Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Offener Posten

Offener Posten (englisch open item) ist in der Buchhaltung eine Buchung, für welche noch die ausgleichende Gegenbuchung fehlt.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundprinzip
  2. 2. Führung und Ausgleich
  3. 3. Offene Posten im Kontokorrent
  4. 4. Offene Position in der Finanzwirtschaft

Begriff und Grundprinzip

Ein offener Posten (englisch „open item“) ist in der Buchhaltung eine Buchung, für die noch die ausgleichende Gegenbuchung fehlt. In der doppelten Buchführung gibt es zwar zu jeder Buchung formal eine Gegenbuchung, sodass dort im eigentlichen Sinn keine offenen Posten entstehen. Im Debitorenmanagement bleibt eine Forderung jedoch so lange als offener Posten bestehen, bis der Kunde die zugehörige Rechnung bezahlt hat.

Beispiel: Beim Verkauf von Ware gegen Rechnung wird der Geschäftsvorfall mit dem Buchungssatz „per Forderungen an Lagerbestand“ erfasst. Dadurch steigt die Bilanzposition „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“, während die Bilanzposition „Lagerbestand“ abnimmt. Die spätere Zahlung per Banküberweisung wird mit „per Bankguthaben an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ gebucht. Dadurch wird der offene Posten ausgeglichen.

Führung und Ausgleich

Offene Posten werden systematisch in der sogenannte[n] offene-Posten-Buchhaltung geführt. Dabei ersetzen gesammelte Belege das Journal und die Konten. Ein offener Posten kann ausgeglichen werden, wenn die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind, zum Beispiel durch:

  • eine Gutschrift,
  • eine Stornierung,
  • eine Umbuchung oder
  • eine Zahlung.

Eine Übersicht über sämtliche offenen Posten heißt häufig OPOS-Liste, OP-Liste oder OPL.

Offene Posten im Kontokorrent

In der Kontokorrentbuchhaltung wird zwischen Forderungen gegenüber einem Debitor, also einem Kunden, und Verbindlichkeiten gegenüber einem Kreditor, also einem Lieferanten, unterschieden.

Offene Posten auf Debitorenkonten werden regelmäßig mit den Zahlungseingängen verglichen. So lassen sich überfällige Forderungen erkennen und gegebenenfalls anmahnen. Offene Posten, die Verbindlichkeiten darstellen, werden mithilfe von Offene-Posten-Listen kontrolliert. Dadurch können Zahlungstermine überwacht, Verzugszinsen wegen verspäteter Zahlung vermieden und Skonti genutzt werden.

In Kleinunternehmen kann das Kontokorrent mithilfe der offene-Posten-Buchhaltung geführt werden. Die unbezahlten Rechnungen liegen unterjährig nur als Belege vor und werden nicht in der Buchhaltung erfasst. Erst zum Jahresabschluss wird der Bestand der Forderungen und Verbindlichkeiten zum Bilanzstichtag im Zuge der Bilanzerstellung eingebucht. Diese Form der Buchhaltung ist steuerlich anerkannt und in kleineren Industrie- und Handelsunternehmen weit verbreitet.

Der Abgleich offener Posten heißt auch „Ausziffern“. Dabei erhält jede Position zusammen mit ihren Gegenposten eine aufsteigend fortlaufende Nummer, eine Ziffer. Diese wird in allen zusammengehörigen Buchungszeilen in einem gesonderten Feld gespeichert und kennzeichnet sie als ausgeglichen beziehungsweise ausgeziffert. Ausziffern ist grundsätzlich nur möglich, wenn die Soll- und Habensummen übereinstimmen und die Gesamtsumme aller Buchungen somit „Null“ ergibt. Die Bearbeitung übernehmen heute meist Buchhaltungsprogramme.

Offene Position in der Finanzwirtschaft

In der Finanzwirtschaft spricht man von einer offenen Position, wenn einer aktivischen Risikoposition keine ebenso hohe und kongruente passivische Position gegenübersteht. Umgekehrt liegt eine offene Position vor, wenn einer passivischen Risikoposition keine entsprechend hohe und kongruente aktivische Position gegenübersteht.

Der Ausgleich einer solchen offenen Position kann durch Closing, Glattstellung, Hedging oder Settlement erfolgen. Eine offene Position besteht außerdem dann, wenn künftigen Auszahlungen nicht zeitgleich Einzahlungen gegenüberstehen oder künftigen Einzahlungen nicht zeitgleich Auszahlungen gegenüberstehen. In diesem Fall handelt es sich um ein Liquiditätsrisiko.

Weiterlesen

Buchführung Ziele und Aufgabenbereiche der Finanzbuchführung · jederzeitiger Überblick über die Vermögenslage und den Schuldenstand des Unternehmens. · Feststellung und … Geschäftsvorfall Ein bestandswirksamer Geschäftsvorfall wird auf Bestandskonten verbucht und ist bestandswirksam, jedoch erfolgsneutral. Das heißt, es werden nur Sach- oder … Ware Für Vertrauensangelegenheiten wie „wahr“, „Ware“, „Wert“, „Wart“, „Wirt“, „Wirtschaft“ verbindet eine begrifflich gemeinsame Etymologie zur Wortfamilie. Die … Rechnung Dokument im Geschäftsverkehr: listet alle Produkte, Dienstleistungen und Preise auf, die der Kunde zu entrichten hat. Dient zur Verrechnung der Umsatzsteuer. Buchungssatz Ein Buchungssatz (auch: Buchungsformel, Kontenanruf) gibt in der Buchführung als Teil des Rechnungswesens an, auf welchen Konten ein Geschäftsvorfall … Konto In der doppelten Buchführung unterscheidet man zwei Kontenkreise: den Bestandskonten- und den Erfolgskontenkreis. Bestandskonten werden aus der Bilanz … Beleg (Rechnungswesen) Ein Beleg (oder Buchungsbeleg) ist in der Buchführung ein Dokument, das Daten über einen Geschäftsvorfall enthält und als Grundlage für eine Buchung dient. Stornierung Die Stornierung eines Vertragsangebotes ist rechtlich ein Widerruf der auf den Vertragsabschluss gerichteten Willenserklärung. · Die Stornierung eines … Zahlung Einzahlung · Entgelt · Zahlemann und Söhne · Zahlungsmittel · Zahlungsverkehr · Zahlungsanweisung · Zahlungsbefehl · Zahlungsverhalten … Liste Durch Sortierung und Gliederung der „aufgelisteten“ Daten/Sachverhalte können Kategorien gebildet und dabei z. B. Gruppensummen und Totalsummen ausgewiesen … Kontokorrent Ein Kontokorrent (italienisch conto ‚Rechnung' und corrente ‚laufend') ist in der Wirtschaft die übliche Form der Leistungsabwicklung zwischen Gläubiger und … Kunde Ein solches Geschäft ist beispielsweise ein Kaufvertrag, Miete oder Leasing, eine Dienstleistung oder ein Werkvertrag. Meist zahlt der Kunde dafür Geld, seine …