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Pancasila

Für die gleichnamigen buddhistischen Tugendregeln siehe „Fünf Silas“. Pancasila (alte Schreibweise: Pantja-Sila) bedeutet „Fünf Prinzipien“ (Sanskrit). Dies …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Die fünf Grundsätze und ihre Symbole
  3. 3. Entstehung und Aufnahme in die Verfassung

Grundidee und Bedeutung

Pancasila bedeutet „Fünf Prinzipien“ und bezeichnet die fünf Grundsätze der nationalen Ideologie und Verfassung der Republik Indonesien. In dem Vielvölkerstaat sollen sie eine identitätsbildende und homogenisierende Wirkung haben. Pancasila bildet damit die weltanschauliche Grundlage des indonesischen Staates und soll unterschiedliche Bevölkerungsgruppen politisch und gesellschaftlich verbinden.

Die fünf Grundsätze und ihre Symbole

Die fünf Prinzipien werden in der Präambel der indonesischen Verfassung genannt:

  • All-Eine Göttliche Herrschaft (Ketuhanan Yang Maha Esa)
  • Humanismus (Kemanusian yang adil dan beradab)
  • Nationale Einheit (Persatuan Indonesia)
  • Demokratie (Permusyawaratan/perwakilan)
  • Soziale Gerechtigkeit (Keadilan Sosial)

Das erste Prinzip ist ein Neologismus und erhebt die Anerkennung der All-Einen Göttlichen Herrschaft zum staatlichen Grundsatz. Es beschreibt eine Art Zivilreligion. Im überwiegend muslimischen Indonesien muss jeder Staatsbürger einer der fünf großen Weltreligionen angehören: Islam, Christentum, Buddhismus, Hinduismus oder Konfuzianismus. Glaubensformen ohne schriftliche Überlieferung sowie nichtreligiöse Vorstellungen werden nicht akzeptiert.

Die fünf Prinzipien erscheinen auch im Staatswappen der Republik Indonesien vor dem mythischen Garuda-Adler. Ihre Symbole und Zuordnungen sind:

  • Stern: All-Eine Göttliche Herrschaft
  • Kette: Internationalismus
  • Banyanbaum: Nationalismus
  • Banteng-Büffel: Demokratie
  • Baumwolle und Reis: Soziale Wohlfahrt

Entstehung und Aufnahme in die Verfassung

Sukarno, der später erste Präsident Indonesiens wurde, entwarf die Pancasila erstmals in einer Rede am 1. Juni 1945 vor dem Untersuchungsausschuss zur Vorbereitung der Unabhängigkeit Indonesiens (BPUPKI). Der von der japanischen Besatzungsmacht einberufene Ausschuss sollte mit Führern der Unabhängigkeitsbewegung eine mögliche Weltanschauung für die zu gründende Republik Indonesien entwickeln.

Sukarno wollte mit den fünf Prinzipien der Absicht vieler BPUPKI-Mitglieder entgegentreten, Indonesien zu einem islamischen Staat zu machen. Er befürchtete, dass sich Regionen mit nichtislamischer Bevölkerungsmehrheit, zum Beispiel Bali, in diesem Fall abspalten könnten. In seiner ursprünglichen Reihenfolge lauteten die Prinzipien:

  • Nationalismus (Kebangsaan Indonesia)
  • Humanismus/Internationalismus (Perikemanusian/Internationalisme)
  • Beratung (Permusyawaratan)
  • Soziale Wohlfahrt (Kesejahteraan Sosial)
  • All-Eine Göttliche Herrschaft (Ketuhanan Yang Maha Esa)

Auf Drängen von Vertretern islamischer Organisationen wurde die Reihenfolge durch die Jakarta-Charta (Piagam Jakarta) vom 22. Juni 1945 geändert: Das ursprünglich fünfte Prinzip rückte an die erste Stelle, wodurch die Rolle der Religion gestärkt wurde. Die weitergehende Forderung, für Muslime auch die Befolgung der Scharia festzuschreiben, war in der Jakarta-Charta vorgesehen, wurde jedoch nicht in die Verfassung aufgenommen. Am 17. August 1945 erklärte die Republik Indonesien ihre Unabhängigkeit auf Grundlage der Pancasila-Formel. Diese steht heute in der Präambel der indonesischen Verfassung.

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