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Perfect Day (Lou-Reed-Lied)

Perfect Day ist ein Lied des US-amerikanischen Rockmusikers Lou Reed, das im November 1972 erschien. Das Stück gewann im Laufe der Jahre immer wieder an …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Veröffentlichung
  2. 2. Text und mögliche Bedeutungen
  3. 3. Musikalischer Aufbau
  4. 4. Erfolg der Originalaufnahme
  5. 5. BBC-Neueinspielung von 1997
  6. 6. Weitere Coverversionen

Überblick und Veröffentlichung

„Perfect Day“ ist ein Pop-Rock-Lied des US-amerikanischen Rockmusikers Lou Reed. Es erschien am 8. November 1972 bei RCA Victor auf Reeds zweitem Studioalbum „Transformer“ (Katalognummer LSP-4807) und hat eine Länge von 3:46 Minuten. Reed schrieb sowohl den Text als auch die Musik; David Bowie und Mick Ronson produzierten die Aufnahme. Im Januar 1973 wurde das Lied außerdem als B-Seite der Single „Walk on the Wild Side“ veröffentlicht (Katalognummer 74-0887).

Das Stück erhielt über Jahrzehnte immer wieder neue Aufmerksamkeit, besonders durch Coverversionen, eine erfolgreiche Gemeinschaftsaufnahme der BBC und seine Verwendung in Filmen. 1996 gehörte es zum Soundtrack des britischen Filmdramas „Trainspotting – Neue Helden“. Es gab außerdem dem oscarnominierten Spielfilm „Perfect Days“ von Wim Wenders aus dem Jahr 2023 seinen Titel und ist darin zu hören.

Text und mögliche Bedeutungen

Der Text beschreibt in idealisierter Form einen perfekten Tag und besitzt zunächst eine einfache, romantische Grundstimmung. Seine genaue Bedeutung wird jedoch unterschiedlich ausgelegt. Manche Kommentatoren beziehen ihn auf Lou Reeds intime Beziehung zu seiner späteren ersten Frau Bettye Kronstadt sowie auf seine Schwierigkeiten mit der eigenen Sexualität, mit Drogen und mit seinem Ego. Andere verstehen das Lied als ironische Auseinandersetzung mit Reeds Heroinabhängigkeit und bezeichnen es als „Heroin-Song“. Diese Deutung ist nicht eindeutig belegt und steht neben der romantischen Lesart.

Als Hinweis auf eine dunklere Bedeutung gilt besonders die mehrfach wiederholte Schlusszeile „You’re going to reap just what you sow“, ein Bibelzitat, das mit „Am Ende erntet man, was man sät“ wiedergegeben wird. Nach der Heroin-Deutung bedeutet diese Wendung, dass eine zunächst Glück bringende Droge später ihren Preis fordert.

Musikalischer Aufbau

Die Strophen stehen in A-Moll und verwenden Töne aus der melodischen und der harmonischen Molltonleiter; der Refrain wechselt dagegen nach A-Dur. Eine Tonika ist der Akkord, der das tonale Zentrum eines Stückes bildet. Die ersten fünf Takte der Strophen bestehen aus zwei ii-V-I-Folgen, also Akkordverbindungen von der zweiten über die fünfte zur ersten Stufe. Dabei steht die Kleinschreibung für Moll und die Großschreibung für Dur.

Beide Folgen enden jeweils einen Ganzton tiefer. Dadurch wird die bisherige I-Tonika zur neuen zweiten Stufe IIm. Beim zweiten Turnaround, einer Akkordfolge, die zum Ausgangspunkt zurückführt, steht allerdings ein II-Durakkord anstelle des II-Mollakkords. Das Schema schließt mit IVm-V-I: Auf die Mollsubdominante der vierten Stufe folgen die fünfte Stufe und die Tonika. Damit entsteht eine Vollkadenz in Moll, die auf der Tonika endet.

Anfangs wirken die IIm-V-I-Sequenzen wie ein typisches Jazz-Motiv, das endlos durch absteigende Tonarten führen könnte. Durch die Erhöhung der Terz von IIm zu II bleibt das Lied jedoch streng in seiner Ausgangstonart. Zugleich nutzt es Akkorde, deren Töne aus der melodischen oder harmonischen Molltonleiter stammen. In der Ausgangstonart lautet der Akkordablauf der Strophen: Im–IV–VII–III–bVI–IVm–V.

