJ; zur Produktklasse C gehören unter anderem IRE, RE, FEX, MEX, RB und S-Bahn. Ein Fahrschein wird immer nach der höchsten genutzten Produktklasse berechnet. Wird auf einem Teilstück ein ICE genutzt, gilt für die gesamte Strecke der ICE-Preis. Wird IC/EC genutzt, aber kein ICE, gilt die Produktklasse IC/EC.
Im Fernverkehr gelten Tarife, sobald mindestens auf einer Teilstrecke ein Fernzug wie ICE, IC, EC oder EN benutzt wird. Dort werden Relationspreise verwendet: Für Verbindungen zwischen bestimmten Fernverkehrstarifpunkten ist ein Preis festgelegt. Dieser ist grundsätzlich entfernungsabhängig, berücksichtigt aber auch Komfort, Streckengeschwindigkeit und Reisezeit. Ein Beispiel ist Köln–Frankfurt: Die Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main ist kürzer als die linke Rheinstrecke, kostet aber mehr, weil der ICE dort bis zu 300 km/h fährt und nur etwa die halbe Fahrzeit benötigt.
Kauf und Nutzung von Fahrkarten
Fahrkarten der Deutschen Bahn können auf verschiedenen Wegen gekauft werden: am Schalter, am Automaten, in Video-Reisezentren, in DB-Service-Stores, telefonisch, teilweise in Nahverkehrszügen, in Reisebüros mit DB-Lizenz, im Internet als Online-Ticket, im DB Navigator für Android und iOS oder als Handyticket. In Nachtreisezügen wie EuroNight und Nightjet verkauft auch das Zugbegleitpersonal Fahrkarten, allerdings nur, wenn noch freie Plätze vorhanden sind, weil diese Züge reservierungspflichtig sind.
Früher gab es für bestimmte Vertriebswege zusätzliche Kosten. Eine 2008 geplante Bediengebühr von 2,50 Euro für Schalter- oder Telefonkäufe wurde nach Kritik nicht eingeführt. Für Zahlungen per PayPal und teils Kreditkarte erhob die Bahn ab 2014 im innerdeutschen Fernverkehr etwa 1 Prozent Aufschlag; 2018 wurde dieser Aufschlag wegen einer EU-Richtlinie abgeschafft.
Bis 2021 konnten im Fernverkehr Fahrkarten an Bord gekauft werden. Dafür fiel seit dem 1. Januar 2001 ein Aufpreis an, zuletzt 17,00 Euro in ICE, IC und EC. Seit 2022 ist der Fahrkartenkauf im Zug nicht mehr möglich. Stattdessen können Reisende bis zu zehn Minuten nach Abfahrt des Zuges ein Handy- oder Onlineticket über DB Navigator oder die Website kaufen; dabei gilt der normale Flexpreis abzüglich eines möglichen BahnCard-Rabatts.
Flexpreis und Sparpreise
Der Flexpreis ist die Grundlage vieler Preisberechnungen. Er kann bis kurz vor Fahrtantritt gebucht werden und ist nicht an ein begrenztes Kontingent oder an bestimmte Fernverkehrszüge gebunden. Bis Dezember 2015 hieß er Normalpreis. Flexpreise werden auf volle 10 Cent gerundet und können durch BahnCard-Rabatte reduziert werden. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2016 variieren Flexpreise je nach Reisetag; außerdem gilt ein Flexpreis-Fahrschein ab dem ersten Geltungstag auch noch am Folgetag. Seit 2024 gelten für Umbuchung und Erstattung strengere Regeln: bis 8 Tage vor dem ersten Geltungstag kostenlos, vom 7. bis 1 Tag vorher 10 Euro, ab dem ersten Geltungstag 30 Euro. Seit Juni 2025 ist die Stornierung bis 1 Tag vor dem ersten Geltungstag wieder kostenfrei.
