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Pilgerweg

Ein Pilgerweg ist die Reisestrecke, die Wallfahrer auf einer Wallfahrt (Pilgerfahrt) zurücklegen, um an das Ziel – meist ein heiliger Ort – zu gelangen.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Bedeutung
  2. 2. Christliche Pilgerwege
  3. 3. Weitere Verwendungen und Religionen

Begriff und Bedeutung

Ein Pilgerweg ist die Reisestrecke, die Wallfahrer auf einer Wallfahrt oder Pilgerfahrt zurücklegen, um ein Ziel zu erreichen, meist einen heiligen Ort. Pilgerorte können Ortschaften wie Jerusalem, Rom, Santiago de Compostela, Lourdes oder Einsiedeln sein. Ebenso können bestimmte Landschaftspunkte, etwa ein Berg, eine Quelle, ein Brunnen, eine Höhle oder ein Heiligtum, als Ziel dienen.

Entlang eines Pilgerwegs gibt es häufig Stationen des Innehaltens. Dort können Gebete gesprochen oder Gottesdienste gefeiert werden. In der traditionellen religiösen Auffassung sind der Weg und das Gehen meist nicht selbst entscheidend oder verpflichtend; religiöse Bedeutung haben vor allem der Zielort und die dort ausgeführten Riten. Durch das moderne Fußpilgern, besonders auf Jakobswegen, wurde der Weg mit seinen Erfahrungen unterwegs jedoch zu einem zentralen Bestandteil des Pilgerns.

Christliche Pilgerwege

Im Mittelalter galten Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela als die drei Hauptpilgerorte der Christenheit. Große Pilgerorte entstanden an den vermeintlichen Gräbern wichtiger Apostel. Der heute berühmteste christliche Pilgerweg ist der Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Ein weiterer sehr alter Weg ist die Via francigena. Sie führt von Canterbury über Frankreich und die Schweiz nach Rom. Über den Jerusalemweg sind diese Wege auch mit Jerusalem verbunden. Deshalb können einzelne Wegabschnitte zugleich als Jakobsweg und als Pilgerweg zu einem anderen Ort gelten. Zusammen mit ihren Zuwegen bilden die Hauptwege ein Netz alter Pilgerrouten, das ganz Europa durchzieht.

Heute gibt es in fast allen europäischen Ländern Jakobsgesellschaften, die den Jakobsweg erforschen und pflegen. In Deutschland übernimmt diese Aufgabe für historische Pilgerrouten die Deutsche St. Jakobus-Gesellschaft e. V.; in der Schweiz ist dafür die Vereinigung der Freunde des Jakobsweges zuständig.

Weitere Verwendungen und Religionen

Im Christentum wird der Ausdruck „Pilgerweg“ auch übertragen verwendet. Weil Christen sich als „auf dem Weg“ befindlich verstehen, werden pfarrliche und diözesane Entwicklungskonzepte manchmal so bezeichnet. Beispiele sind der „Pilgerweg des Vertrauens auf der Erde“ der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé und das Projekt „Pilgerweg Loccum–Volkenroda“ der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. 1987 führte während des Olof-Palme-Friedensmarsches auf Anregung der Aktion Sühnezeichen ein mehrtägiger Pilgerweg vom KZ Ravensbrück zum KZ Sachsenhausen. Die Route erinnerte an die Todesmärsche von KZ-Häftlingen 1945.

Auch andere Religionen kennen Pilgerwege. Im Islam führt ein wichtiger Pilgerweg von Mekka nach Medina und steht im Zusammenhang mit dem Haddsch. Im Buddhismus bezeichnet Junrei Pilgerwege in Japan; Kora ist die Bezeichnung für tibetische Pilgerwege. Die wichtigste schamanische Pilgerschaft Nepals findet während der Monsunzeit, „Saun“, zum Kali-Shiva-Heiligtum auf dem Kalinchok statt, das auf 3810 m liegt.

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