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Periodisierung der japanischen Geschichte
Die Periodisierung der japanischen Geschichte (japanisch 日本史時代区分表, Nihonshi jidai kubunhyō) orientiert sich an den innerjapanischen kulturellen und …
Inhalt5 Abschnitte
Grundprinzip der Periodisierung
Die Periodisierung der japanischen Geschichte ordnet die Geschichte vor allem nach innerjapanischen kulturellen und politischen Entwicklungen sowie nach den jeweils herrschenden Herrscherhäusern. Ihre Grenzen stimmen daher nicht notwendigerweise mit westlichen Einteilungen überein. Die wichtigsten Abschnitte reichen von der prähistorischen Zeit über Altertum, Mittelalter und Neuzeit bis zur Moderne und Gegenwart.
Die Epochen werden durch charakteristische politische Veränderungen, kulturelle Entwicklungen, Herrschaftsformen, Kriege und gesellschaftliche Umbrüche bestimmt. Teilweise überschneiden sich größere Epochen mit kürzeren Zwischenperioden, etwa der Fujiwara- und der Insei-Zeit innerhalb der Heian-Zeit oder der Zeit der streitenden Reiche innerhalb der Muromachi-Zeit.
Prähistorische Zeit und Altertum
Die prähistorische Zeit beziehungsweise Urzeit (元始) wird ungefähr auf 7000–300 v. Chr. datiert. Ihre wichtigste Periode ist die Jōmon-Zeit (縄文時代). Sie wurde nach Keramikfunden mit Schnurmuster benannt. Kennzeichnend sind die Entwicklung des Ackerbaus und Einwanderung.
Das Altertum (古代) umfasst ungefähr 300 v. Chr. bis 1185, wobei mehrere Perioden unterschieden werden. In der Yayoi-Zeit (弥生時代, ca. 300 v. Chr.–300 n. Chr.) wurden Reisanbau und Kleinstaaten prägend. Außerdem wird Japan in chinesischen Quellen erwähnt.
Die Kofun- oder Yamato-Zeit (古墳時代, ca. 300–645) ist nach den Kofun, also Hügelgräbern, benannt. Unter dem Yamato-Klan setzte eine Zentralisierung ein. Der Einfluss der chinesischen Kultur nahm zu, und es bestanden Kontakte zu den drei koreanischen Reichen. Auch Bronze gehört zu den genannten Kennzeichen.
Die Asuka-Zeit (飛鳥時代, Ende des 6. Jahrhunderts–710) war durch den Buddhismus, kaiserliche Residenzen in der Asuka-Region, die Taika-Reform und die Herausbildung eines konfuzianischen Staatswesens geprägt. In dieser Zeit wurde außerdem die chinesische Schrift verwendet.
Die Nara-Zeit (奈良時代, 710–794) erhielt ihren Schwerpunkt durch die kaiserlichen Residenzen in Heijō-kyō, dem heutigen Nara, und Nagaoka-kyō. 751 wurde der Große Buddha von Nara errichtet.
In der Heian-Zeit (平安時代, 794–1185) wurde die Hauptstadt nach Heian-kyō, dem heutigen Kyōto, verlegt. Es kam zu einer Blüte der höfischen Kultur, besonders der Dichtkunst und Literatur. Gleichzeitig wurde die Macht des Kaisers allmählich geschwächt, während sich Kriegerfamilien, die bushi, etablierten. Als kürzere Zeitabschnitte werden die Fujiwara-Zeit (866–1160) und die Insei-Zeit (1086–1156) genannt.
Mittelalter und Neuzeit
Das Mittelalter (中世) beginnt mit der Kamakura-Zeit (鎌倉時代, 1185–1333). Minamoto no Yoritomo gründete eine Militärregierung, das Shogunat, mit Sitz in Kamakura. Mongolenangriffe wurden zurückgeschlagen; dabei wird der Begriff Kamikaze genannt. Zugleich entstanden Erneuerungsbewegungen im Buddhismus, und der Burgenbau begann.
Von 1333 bis 1392 bestand die Zeit der Nord- und Südhöfe (南北朝時代). Ihr wesentliches Merkmal war das Schisma der Tennō-Dynastie. Die Muromachi-Zeit (室町時代, 1338–1573) folgte auf das Scheitern der Kemmu-Restauration. Ein neues Shogunat mit Sitz in Muromachi, einem Stadtteil Kyōtos, wurde gegründet. Die Zentralmacht löste sich jedoch zunehmend auf.
Die Zeit der streitenden Reiche, Sengoku (戦国時代, 1477–1573), war durch rivalisierende Kriegsherren, die Daimyō, gekennzeichnet. Sie kämpften um die politische Vorherrschaft.
