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Paysafecard

PaysafeCard ist ein elektronisches Zahlungsmittel nach dem Prepaid-Prinzip für Zahlungen im Internet. Derzeit wird PaysafeCard in ungefähr 50 Ländern angeboten.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundprinzip und Bedeutung
  2. 2. Codes und Bezahlvorgang
  3. 3. Konto, App und Karten
  4. 4. Weitere Zahlungsangebote
  5. 5. Gebühren und Sicherheit
  6. 6. Entwicklung des Unternehmens

Grundprinzip und Bedeutung

PaysafeCard ist ein elektronisches Zahlungsmittel für Internetzahlungen nach dem Prepaid-Prinzip: Kundinnen und Kunden bezahlen zuerst einen bestimmten Betrag und erhalten dafür einen 16-stelligen Code mit entsprechendem Guthaben. Dieser wird beim Bezahlen in das PaysafeCard-Zahlungsfenster eines teilnehmenden Online-Shops eingegeben. Dadurch müssen für eine einfache Codezahlung weder Bankkonto- noch Kreditkartendaten übermittelt werden.

PaysafeCard wird in ungefähr 50 Ländern angeboten. Die Codes sind unter anderem an Tankstellen, Kiosken, Postämtern, Lotto-Annahmestellen und im Lebensmitteleinzelhandel erhältlich. Die verfügbaren Werte hängen vom Land ab und liegen meist ungefähr zwischen 5 € und 100 €; im detaillierten Produktangebot werden üblicherweise 10 bis 150 € oder entsprechende Beträge in der Landeswährung genannt. Das Zahlungsmittel wird vor allem für digitale Güter und Dienstleistungen genutzt, beispielsweise für Online-Spiele, Telekommunikation, Unterhaltung, Social Media, Partnervermittlungen und Warengutscheine.

Das Unternehmen wurde 2000 in Wien gegründet. Im August 2015 wurde es vollständig von der Optimal Payments Group übernommen, die sich im November 2015 in Paysafe Group umbenannte. PaysafeCard ist seither eine Marke dieser Gruppe, zu der auch Online-Zahlungsanbieter wie Skrill und Neteller gehören. Weitere Angebote sind unter anderem myPaysafe, die PaysafeCard App, PaysafeCard Mastercard, Paysafecash sowie Account & Card.

Codes und Bezahlvorgang

Standardwerte in der Eurozone sind 10, 25, 50 und 100 €. In Deutschland werden teilweise auch Codes über 15, 20 und 30 € angeboten; in der Schweiz gibt es Werte von 25, 75 und 150 CHF. Beim Einkauf wird der zu zahlende Betrag vom Guthaben abgezogen. Ein Code kann mehrfach verwendet werden, bis sein Guthaben aufgebraucht ist. Das verbleibende Guthaben lässt sich auf der offiziellen Website mit dem 16-stelligen Code abfragen. Vollständig geleerte Codes können nicht erneut aufgeladen oder verwendet werden.

Mehrere Codes lassen sich bei einer Zahlung kombinieren. In fast allen Ländern sind bis zu zehn Codes möglich. Der Höchstbetrag entspricht dort grundsätzlich dem Zehnfachen des höchsten im Land des Webshops angebotenen Codewertes, in der Eurozone üblicherweise 1000 € und in der Schweiz 1500 CHF. In Deutschland gelten wegen verschärfter Geldwäschebestimmungen besondere Grenzen: Es dürfen höchstens drei Codes zu einem Transaktionsbetrag von maximal 30 € kombiniert werden; eine Zahlung von bis zu 100 € mit einem einzelnen Code bleibt möglich. Für größere Beträge und eine einfachere Zusammenführung von Guthaben kann ein myPaysafe-Konto genutzt werden.

Codes dürfen nur direkt im PaysafeCard-Zahlungsfenster eingegeben werden, zu dem der Online-Shop weiterleitet. Sie sind nicht dafür bestimmt, telefonisch, schriftlich oder per E-Mail an einen Anbieter weitergegeben zu werden. Entsprechende Aufforderungen sind in der Regel Betrugsversuche. Auch der Weiterverkauf von Codes ist nicht erlaubt.