Der Flexpreis Plus existierte von Oktober 2020 bis 30. September 2023. Er galt zunächst nur in der 1. Klasse, ab 2021 in beiden Klassen. Er war einen Tag vor und bis zu zwei Tage nach dem ersten Geltungstag gültig, also insgesamt vier Tage, und konnte während der Gültigkeit kostenlos storniert werden. In der 2. Klasse enthielt er erstmals wie in der 1. Klasse eine kostenlose Sitzplatzreservierung.
Sparpreise sind kontingentiert, also nur in begrenzter Zahl verfügbar, und orientieren sich an der erwarteten Auslastung. Seit 1. Januar 2010 gibt es den heutigen Sparpreis als Nachfolger des Dauer-Spezial-Angebots. Er gilt immer für eine einfache Fahrt, bei der mindestens ein Fernverkehrszug genutzt werden muss. Im Fernverkehr besteht Zugbindung, im Nahverkehr vor oder nach den gebuchten Zügen nicht. Der Preis lag ursprünglich in der 2. Klasse zwischen 19 und 139,90 Euro und in der 1. Klasse zwischen 29 und 199,90 Euro; bestimmte günstige Preise wurden nur bis 250 km ausgegeben.
Seit 1. August 2018 gibt es den Super Sparpreis. Er ist nicht unbedingt sehr günstig, denn der Preis steigt meist mit der Auslastung und mit näher rückendem Reisetermin und kann fast das Niveau des Flexpreises erreichen. Der normale Sparpreis kostet für dieselbe Verbindung mindestens 4 Euro mehr als der Super Sparpreis, ist aber bis zum Tag vor der Reise gegen 10 Euro Gebühr stornierbar; der Rest wird als drei Jahre gültiger Gutschein ausgegeben. Der Super Sparpreis ist regulär nicht stornierbar. Seit Dezember 2021 gibt es jedoch eine Sofortstornierung nach dem Kauf fast aller Fahrkarten; bis 2024 galt dafür eine Frist von zwölf Stunden, seitdem drei Stunden. Für junge Menschen unter 27 Jahren gibt es dauerhaft den Sparpreis Young und Super Sparpreis Young, letzterer ab 12,90 Euro, mit BahnCard ab 9,65 Euro.
Rabatte und Zusatzleistungen
Ein zentraler Rabatt ist die BahnCard. Seit August 2003 gibt es BahnCard 25, BahnCard 50 und BahnCard 100, jeweils für 1. und 2. Klasse. BahnCard 25 und BahnCard 50 werden nur im Abonnement angeboten. Die BahnCard 25 gibt 25 Prozent Rabatt auf den Flexpreis und kann mit allen Sparpreisen kombiniert werden. Die BahnCard 50 gibt 50 Prozent Rabatt auf den normalen Fahrpreis und seit August 2016 auch 25 Prozent Rabatt auf Sparpreise im Fernverkehr. Für junge Menschen von 6 bis einschließlich 26 Jahren gibt es My BahnCard 25 und My BahnCard 50. Die BahnCard 100 berechtigt zu beliebig vielen Fahrten in fast allen Zügen der Deutschen Bahn und verbundener regionaler Partnerunternehmen; sie enthält auch die City-Ticket-Funktion.
Kinder unter sechs Jahren reisen kostenlos und benötigen keine Fahrkarte. Kinder von sechs bis einschließlich 14 Jahren fahren kostenlos mit, wenn sie von einer Person begleitet werden, die mindestens 15 Jahre alt ist. Reisen sie allein, zahlen sie 50 Prozent des Flex- oder Sparpreises. Nach Unternehmensangaben reisen jährlich 35 Millionen Kinder kostenlos mit der Deutschen Bahn.
Das City-Ticket wurde am 14. Dezember 2003 eingeführt. Es erlaubt bei bestimmten Fernverkehrsfahrkarten die Nutzung von Verbund-Verkehrsmitteln wie Bus, S- und U-Bahn, Straßenbahn oder Nahverkehrszügen im Stadtgebiet. Voraussetzung war grundsätzlich eine einfache Entfernung von mehr als 100 Kilometern und mindestens eine Teilstrecke im ICE, IC oder EC. Seit 1. August 2018 war das City-Ticket im Sparpreis und Flexpreis auch ohne BahnCard enthalten, nicht aber im Super Sparpreis. Seit dem 10. Dezember 2023 wird es nur noch für Flexpreise ausgegeben. Erkennbar ist es am Zusatz „+City“. Wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind, können unter dem Namen „DB City mobil“ Verbund-Fahrkarten für den Zielort dazugebucht werden.
