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Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat
... 20. Juli 1944 und anderer Mitverschwörer gegen Adolf Hitler. Dabei werden sowohl die Beweggründe der großenteils aus dem Offizierskorps stammenden …
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Film und Kernthema
„Operation Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ (Originaltitel: „Valkyrie“) ist ein US-amerikanisch-deutscher Historien- und Thrillerfilm aus dem Jahr 2008. Regie führte Bryan Singer; das Drehbuch schrieben Christopher McQuarrie und Nathan Alexander. Der 120 Minuten lange, englischsprachige Film ist ab 12 Jahren freigegeben. Tom Cruise spielt Oberst Claus von Stauffenberg. Weitere zentrale Rollen übernehmen unter anderem Kenneth Branagh als Henning von Tresckow, Bill Nighy als Friedrich Olbricht, Tom Wilkinson als Friedrich Fromm und Carice van Houten als Nina von Stauffenberg.
Der Film behandelt das Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 und den damit verbundenen Versuch, die nationalsozialistische Herrschaft durch einen Staatsstreich zu beenden. Im Mittelpunkt stehen die moralischen und politischen Beweggründe der überwiegend aus dem Offizierskorps stammenden Verschwörer sowie die organisatorischen Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Attentats und des „Unternehmens Walküre“.
Handlung
Die Handlung verfolgt Stauffenbergs Entwicklung vom Wehrmachtsoffizier an der Front in Afrika bis zu seiner Hinrichtung nach dem gescheiterten Staatsstreich. Bei einem alliierten Luftangriff in Tunesien wird er 1943 schwer verwundet. Er schließt sich dem militärischen Widerstand gegen Hitler an und wird zu einer Schlüsselfigur des Plans, Hitler durch eine Bombe zu töten.
Der ursprünglich für innere Unruhen vorgesehene Walküre-Plan soll nach dem Attentat dazu dienen, das Ersatzheer zu mobilisieren, wichtige Einrichtungen zu besetzen und die nationalsozialistische Führung zu entmachten. Am 20. Juli 1944 bringt Stauffenberg einen Sprengsatz zu einer Besprechung in Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze. Hitler überlebt die Explosion. Wegen unsicherer Nachrichten, Verzögerungen und mangelnder Entschlossenheit einiger Beteiligter gerät der Staatsstreich ins Stocken. Regimetreue Kräfte gewinnen wieder die Kontrolle. Stauffenberg und mehrere Mitverschwörer werden im Bendlerblock erschossen.
Am Ende nennt der Film das Attentat vom 20. Juli den letzten von 15 bekannt gewordenen Anschlägen auf Hitler. Hitler beging neun Monate später im umkämpften Berlin Selbstmord. Nina von Stauffenberg und ihre Kinder überlebten den Krieg; sie starb am 2. April 2006. Anschließend wird die Inschrift des Ehrenmals der Gedenkstätte Deutscher Widerstand gezeigt, die den Widerstand als Zeichen der Umkehr und als Opfer für „Freiheit, Recht und Ehre“ würdigt.
Entstehung und Dreharbeiten
Die Filmidee entstand, nachdem Christopher McQuarrie bei einem Berlinbesuch den Bendlerblock und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand besichtigt hatte. Die in den USA weitgehend unbekannte Geschichte faszinierte ihn. United Artists übernahm die Produktion. Ursprünglich war ein kleineres Projekt geplant; durch Tom Cruises Beteiligung als Hauptdarsteller und Miteigentümer von United Artists standen jedoch größere finanzielle Mittel zur Verfügung. Die Gesamtkosten betrugen mehr als 60 Millionen Euro, davon kamen 4,8 Millionen Euro aus dem Deutschen Filmförderfonds.
Gedreht wurde fast vollständig in Deutschland, vor allem in Brandenburg, im Filmstudio Babelsberg und in Berlin. Zu den Schauplätzen gehörten der Flughafen Tempelhof, Messehallen, das Hauptzollamt, das frühere US-Hauptquartier in Berlin-Dahlem, Beelitz-Heilstätten und der Bendlerblock. Die Wolfsschanze wurde im Brandenburger Schenkenländchen nachgebaut; als Flugplatz diente ein ehemaliger NVA-Flugplatz bei Klein Köris/Löpten. Eine Drehgenehmigung für den Bendlerblock wurde zunächst aus Sorge um die Würde des historischen Ortes verweigert, im September 2007 aber unter Auflagen erteilt.
Die zunächst nicht geplante Eröffnungsszene über Stauffenbergs Verwundung in Tunesien entstand Anfang 2008 im kalifornischen Lucerne Valley. Sie soll verdeutlichen, dass Stauffenberg schon vor seiner Verwundung gegen Hitler eingestellt war. Philipp von Schulthess, ein Enkel Stauffenbergs, übernahm die kleine Rolle von Fabian von Schlabrendorff.
Eine Laborpanne vernichtete einen großen Teil der analog aufgenommenen Bendlerblock-Szenen vom 21. bis 23. September, sodass sie am 13. und 14. Oktober erneut gedreht werden mussten. Die Versicherung forderte deshalb von der Firma Arri 300.000 Euro. Bei weiteren Zwischenfällen wurden Statisten verletzt, als sie von einem Lastkraftwagen fielen; in Kalifornien setzte sich außerdem ein Panzer unkontrolliert in Bewegung, konnte jedoch rechtzeitig gestoppt werden.