Konto, App und Karten

myPaysafe ist ein 2012/2013 eingeführtes, kostenfreies Online-Zahlungskonto, das ausschließlich mit PaysafeCard-Codes aufgeladen werden kann. Mehrere Codes werden darin zu einem gemeinsamen Guthaben zusammengeführt. In Online-Shops erfolgt die Zahlung durch Anmeldung mit Benutzername und Passwort und anschließende Bestätigung des Betrags. Das Konto zeigt außerdem Transaktionen, Aufladungen und Restguthaben an. Für einige Partner, darunter Google Play, kann PaysafeCard nur über myPaysafe verwendet werden. Die Registrierung ist ab 16 Jahren möglich und verlangt den echten Namen sowie korrekte Kontaktdaten; das Konto ist daher nicht anonym.

In den meisten Staaten gibt es die Kontostufen Standard und Unlimited. Für Standard müssen E-Mail-Adresse und Handynummer bestätigt werden. In der Eurozone sind das jährliche Auflade- und Transaktionsvolumen sowie das maximale Guthaben jeweils auf 2500 € begrenzt. Für Unlimited müssen Identität und Adresse oder Bankkonto durch Dokumente bestätigt werden. Das maximale Guthaben beträgt dann 5000 €, während Umsatz und aufladbare Beträge unbegrenzt sind; in der Schweiz gelten andere Grenzen.

PaysafeCard direct ermöglicht seit 2016, Codes beim Kauf unmittelbar auf myPaysafe zu laden. Dazu wird im Konto ein Strichcode für einen Betrag bis 250 € erzeugt, in einer Verkaufsstelle eingescannt und bezahlt. Die PaysafeCard App dient zur Bedienung des Kontos. Ihre Funktion scan2pay kann aufgedruckte oder im Bezahlformular angezeigte QR-Codes einlesen und die Zahlung per Fingerscan bestätigen.

Die PaysafeCard Mastercard ist eine von Mastercard lizenzierte Karte ohne erforderliches Bankkonto. Sie kann weltweit online und offline eingesetzt, über myPaysafe beantragt und aufgeladen werden. Die Jahresgebühr beträgt 9,90 €, die Aufladegebühr 4 % des Betrags. Im deutschsprachigen Raum ist sie nur in Österreich verfügbar und wird nur Neukunden in Ländern angeboten, in denen Account & Card nicht erhältlich ist. Account & Card verbindet seit 2023 ein myPaysafe-Konto mit einer IBAN sowie einer physischen oder virtuellen Debitkarte und ermöglicht SEPA-Überweisungen; der Dienst ist nur in bestimmten Euro-Ländern verfügbar.

Weitere Zahlungsangebote

Paysafecash ist eine 2018 eingeführte Lösung zur Barzahlung von Online-Einkäufen. Nach Abschluss der Bestellung erhält der Kunde einen Strich- oder QR-Code. Dieser wird in einer Partnerfiliale eingescannt, wo der Rechnungsbetrag bar bezahlt wird. Ende 2018 war der Dienst in rund 20 Ländern verfügbar; in der Schweiz kann auch an Fahrkartenautomaten bezahlt werden.

YUNA war eine 2010 in mehreren europäischen Ländern eingeführte Mastercard und die erste von PaysafeCard angebotene Karte dieser Art. Zum beschriebenen Stand ist nur noch YUNA TO GO in der Schweiz erhältlich. Sie wird in Verkaufsstellen gekauft und dort erstmals aufgeladen; nach einer Online-Registrierung kann sie erneut aufgeladen werden.

Im Gutschein-Shop können Gutscheine für physische Waren bestimmter Anbieter erworben werden, beispielsweise von Amazon, Zalando, Swarovski oder Otto. Bezahlt wird über myPaysafe. Für den Shop ist eine zusätzliche Registrierung erforderlich, für die jedoch nur eine E-Mail-Adresse verlangt wird.

Seit Ende 2018 kann PaysafeCard aufgrund einer Partnerschaft zwischen Google und Paysafe in zehn europäischen Ländern als Zahlungsmethode im Google Play Store genutzt werden.

Gebühren und Sicherheit

Kauf und gewöhnliche Nutzung eines PaysafeCard-Codes sind für Endkunden gebührenfrei: Der vollständig bezahlte Betrag steht als Guthaben zur Verfügung. Auch Guthabenabfrage, Online-Transaktionsübersicht, myPaysafe und die App sind grundsätzlich kostenlos.

