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Passé simple
Hilfsverben (verbes auxiliaires) · être: je fus = dt. ich war · avoir: j'eus = dt. ich hatte · savoir: je sus = dt. ich erfuhr · devoir: je dus = dt. ich musste …
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Kernbedeutung und Gebrauch
Das Passé simple, auch Passé défini genannt, ist eine französische Vergangenheitszeit. Es bezeichnet Ereignisse, die in der Vergangenheit liegen und abgeschlossen sind. Im heutigen Französischen wird es weitgehend in der geschriebenen Sprache verwendet, vor allem in erzählenden Texten und historischen Berichten.
In der Bedeutung ähnelt es dem Passé composé, unterscheidet sich aber durch den Bezug zur Gegenwart: Wenn ein vergangenes Ereignis bis in die Gegenwart hineinwirkt, verwendet man das Passé composé. Wenn es als reine Tatsache der Vergangenheit dargestellt wird, steht in der traditionellen Schriftsprache das Passé simple. Außerdem steht das Passé simple oft im Gegensatz zum Imparfait, das eine andauernde oder nicht abgeschlossene Handlung ausdrückt.
Typische Verwendungen
Das Passé simple wird verwendet, wenn eine punktuelle und abgeschlossene Handlung in eine noch nicht abgeschlossene Handlung eingeschoben wird. Beispiel: „Nous étions sur le point de gravir le sommet, tout à coup le gel arriva.“ Das bedeutet: „Wir waren im Begriff, den Gipfel zu besteigen, plötzlich setzte der Frost ein.“ Die laufende Situation steht im Hintergrund, die plötzlich eintretende Handlung im Passé simple.
Es steht auch nach „quand“ oder „lorsque“ im Sinn von „als“, wenn eine abgeschlossene Handlung gemeint ist. Beispiel: „Nous dansions sans cesse lorsque Paul s’arrêta.“ – „Wir tanzten unaufhörlich, als Paul aufgab.“
Auch abgeschlossene Wiederholungen können im Passé simple stehen. Beispiel: „Il téléphona deux fois ce matin.“ – „Er telefonierte heute Morgen zweimal.“
Abgrenzung zu anderen Zeiten
Passé composé und Passé simple drücken beide aus, dass etwas in der Vergangenheit geschah. Das Passé composé wird benutzt, wenn das Geschehen bis zur Gegenwart heranreicht. Beispiele: „Elle est arrivée aujourd’hui.“ – „Sie ist heute angekommen“, also sie ist jetzt da. „Il a plu ce matin.“ – „Es hat heute Morgen geregnet“, also die Straßen sind immer noch nass.
Das Passé simple wird in der traditionellen Schriftsprache für reine Tatsachen aus der Vergangenheit verwendet. Beispiele: „Christophe Colomb découvrit l’Amérique.“ – „Christoph Columbus entdeckte Amerika.“ „Jeanne d’Arc fut brûlée à Rouen.“ – „Jeanne d’Arc wurde in Rouen verbrannt.“
Das Imparfait bezeichnet eine nicht abgeschlossene, andauernde Handlung. Das Passé simple bezeichnet eine punktuelle, abgeschlossene Handlung, die in diese laufende Handlung eintritt. Beispiel: „Nous étions en route lorsqu’il commença à pleuvoir.“ – „Wir waren unterwegs, als es zu regnen begann.“
Für Vorvergangenheit kann neben dem Plus-que-parfait auch das Passé antérieur verwendet werden. Es wird aus dem Passé simple von „avoir“ oder „être“ und dem Participe passé gebildet. Es steht meist in Nebensätzen nach Konjunktionen wie „dès que“, „après que“, „quand“ oder „lorsque“; das Passé simple steht dann im Hauptsatz. Beispiel: „Dès que Benjamin fut rentré, il se mit à regarder la télévision.“ – „Sobald Benjamin nach Hause zurückgekehrt war, begann er fernzusehen.“
Regelmäßige Bildung
Da das Passé simple besonders in Erzählungen und historischen Berichten vorkommt, sind die Formen der 3. Person Singular und Plural besonders häufig. Regelmäßige Verben auf „-er“ bilden das Passé simple mit Endungen wie „-a“ und „-èrent“. Beispiel mit „chercher“: „je cherchai“, „tu cherchas“, „il/elle chercha“, „nous cherchâmes“, „vous cherchâtes“, „ils/elles cherchèrent“.
Regelmäßige Verben auf „-re“ und „-ir“ bilden das Passé simple mit Formen wie „-it“ und „-irent“. Beispiele: „je répondis“, „tu répondis“, „il/elle répondit“, „nous répondîmes“, „vous répondîtes“, „ils/elles répondirent“; entsprechend bei „finir“: „je finis“, „il/elle finit“, „nous finîmes“, „ils/elles finirent“.
Verben auf „-oir“ können Formen mit „-us“, „-ut“ und „-urent“ bilden. Beispiel mit „vouloir“: „je voulus“, „tu voulus“, „il/elle voulut“, „nous voulûmes“, „vous voulûtes“, „ils/elles voulurent“.
Wichtige Sonderformen
Bei unregelmäßigen Verben gibt es zwei wichtige Gruppen: Eine bildet das Passé simple auf „-it/-irent“, die andere auf „-ut/-urent“. Daneben gibt es Sonderformen, die man besonders kennen sollte.
Wichtige Hilfs- und häufige Verben sind: „être“: „je fus“ = „ich war“; „avoir“: „j’eus“ = „ich hatte“; „savoir“: „je sus“ = „ich erfuhr“; „devoir“: „je dus“ = „ich musste“; „pouvoir“: „je pus“ = „ich konnte“; „faire“: „je fis“ = „ich machte“.
Weitere unregelmäßige Formen sind: „venir“: „je vins“, „nous vînmes“; „tenir“: „je tins“, „nous vînmes“; „voir“: „je vis“, „nous vîmes“; „vivre“: „je vécus“, „nous vécûmes“; „recevoir“: „je reçus“, „nous reçûmes“; „s’asseoir“: „je m’assis“, „nous nous assîmes“; „mourir“: „je mourus“, „nous mourûmes“. Beispiele für besondere Formen sind außerdem „avoir“: „il eut/ils eurent“, „être“: „il fut/ils furent“ und „venir“: „il vint/ils vinrent“.