Die Neuzeit (近世) umfasst zunächst die Azuchi-Momoyama-Zeit (安土桃山時代, 1573–1600). In dieser Zeit kam es zur militärischen Wiedervereinigung. Die christliche Mission gewann starken Einfluss; außerdem verbreiteten sich Tabak und Feuerwaffen. Der Korea-Feldzug, der Imjin-Krieg, scheiterte.
Die Edo- oder Tokugawa-Zeit (江戸時代, 1600–1867) brachte eine neue Militärregierung unter Führung der Tokugawa mit Sitz in Edo. Sie war weitgehend friedlich und von starker Zentralgewalt geprägt. Der Kriegerstand wurde bürokratisiert, und Japan verfolgte eine Isolationspolitik. Die Gesellschaft war ständisch nach dem Modell Shinōkōshō geordnet. Gleichzeitig setzte ein langsamer Niedergang der Samurai ein, während die Städte aufstiegen. Die Künste wurden verfeinert, unter anderem Sadō, Bushidō, ukiyo-e und Kabuki.
Moderne und Gegenwart
Die Moderne (近代) beginnt mit der Meiji-Zeit (明治時代, 1868–1912). Die politische Herrschaft lag nun unter Führung des Tennō in Tōkyō, dem früheren Edo. 1868 wurde der letzte Shōgun Tokugawa Yoshinobu abgesetzt; 1871 wurden die Han abgeschafft. Japan öffnete sich gegenüber dem Westen und modernisierte sich rasch. Zu den wichtigen Kriegen zählen der Erste Japanisch-Chinesische Krieg von 1894–1895 und der Russisch-Japanische Krieg von 1904–1905. Die Kolonisierung Koreas wird für 1905–1945 angegeben.
Die Taishō-Zeit (大正時代, 1912–1926) wird als liberale Epoche bezeichnet. Japan nahm im Ersten Weltkrieg auf Seiten der Alliierten teil und übernahm nach dem Vertrag von Versailles die deutschen Kolonien in China. 1923 erschütterte das Große Kantō-Erdbeben das Land.
Die Shōwa-Zeit (昭和時代, 1926–1989) war zunächst durch Imperialismus geprägt. Japan führte den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg beziehungsweise den Pazifikkrieg 1937–1945 auf Seiten der Achsenmächte. Danach folgten Demokratisierung und Wirtschaftsaufschwung.
Die Besatzungszeit (1945–1952) war durch die eingeschränkte Souveränität Japans gekennzeichnet und endete im Zusammenhang mit dem Friedensvertrag von San Francisco.
Die Heisei-Zeit (平成時代, 1989–2019) begann mit dem Platzen der Bubble Economy. Es folgten eine Bankenkrise, Deflation und eine langsame Revitalisierung der Wirtschaft. Ein weiteres zentrales Ereignis war die Dreifachkatastrophe aus dem Tōhoku-Erdbeben, dem darauf folgenden Tsunami und der Nuklearkatastrophe von Fukushima.
Seit 2019 dauert die Reiwa-Zeit (令和時代) an. Als wichtiges Ereignis wird die COVID-19-Pandemie genannt.
Grundlagen der Einteilung
Die archäologische und die geschichtliche Einteilung verwenden teilweise unterschiedliche Bezeichnungen. Die japanische Altsteinzeit und die Jōmon-Zeit der archäologischen Periodisierung entsprechen in der geschichtlichen Einteilung der Urzeit (元始, genshi). Die Yayoi-Zeit bis zum Ende der Heian-Zeit werden in Japan dem Altertum (古代, kodai) zugerechnet. Jōmon und Yayoi bezeichnen Keramiken; ein Kofun ist ein Hügelgrab.
Von der Asuka-Zeit bis zur Edo-Zeit richtet sich die Einteilung nach der jeweiligen Hauptstadt. Deshalb beziehen sich Namen wie Nara, Heian, Kamakura, Muromachi und Edo auf politische Zentren. Teilweise wird statt des Hauptstadtbezugs der Name des als Shogun regierenden Klans verwendet; die Edo-Zeit heißt daher auch Tokugawa-Zeit.
Ab der Meiji-Zeit entsprechen die Ära-Namen der vom Kaiser gewählten Regierungsdevise. Die Bezeichnungen Meiji, Taishō, Shōwa, Heisei und Reiwa sind somit Regierungsdevisen und zugleich Namen der jeweiligen historischen Abschnitte.
Die Sengoku-Zeit ist nach einer gleichlautenden chinesischen Epoche benannt. In China bezeichnet dieser Name jedoch einen älteren Zeitabschnitt.