Die Fahrradmitnahme ist im Fernverkehr in vielen Zügen möglich, aber nicht im ICE 1, ICE 2 und ICE 3, wohl aber im ICE 3neo. Sie kostet abhängig von Entfernung, Buchungstag und Auslastung zwischen 7,99 und 14,99 Euro und erfordert im Fernverkehr eine Stellplatzreservierung. Im Nahverkehr kostet die Fahrradtageskarte im Allgemeinen 6,00 Euro, es gibt aber je nach Bundesland und Verbund abweichende Regelungen. In der BahnCard 100 ist die Fahrradmitnahme in Nah- und Fernverkehr preislich enthalten; im Fernverkehr ist trotzdem eine kostenlose Reservierung nötig.
Nahverkehr, Europa und Kritik
Der frühere Nahverkehrstarif der Produktklasse C war direkt von der Entfernung abhängig, wobei der Preis mit wachsender Entfernung langsamer stieg. Er galt in Regionalbahn, Regional-Express, Interregio-Express und S-Bahn der Deutschen Bahn sowie normalerweise auch bei privaten Bahnen. Wegen der zunehmenden Bedeutung von Verkehrsverbünden und Landestarifen war der DB-Nahverkehrstarif zuletzt nur noch dort erhältlich, wo kein Verbund- oder Landestarif galt oder Verbundgrenzen überschritten wurden. Am 1. Januar 2022 wurde er durch den Deutschlandtarif ersetzt.
Zu den besonderen Nahverkehrsangeboten gehörte das Schönes-Wochenende-Ticket von 1995 bis 2019. Es war ein Netzfahrschein für Regionalzüge und kostete 2019 44 Euro für die erste Person plus je sechs Euro pro Mitfahrer. Das Quer-durchs-Land-Ticket gilt deutschlandweit in IRE, RE, RB, S-Bahn und bestimmten Privatbahnen; es kostet 46 Euro für die erste Person und neun Euro pro Mitfahrer. Ländertickets erlauben bis zu fünf Personen beliebig viele Fahrten in einem oder mehreren Bundesländern mit Regionalzügen und oft auch Verbundverkehrsmitteln.
Für Europareisen nennt der Artikel mehrere Angebote. Der Sparpreis Europa, früher Europa-Spezial, gilt für einfache Fahrten in bestimmte Länder wie Dänemark, Niederlande, Belgien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Tschechien, Slowakei und Italien unter bestimmten Bedingungen. Der Grenzübertritt muss in einem Fernverkehrszug erfolgen. Je nach Verfügbarkeit kostet er ab 39 Euro, mit BahnCard 25 gibt es 25 Prozent Rabatt; auf grenznahen Strecken gibt es Angebote ab 19 Euro. Weitere genannte Angebote sind Rail Plus, Interrail, EUREGIO-Tickets, Pauschalpreise für bestimmte internationale Züge und frühere Angebote wie London-Spezial oder SparNight.
Kritisiert wird vor allem die Komplexität des Tarifsystems. Teilweise können zwei getrennte Fahrscheine günstiger sein als ein durchgehendes Ticket, oder eine längere Strecke kann billiger sein als die tatsächlich genutzte. Auch Kombinationen aus Sparpreisen und Regionaltickets können günstiger sein, werden aber von den Auskunftssystemen der DB nicht ohne Weiteres angezeigt. Bei getrennten Tickets können jedoch Probleme mit Fahrgastrechten entstehen, weil getrennte Beförderungsverträge vorliegen. Außerdem wird kritisiert, dass hohe Preise Gelegenheitsfahrer ohne BahnCard abschrecken und Sparpreise mit Zugbindung die Flexibilität einschränken.