Erfolg der Originalaufnahme

Bei seiner ursprünglichen Veröffentlichung wurde „Perfect Day“ in Belgien-Wallonien ein Charthit und erreichte dort im Mai 1973 Rang 43. Nach Lou Reeds Tod gelangte das Lied erstmals postum in weitere nationale Singlecharts: Rang 73 in Österreich, Rang 63 in der Schweiz und Rang 45 im Vereinigten Königreich. In diesen drei Ländern blieb es jeweils eine Woche in der Wertung.

Für Musikverkäufe erhielt die Originalaufnahme Gold in Italien für 25.000 Verkäufe und in Spanien für 30.000 Verkäufe. In Neuseeland wurde sie mit Platin für 30.000 Verkäufe ausgezeichnet, im Vereinigten Königreich mit Platin für 600.000. Die aufgeführten Auszeichnungen entsprechen insgesamt zweimal Gold, zweimal Platin und 685.000 Verkäufen.

BBC-Neueinspielung von 1997

1997 verwendete die BBC „Perfect Day“ für eine aufwendige Kampagne zugunsten der Rundfunkgebühren. In einem Fernseh- und Kinowerbefilm traten neben Lou Reed zahlreiche bekannte Künstler auf, darunter David Bowie, Elton John, Bono und Tom Jones. Die wiederholte Zeile „Ihr werdet ernten, was ihr gesät habt“ wurde dabei auf die Finanzierung der BBC bezogen. Wegen Kritik an den vermeintlich hohen Kosten wurde bekannt, dass jeder Künstler als Zeichen seines Vertrauens in die BBC nur den symbolischen Betrag von 250 Pfund erhalten hatte.

Nach der öffentlichen Kritik veröffentlichte die BBC das Lied im Oktober 1997 als Benefizsingle für „Children in Need“. Jede Textzeile wurde von einem anderen Künstler gesungen; beteiligt waren unter anderem Suzanne Vega, Boyzone, Emmylou Harris, Tammy Wynette, Shane MacGowan, Joan Armatrading, Laurie Anderson, das Brodsky Quartet und das BBC Symphony Orchestra. Zusätzlich enthielt die Veröffentlichung je eine nur von weiblichen und eine nur von männlichen Künstlern gesungene Version. Die BBC produzierte auch eine Weihnachtsfassung des Musikvideos.

Die Gemeinschaftsaufnahme stand im Vereinigten Königreich drei Wochen auf Platz eins und insgesamt 22 Wochen in den Charts. Außerdem erreichte sie Rang 24 in Österreich, Rang 37 in der Schweiz und Rang 54 in Deutschland. Sie verkaufte sich mehr als eine Million Mal und brachte innerhalb von sechs Jahren 2.125.000 Pfund für wohltätige Zwecke ein. Die genannten Verkaufsauszeichnungen umfassen Gold in Belgien für 25.000, Platin in Norwegen für 20.000 und Doppelplatin im Vereinigten Königreich für 1.540.000 Verkäufe; insgesamt werden 1.585.000 ausgezeichnete Verkäufe angegeben.

Der Erfolg führte zu weiteren BBC-Kampagnen: „Future Generations“ erschien im Dezember 1998, anschließend folgten „Shaggy Dog Story“ und im Januar 2000 „Mammals vs. Insects“. Die 2000 live übertragene Musiksendung „A Perfect Night“ endete ebenfalls mit „Perfect Day“. Obwohl Millionen Menschen zusahen, erreichte die begleitende Single Mitte Juni 2000 nur Platz 69.

Weitere Coverversionen

Zahlreiche Künstler nahmen eigene Fassungen auf. Duran Duran veröffentlichten „Perfect Day“ 1995 als Single aus dem Coveralbum „Thank You“ und erreichten damit Platz 28 der britischen Singlecharts. Ebenfalls 1995 erschien ein Duett von Kirsty MacColl und Evan Dando auf „Galore“. Antony Hegarty interpretierte das Lied auf Reeds Wunsch für dessen Album „Raven“ von 2003.

Weitere Studioversionen stammen unter anderem von Glenn Gregory auf dem British-Electric-Foundation-Album „Music of Quality and Distinction Volume 1“ von 1982, T.S.O.L. auf der EP „4 Songs – 2005“, den Leningrad Cowboys auf „Zombie’s Paradise“ von 2006 und der dänischen Metalband Forever Still auf „Breathe in Colours“ von 2019. Dionysis Savvopoulos übernahm die Musik und schrieb für „Μέρα Όμορφη“ („Mera Omorfi“, „Beautiful Day“) einen eigenen Text. Chris Whitley verwendete „Perfect Day“ als Titel seines Albums von 2000. Live wurde das Stück unter anderem von Amanda Palmer und Zemfira 2006, Wolfmother 2008 sowie von Coldplay in einer Akustikversion beim Isle of Wight Festival 2006 gespielt.

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