Bei einer Zahlung in einer anderen als der auf dem Code angegebenen Währung fällt ein Umrechnungsaufschlag von 2 % an. Ist ein Code 30 Tage nach dem Kauf nicht vollständig verbraucht, wird nach den AGB mit Stand 08/2022 eine monatliche Gebühr von 3 € erhoben. Wurde ein myPaysafe-Konto ein Jahr lang nicht für Zahlungen genutzt, kostet es 2 € pro Monat. Diese Gebühren können anfallen, bis das Restguthaben aufgebraucht ist. Beim Rücktausch beziehungsweise bei der Auszahlung eines Codes oder myPaysafe-Guthabens werden 2,50 € Bearbeitungsgebühr einbehalten. Manche Webshops berechnen zusätzlich eine Transaktions- oder Einzahlungsgebühr; sie muss vor der Zahlung angezeigt werden.

Das Prepaid-Verfahren begrenzt einen möglichen Verlust grundsätzlich auf das vorhandene Guthaben. Weil eine reine Codezahlung keine persönlichen Daten erfordert, bietet sie Schutz vor Identitätsdiebstahl und Phishing. Dieser Schutz setzt voraus, dass der Code geheim bleibt und ausschließlich im offiziellen Zahlungsfenster verwendet wird.

Für den Erwerb eines Codes gibt es keine festgelegte Altersuntergrenze. Verkaufsstellen müssen bei Minderjährigen jedoch den Taschengeldparagraphen berücksichtigen. Altersbeschränkungen für gekaufte Artikel prüft der jeweilige Online-Händler. Auch bei einem Widerspruch der Erziehungsberechtigten ist der Händler und nicht PaysafeCard zuständig. Für ein myPaysafe-Konto gilt dagegen ein Mindestalter von 16 Jahren.

Entwicklung des Unternehmens

Die paysafecard Wertkarten AG wurde im März 2000 in Wien von Armin Sageder, Michael Müller, Reinhard Eilmsteiner und Michael Altrichter gegründet. Ziel war eine sichere Internet-Bezahlmethode nach dem Vorbild der Telefonwertkarte, bei der Konto- und Kreditkartendaten nicht gefährdet werden. Im September 2000 startete der Dienst in Österreich, Ende Mai 2001 in Deutschland. Ab 2002 wurden vorgedruckte Wertkarten schrittweise durch Bons ersetzt, die erst an der Verkaufsstelle ausgedruckt werden, sogenannte E-Voucher. 2005 erreichte das Unternehmen erstmals die Gewinnschwelle; 2007 überschritt die Zahl der Transaktionen erstmals 10 Millionen.

Da Verkaufsstellen und annehmende Online-Händler unterschiedliche Unternehmen sind, gilt der Handel mit den Codes als genehmigungspflichtiges Bankgeschäft. Anfangs wurde PaysafeCard in Österreich von der Bawag P.S.K. und in Deutschland von der Commerzbank herausgegeben und war damit die erste bankenrechtlich genehmigte Prepaid-Karte Europas. 2008 erhielt die britische Tochter Prepaid Services Company Ltd. eine EU-weite Lizenz zur Ausgabe elektronischen Geldes. Damit wurde PaysafeCard in der EU von herausgebenden Banken unabhängig. Die Schweizer Tochter erhielt ebenfalls 2008 eine Lizenz der FINMA als Finanzintermediär. 2009 folgte eine Mastercard-Lizenz.

Die internationale Expansion führte 2009 nach Argentinien, 2010 in die USA und nach Mexiko und bis 2017 in zahlreiche weitere Länder Europas, Amerikas, Asiens und Ozeaniens. Wegen des bevorstehenden Brexit erhielt PaysafeCard 2019 eine neue E-Geld-Lizenz in Irland; seit dem 29. Oktober 2019 erfolgt die Ausgabe in der EU unter dieser Lizenz.

2011 wurde der niederländische Konkurrent Wallie übernommen und verschmolzen. 2013 kaufte Skrill die paysafecard Gruppe für 140 Millionen €. 2014 wurde auch der britische Konkurrent Ukash von Skrill gekauft und mit PaysafeCard zusammengeführt. Im August 2015 übernahm die Optimal Payments Group die Skrill Group und benannte sich im November in Paysafe Group um.

Zu den genannten Auszeichnungen zählen der zweite Platz für die Wiener Niederlassung bei den Austria's Leading Companies Awards 2022 in der Kategorie „Best International Companies“ sowie erste Plätze 2015 und 2017. Paysafecash wurde 2023 bei den Global Payments Innovation Awards in der Kategorie „Best Payments Led Financial Inclusion Initiative“ hoch gelobt; 2022 erhielt Paysafe bei den Fintech Futures' PayTech Awards ebenfalls eine hohe Anerkennung für seine eCash-Lösungen.

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