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Phrygischer Modus
Die Tonart e-Phrygisch enthält die Stammtöne der westlichen Musik, denen auf Tasteninstrumenten die weißen Tasten entsprechen. ... Universität Zürich, 2007, …
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Definition und Bedeutung
Der phrygische Modus, kurz Phrygisch, ist eine Tonart beziehungsweise modale Tonleiter. Ursprünglich bezeichnete der Begriff eine Oktavgattung des altgriechischen Systema Téleion. Im mittelalterlichen System der Kirchentöne war Phrygisch der dritte Ton, der deuterus authenticus. Er war durch den Ambitus e–e¹, die Repercussa c¹ und die Finalis e gekennzeichnet.
Wegen seiner besonderen Klangwirkung konnte sich die Tonart relativ lange neben den später entstandenen Dur- und Molltonarten behaupten. Heute versteht man unter Phrygisch, etwa im modalen Jazz, häufig nur noch eine modale Tonleiter mit einer bestimmten Intervallstruktur.
Tonleiter und Klangcharakter
Die dritte Stufe der phrygischen Tonleiter bildet eine kleine Terz zum Grundton. Deshalb wirkt der Modus mollähnlich. Zwischen der ersten und zweiten sowie zwischen der fünften und sechsten Stufe liegt jeweils ein Halbtonschritt; alle übrigen benachbarten Stufenabstände sind Ganztonschritte.
Die Tonart e-Phrygisch besteht aus den Stammtönen der westlichen Musik, also aus den Tönen, die auf einem Tasteninstrument den weißen Tasten entsprechen. Sie unterscheidet sich von e-Moll durch die erniedrigte zweite Stufe. Dieser charakteristische Abstand wird „phrygische Sekunde“ genannt.
In reiner Stimmung lautet die phrygische Tonleiter in Eulerschreibweise: ,e f g (,,gis) ,a ,h c ,d ,e'.
Verwendung in der klassischen Musik
Einige Komponisten verwenden den phrygischen Modus gezielt, um bestimmte Wirkungen zu erzielen. Beispiele sind die weltliche Chormusik Drei Madrigale nach Worten des jungen Werthers von Arnold Mendelssohn und die geistliche Chormusik, insbesondere die Johannes-Passion von Heinrich Schütz. Ein weiteres im Artikel genanntes Tonbeispiel ist der phrygische Schluss.
Verwendung in Popmusik und anderen Musikkulturen
In der Popmusik war die phrygische Tonleiter besonders im Psychedelic Rock verbreitet. Dort verband sich ihr orientalischer Charakter mit dem Hang zum Exotischen in der Hippie-Kultur. Phrygische Intervalle werden unter anderem in „Set the Controls for the Heart of the Sun“ von Pink Floyd, „White Rabbit“ von Jefferson Airplane und „So Cold the Night“ von The Communards verwendet. Auch die Metal-Band Metallica nutzt den phrygischen Modus häufig.
Der Modus ähnelt dem indischen Raga Bhairavi. In der arabischen Musik ist er als kurdischer Modus oder Beyat bekannt und wird auch in der populären Musik eingesetzt. Dabei kann der zweite Tetrachord, also die zweite Vier-Ton-Gruppe, leicht verändert werden. In der klassischen türkischen Musik besteht neben dem Makam Kürdî eine Ähnlichkeit mit dem Makam Uşşak. Beim Makam Uşşak liegt der zweite Ton jedoch etwas höher als bei Kürdî, wodurch sich Uşşak einer Molltonart annähert.