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Post-Suburbanisierung
Postsuburbanisierung ist ein der Suburbanisierung zeitlich folgender Aspekt der Stadtentwicklung, der die Abwanderung zentraler
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Kernbegriff
Post-Suburbanisierung oder Postsuburbanisierung bezeichnet einen Aspekt der Stadtentwicklung, der zeitlich auf die Suburbanisierung folgt. Gemeint ist vor allem die Abwanderung zentraler Dienstleistungen aus der Kernstadt in das Umland. Das Ergebnis dieses Prozesses wird Postsuburbia genannt.
Wichtig ist der Begriff, weil er beschreibt, dass das Umland einer Stadt nicht mehr nur aus Wohngebieten besteht, die von der Kernstadt abhängig sind. Stattdessen entstehen dort eigene Arbeits-, Versorgungs- und Dienstleistungsstandorte. Dadurch verändert sich die räumliche Ordnung einer Stadtregion grundlegend.
Vom Zentrum zum Verbund
In Mittelalter und früher Neuzeit wurde Stadt und Land stark getrennt gedacht. Diese Stadt-Land-Dichotomie wird im Artikel mit der Formel „Bürger und Bauer scheidet die Mauer“ beschrieben. Später entwickelte sich daraus ein Stadt-Land-Kontinuum: Die Kernstadt stand im Zentrum, dort lagen die wichtigsten Funktionen, während ein suburbaner Ring vor allem aus Wohnvierteln bestand.
Die Bedeutung einer Agglomeration gegenüber ihrem Umland wurde als Zentralität gemessen. Zentralität meint hier die Zahl und Bedeutung „zentraler“ Güter und Dienstleistungen im Stadtkern. Je mehr wichtige Angebote im Zentrum lagen, desto stärker war die Kernstadt gegenüber dem Umland.
Merkmale der Postsuburbia
Im ausgehenden 20. Jahrhundert begann sich die ältere Struktur aufzulösen. An die Stelle einer klar dominierenden Kernstadt mit ergänzendem Umland trat zunehmend ein regionaler Stadt-Land-Verbund. Viele zentrale Dienste wanderten in das Umland ab.
Zu diesen Diensten gehören Einzelhandel in Form von Einkaufszentren, Gewerbeparks, Dienstleistungsbetriebe, (Privat-)Universitäten und andere Einrichtungen. Umlandgemeinden sind deshalb heute meist nicht mehr nur funktionale Ergänzungsräume der Kernstadt. Sie werden selbst zu aktiven Arbeits- und Versorgungsgemeinden. Zugleich nimmt ihre soziale Heterogenität zu, das heißt, die Bevölkerung wird sozial vielfältiger.
Deutungen und Beispiele
Die post-suburbane, polyzentrische Form kann als Begleiterscheinung größerer gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Veränderungen verstanden werden. Dazu zählen verstärkte Globalisierung, der Übergang zum Postfordismus und die Ausdifferenzierung von Lebensstilen. Polyzentrisch bedeutet, dass eine Stadtregion nicht mehr nur ein einziges Zentrum hat, sondern mehrere wichtige Standorte.
Zugleich verändert sich die Bedeutung von (Post-)Suburbia als Investitionsziel und als Ort neoliberaler Governance. Ein Beispiel sind Cluster der Hochtechnologieentwicklung und -produktion, etwa das Silicon Valley. Der Historiker Robert Fishman prägte dafür 1987 den Begriff Technoburb. Roger Keil interpretiert den Bedeutungswandel von Suburbia nicht in erster Linie als Erfolg einer bestimmten Siedlungsform, sondern als Folge einer Vermischung aller Stadtformen zu einem post-suburban complex.
Verwandte Konzepte
Auch andere aus Nordamerika stammende Konzepte postmoderner Stadtentwicklung beschreiben die funktionale Weiterentwicklung des städtischen Umlands. Dazu gehören die Edge City und die Exopolis nach Edward Soja. Beide Begriffe zielen darauf, neue Formen einer „suburbanen Urbanität“ zu erfassen, also städtische Funktionen und Lebensweisen im suburbanen Raum.
Im deutschen Kontext ist besonders der Ansatz der Zwischenstadt wichtig. Er ist stärker vom städtebaulichen Fachdiskurs geprägt. Im europäischen Vergleich zeichnet er sich dadurch aus, dass er die verstädterte Kulturlandschaft als identitätsstiftendes Bindeelement verschiedener Siedlungs- und Bebauungsformen betrachtet.