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Gedenkstätte Deutscher Widerstand
Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GDW) ist ein Denkmal und eine Bildungsstätte zur Erinnerung an den gesamten deutschen Widerstand gegen den …
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Aufgabe und Bedeutung
Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GDW) ist ein Denkmal, eine Bildungsstätte und ein Ausstellungsort in Berlin. Sie erinnert an den gesamten deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Ihr Hauptsitz befindet sich im Ostflügel des Bendlerblocks an der Stauffenbergstraße. Die historischen Räume sind besonders bedeutsam, weil dort zentrale Ereignisse des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 stattfanden und mehrere Beteiligte starben.
Seit Januar 2026 wird die Gedenkstätte von Julia Spohr geleitet; sie folgte Johannes Tuchel nach. Direkt neben der GDW befindet sich seit 1993 der zweite Dienstsitz des Bundesministeriums der Verteidigung.
Zur Gedenkstätte gehören außerdem der Hinrichtungsort Berlin-Plötzensee und ein Museum in der ehemaligen Blindenwerkstatt von Otto Weidt in Berlin-Mitte. Bis 2017 betreute die GDW dort auch die Gedenkstätte „Stille Helden“. Deren Ausstellung ist seit 2018 in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand zu sehen. Eine wissenschaftliche Spezialbibliothek steht der Öffentlichkeit nach Anmeldung zur Verfügung.
Entstehung des Erinnerungsortes
Die Gedenkstätte war zunächst den Widerstandskämpfern des 20. Juli 1944 gewidmet, besonders Ludwig Beck, Friedrich Olbricht, Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Werner von Haeften. Am 20. Juli 1952 legte die Witwe Friedrich Olbrichts, der am 21. Juli 1944 ermordet worden war, den Grundstein für das Mahnmal.
Am 20. Juli 1953 enthüllte der Berliner Bürgermeister Ernst Reuter das von Richard Scheibe geschaffene Ehrenmal. Es zeigt als Bronzefigur einen nackten jungen Mann mit gebundenen Händen. Am 20. Juli 1955, zum elften Jahrestag des Gedenkens an den Umsturzversuch, wurde die Bendlerstraße in Stauffenbergstraße umbenannt.
Am 20. Juli 1962 übergab der Berliner Bürgermeister Franz Amrehn eine Gedenktafel mit den Namen der fünf im Bendlerblock gestorbenen Offiziere der Öffentlichkeit. Sie nennt Generaloberst Ludwig Beck, General der Infanterie Friedrich Olbricht, Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Oberst Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Oberleutnant Werner von Haeften. Vier von ihnen wurden standrechtlich erschossen; Beck starb kurz zuvor. Die Inschrift beginnt mit den Worten „Hier starben für Deutschland“.
Ausbau zur Bildungsstätte
Der Berliner Senat erweiterte den Erinnerungsort um eine Gedenk- und Bildungsstätte, die am 20. Juli 1968 eröffnet wurde. Für ihre Ausstellung war der Historiker Friedrich Zipfel verantwortlich. 1980 wurde der Innenhof nach einem Entwurf von Erich Reusch umgestaltet. Seitdem erinnert eine Inschrift am Eingang daran, dass Deutsche im damaligen Oberkommando des Heeres den Versuch organisierten, am 20. Juli 1944 die nationalsozialistische Unrechtsherrschaft zu stürzen, und dafür ihr Leben opferten.
Seit 1983 informiert die Einrichtung umfassend über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Der Regierende Bürgermeister Richard von Weizsäcker beauftragte einen grundlegenden Ausbau, durch den aus dem ursprünglich auf den 20. Juli ausgerichteten Erinnerungsort eine Gedenk- und Bildungsstätte für den gesamten deutschen Widerstand wurde. Der Historiker Peter Steinbach erarbeitete die neue Ausstellung. Sie wurde am 20. Juli 1989 eröffnet und befindet sich seitdem in den historischen Räumen der Ereignisse vom 20. Juli 1944.
Erweiterter Widerstandsbegriff
Die Darstellung unterschiedlicher Gruppen des Widerstands war nicht unumstritten. Franz Ludwig Graf von Stauffenberg, ein Sohn des Hitler-Attentäters, kritisierte 1994, dass auch Kommunisten, das Nationalkomitee „Freies Deutschland“ (NKFD) und der Bund Deutscher Offiziere (BDO) in die ständige Ausstellung aufgenommen worden waren. Im Juli 1994 erklärten dagegen 75 ehemalige Widerstandskämpfer und Hinterbliebene öffentlich, eine Darstellung des gesamten Widerstands sei notwendig.
Später erweiterten zwei Projekte das behandelte Themen- und Personenspektrum. Die Gedenkstätte „Stille Helden“ erinnert an Judenretter, also Menschen, die untergetauchten Flüchtlingen halfen. Ein weiteres Projekt behandelt Georg Elser und sein Attentat auf Hitler vom 8. November 1939. Die neu gestaltete Dauerausstellung, die diesen breiteren Begriff des Widerstands berücksichtigt, wurde am 1. Juli 2014 eröffnet.
Dokumentation und weiterführende Materialien
Die Gedenkstätte veröffentlicht wissenschaftliche und dokumentarische Schriften. Dazu gehören die 2025 von der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand herausgegebene Darstellung „gedenken – erinnern – dokumentieren. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand 1952–2025“, Brigitte Oleschinskis Schrift zur Gedenkstätte Plötzensee sowie Hans-Rainer Sandvoß’ 14-bändige Reihe „Widerstand in Berlin von 1933 bis 1945“, die von 1983 bis 2003 erschien.
Ergänzende Übersichten verzeichnen die Namen und Lebensdaten der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 sowie der deshalb Hingerichteten. Weitere Übersichten behandeln die Widerstandskämpfer der „Roten Kapelle“.