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Personanz (Musik)
Jahrhunderts und bezeichnet den Sonanzcharakter eines Mehrklanges (Zwei-, Drei-, Vier-, Fünfklang) als Begriff zwischen Konsonanz und Dissonanz.
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Definition und Bedeutung
Personanz ist ein Begriff der musikwissenschaftlichen Analyse für den Sonanzcharakter eines Mehrklangs, also eines Zwei-, Drei-, Vier- oder Fünfklangs. Sie liegt zwischen Konsonanz und Dissonanz und dient besonders zur Beschreibung der Neuen Musik und der modernen Tonalität des 20. Jahrhunderts.
Der Sonanzcharakter beschreibt das Verhältnis von Rauigkeit und Verschmelzung innerhalb eines Klangs. Personante Klänge sind spannungshaltig, wirken aber dennoch klar. In ihnen bleiben grundlegende Tonbeziehungen trotz der komplexeren Klanggestalt hörbar.
Personanz in der modernen Tonalität
Die moderne Tonalität gilt als vorwiegend personant orientiert. Anders als eine funktionale, auf Dreiklängen und Kadenzen beruhende Tonalität kann sie unabhängig vom funktionalen Dreiklang und ohne Kadenz dargestellt werden. Sie bildet ein Kräftespiel verwandter Tonelemente, das auf Schwerpunkte und zentrale Tonfelder ausgerichtet ist.
Personante Klänge stellen Tonverwandtschaften zweiten Grades dar. Ihre elementaren Beziehungen, etwa Terz-, Quint- und Oktav-Verhältnisse, „tönen“ gewissermaßen durch die komplexere Klanggestalt hindurch. Personanz bezeichnet daher weder bloß das Gegenteil von Konsonanz noch eine Funktionsdissonanz, also eine Dissonanz mit einer bestimmten harmonischen Auflösungsfunktion.
Regeln und Beispiele
Als personant gelten alle nichtkonsonanten Mehrklänge, die ausschließlich „reine“, „große“ oder „kleine“ Intervalle enthalten. Verminderte und übermäßige Intervalle dürfen nicht vorkommen.
Wilhelm Keller ordnete diatonische Sekunden und Septimen der Personanz zu. Bei der Sekunde c–d tönt nach seiner Erklärung die Doppelquinte c–g–d hindurch. Bei der Septime c–h ist der Quint-Terz-Klang c–g beziehungsweise e–h als zugrunde liegende Beziehung hörbar.
Entstehung und Verwendung
Der Begriff entstand in den 1950er-Jahren. Der Universitätsprofessor und Komponist Wilhelm Keller stellte ihn 1959 auf dem „Kieler Kongress“ des Instituts für Neue Musik und Musikerziehung (INMM) dar. Die Referate wurden 1960 vom Sender Freies Berlin ausgestrahlt und als Kongressbericht in der Reihe „Stilkriterien der Neuen Musik“ veröffentlicht.
Als bewusst eingesetztes Stilmerkmal erschienen personante Strukturen nach Arnold Schönberg zunächst bei Igor Strawinsky und später bei Béla Bartók, Sergei Sergejewitsch Prokofjew und weiteren Komponisten dieser Generation. Einen ausgeprägten Personalstil prägten sie unter anderem bei Joseph Suder, Carl Orff, Paul Hindemith, Johann Nepomuk David und Harald Genzmer. Personanzklänge unterscheiden sich wesentlich von den atonalen Strukturen der Schönberg-Schule.