Historisch nachgebildete Kulissen und Requisiten, darunter die Besprechungsbaracke der Wolfsschanze, erwarb 2007 das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden. John Ottman komponierte die Musik und verantwortete auch den Schnitt. Verwendet werden unter anderem „They’ll Remember You“, eine Bearbeitung von Goethes „Wandrers Nachtlied“, Richard Wagners „Walkürenritt“ und der „Badenweiler-Marsch“. Die deutsche Synchronisation entstand bei Interopa Film in Berlin nach einem Buch von Alexander Löwe und unter der Dialogregie von Frank Schaff.
Veröffentlichung und Resonanz
Nach mehreren Terminverschiebungen fand die Weltpremiere am 15. Dezember 2008 in New York statt. In den USA startete der Film am 25. Dezember 2008, die europäische Kinopremiere folgte am 20. Januar 2009 in Berlin. Blu-ray und DVD erschienen am 20. Juli 2009, dem 65. Jahrestag des Attentats. Die erste deutsche Free-TV-Ausstrahlung erfolgte am 1. November 2011 im ZDF.
Bis April 2009 spielte der Film weltweit mehr als 200 Millionen US-Dollar beziehungsweise 139 Millionen Euro ein. Davon entfielen über 83 Millionen US-Dollar auf die USA und über 11 Millionen US-Dollar auf Deutschland.
Schon während der Produktion wurde die Besetzung Stauffenbergs mit Tom Cruise wegen dessen hoher Stellung bei Scientology kontrovers diskutiert. Stauffenbergs ältester Sohn Berthold lehnte sie ab. Daneben bestand die Sorge, der Stoff könne unangemessen als bloßer Thriller dargestellt werden. Die späteren Kritiken waren gemischt bis positiv: Rotten Tomatoes verzeichnete 62 Prozent positive Rezensionen, Metacritic 56 von 100 Punkten. Gelobt wurden besonders Spannung und filmische Umsetzung; kritisiert wurden historische Veränderungen und die Darstellung einzelner Verschwörer. Die Deutsche Film- und Medienbewertung verlieh das Prädikat „besonders wertvoll“. Bei den Saturn Awards erhielt der Film Nominierungen unter anderem als bester Action-, Adventure- oder Thrillerfilm sowie für Regie, Musik, Kostüm und mehrere Darsteller.
Abweichungen von der Geschichte
Der Film beruht auf historischen Ereignissen, verändert oder verdichtet sie jedoch an mehreren Stellen. Zentrale Beteiligte wie Erich Hoepner und Friedrich Karl Klausing fehlen; ihre Aufgaben werden Friedrich Olbricht beziehungsweise Werner von Haeften zugeordnet. Laut dem Historiker Sven Felix Kellerhoff ist die Szene erfunden, in der Hitler auf dem Berghof den Walküre-Plan unterschreibt. Auch die Darstellung Olbrichts und Erich Fellgiebels als wankelmütig wurde kritisiert. Die gelben Ausweise der Verschwörer gab es nicht.
Der Film verändert mehrere konkrete Abläufe: Stauffenbergs Bluff beim Verlassen der Wolfsschanze, der Konflikt zwischen Friedrich Fromm und Otto Ernst Remer sowie Remers Forderung, die Attentäter lebend auszuliefern, sind historisch nicht korrekt. Remer traf erst nach den Erschießungen im Bendlerblock ein. Stauffenberg flog tatsächlich mit einer He 111 vom Flugplatz Rangsdorf ab, nicht mit einer Ju 52 vom Flughafen Tempelhof.
Auch das Attentat vom 13. April 1943 bei Smolensk wird abweichend dargestellt. Nach Fabian von Schlabrendorffs Memoiren bestand die als Flaschenpaket getarnte Bombe aus abgerundeten britischen Minen; Schlabrendorff, nicht Tresckow, übergab das Paket an Heinz Brandt und holte es nach dem Versagen des Zünders wieder ab. Zudem war Tresckow damals Oberst und noch nicht Generalmajor, Brandt Oberstleutnant und noch nicht Oberst.
Stauffenberg wird durchgehend als Oberst bezeichnet, obwohl er erst am 1. Juli 1944 befördert wurde und 1943 noch Oberstleutnant war. Dies könnte auf die englische Anrede „Colonel“ für beide Dienstgrade zurückgehen. Außerdem zeigt sein Kragenspiegel fälschlich die weiße Waffenfarbe der Infanterie statt der karmesinroten Kennzeichnung eines Generalstabsoffiziers.
Weitere Fehler betreffen Wien, das im Film als besetzte Stadt bezeichnet wird, obwohl Österreich damals als Teil des Deutschen Reichs verwaltet wurde, eine beim Regierungsviertel gezeigte 2-cm-Flak 38, über die das Wachbataillon nicht verfügte, und Remers goldenes Verwundetenabzeichen, obwohl er nur die silberne Ausführung erhalten hatte. In einer Lagebesprechung heißt es in der deutschen Fassung zudem fälschlich, die Heeresgruppe Mitte habe „40 Armeen“ verloren; im englischen Original ist korrekt von „40 Divisions“ die Rede.