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Liste

Durch Sortierung und Gliederung der „aufgelisteten“ Daten/Sachverhalte können Kategorien gebildet und dabei z. B. Gruppensummen und Totalsummen ausgewiesen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Zweck
  2. 2. Verwandte Darstellungsformen
  3. 3. Bestandteile und hierarchischer Aufbau
  4. 4. Auswahl, Reihenfolge und Darstellung
  5. 5. Besondere Formen und typische Beispiele

Begriff und Zweck

Eine Liste ist eine schriftliche Zusammenstellung von Personen, Sachen oder anderen Informationen, die nach einem bestimmten Gesichtspunkt ausgewählt und in einer einheitlichen, wiederkehrenden Form dargestellt werden. Typisch sind gleichartig aufgebaute Zeilen und eine festgelegte alphabetische, numerische oder chronologische Reihenfolge. Die Bandbreite reicht vom Einkaufszettel bis zu umfangreichen Verzeichnissen wie einem Telefonbuch oder Produktkatalog.

Listen können handschriftlich oder automatisiert durch Computerprogramme erstellt werden. Sie erscheinen beispielsweise auf Papier, als PDF oder als Teil eines Bildschirminhalts. Meist enthalten sie Text- und Zahlenfelder, möglich sind aber auch Fließtext und grafische Elemente. Grundlage können beliebige Informationsquellen sein; bei computergestützten Listen sind es meist Datenbestände.

Eine Liste kann ein abgeschlossenes Dokument sein, etwa eine Mitgliederliste. Die listenmäßige Darstellung kann aber auch nur einen Teil eines Buches, Prospekts oder anderen Mediums bilden. Außerdem können Listen ineinander verschachtelt sein, beispielsweise Bestellungen innerhalb einer Kundenliste.

Listen schaffen vor allem einen quantitativen Überblick: Sie machen vorhandene und fehlende Mengen, Erreichtes und noch Fehlendes sowie richtige und falsche Ergebnisse sichtbar. Durch Hierarchie und Sortierung erleichtern sie das Auffinden einzelner Inhalte. In der Programmierung hat „Liste“ zusätzlich eine engere Bedeutung: eine verkettete Folge von Elementen eines gegebenen Datentyps mit einer endlichen Anzahl von Elementen.

Verwandte Darstellungsformen

Je nach Zweck werden Listen auch anders bezeichnet. Ein Verzeichnis oder Katalog hat meist Inventarcharakter und zeigt die Elemente einer bestimmten Gesamtheit, etwa Produkte oder Mitglieder. Ein Register dient als Suchhilfe, besonders in Sachbüchern. Ein Eintrag besteht dort häufig nur aus einem Namen, Ort oder Stichwort und verweist auf eine Seitennummer; auch amtliche Sammlungen wie das Handelsregister heißen Register.

Reports oder Berichte richten sich meist an bestimmte Empfänger, erscheinen oft regelmäßig und erfüllen einen festgelegten Zweck. Ein Beispiel ist eine Umsatzstatistik mit Verkaufsmengen je Produkt, Filiale und Monat. Eine Chronik ordnet Ereignisse oder Sachverhalte zeitlich, meist für zurückliegende Zeitpunkte. Bei einer Tabelle stehen die Daten in Zeilen und Spalten, häufig mit Rahmen. „Liste“ und „Tabelle“ können dann synonym gebraucht werden.

Diese Begriffe haben jedoch auch andere Bedeutungen. Eine Datenbanktabelle enthält in der Regel Daten genau eines methodisch bestimmten Sachverhalts, etwa Kunde, Auftrag oder Produkt. Eine Liste kann dagegen Daten aus mehreren Datenbanktabellen verbinden, frei darstellen und daraus beispielsweise Summen bilden. Kataloge können überwiegend bildhafte Präsentationsmittel sein, und Berichte können aus frei angeordneten Texten und Bildern bestehen; in diesen Fällen liegt nicht zwingend eine Liste vor.

Bestandteile und hierarchischer Aufbau

Eine umfangreichere Liste kann aus mehreren Zeilentypen bestehen:

  • Der Listenkopf steht einmal am Anfang und enthält beispielsweise Firmenname, Listentitel oder Hersteller.
  • Der Listenfuß steht am Ende und kann die Gesamtzahl oder Gesamtsumme aller dargestellten Objekte nennen.
  • Der Seitenkopf erscheint am Anfang jeder Seite und bezeichnet häufig die Felder der Einzelzeilen, etwa „Lfd.Nr.“, „Datum“, „Name“ und „Betrag“.
  • Gruppenköpfe leiten Gruppen ein und können mehrstufig sein, beispielsweise für Kunde und Auftrag.
  • Einzelzeilen oder der Detailbereich enthalten die eigentlichen Angaben, etwa Produktnummer, Bezeichnung, Gewicht und Preis eines bestellten Produkts.
  • Gruppenfüße schließen Gruppen ab und können Anzahl und Gesamtpreis der zugehörigen Produkte ausweisen.
  • Der Seitenfuß steht am Ende jeder Seite und nennt beispielsweise Erstellungsdatum oder Seitennummer.

Wie viele Zeilen ein Typ umfasst, hängt von den darzustellenden Informationen ab und kann variieren. Aufbau und Reihenfolge ergeben sich häufig aus Attributen wie Kundennummer, Bestellnummer, Artikelnummer oder Auftragsdatum. Fehlen solche Identifikatoren, werden besonders in textorientierten Listen laufende Nummerierungen eingesetzt. Hierarchien lassen sich etwa mit „A, B, C“, mit zweistufigen Formen wie „1a, 1b, 1c“ oder mit dreistufigen Formen wie „I.A.1, I.A.2“ kennzeichnen. Bei automatisierter Erstellung können Reportgeneratoren solche Strukturen erzeugen.

Auswahl, Reihenfolge und Darstellung

Welche Einträge erscheinen, wird durch eine vorher festgelegte oder ausgeführte Selektion bestimmt. Eine Adressenliste kann beispielsweise nur Freunde oder alle gespeicherten Adressen enthalten. Die Auswahlfunktion selbst gehört im engeren Sinn jedoch nicht zum Begriff „Liste“.

Abgesehen von einer zufälligen oder lediglich durch den Datenträger vorgegebenen Reihenfolge werden Einträge nach festgelegten Kriterien sortiert. Eine Bestellliste kann zuerst nach Kundennummer, anschließend nach Bestelldatum und Produktnummer geordnet sein. Für jedes Sortierkriterium werden seine Stelle in der Hierarchie und die auf- oder absteigende Richtung festgelegt.

Bei einer vertikalen aufsteigenden Liste steht das alphabetisch oder chronologisch folgende Element weiter unten. Sie erfüllt die Ordnungsrelation „<“ beziehungsweise, falls Gleichheit zulässig ist, „<=“, zum Beispiel in lexikographischer Ordnung. Eine absteigende Liste kehrt diese Richtung um. Datumsangaben werden meist nach Jahr, Monat und Tag geordnet; „13. Mai 2005“ entspricht dabei dem Sortierwert „20050513“. Bei Buch- oder Filmtiteln wird ein führender Artikel oft nach einem Komma ans Ende gesetzt, etwa „Alte Mann und das Meer, Der“, damit nicht sehr viele Titel unter „D“ oder „E“ erscheinen. Zahlen werden unabhängig von führenden Nullen, Leerstellen oder Kommastellen nach ihrem Wert sortiert, beispielsweise „-800 … -00030 … 0 … 65 … 998“.

Zur besseren Übersicht dienen Gestaltungsmittel wie Papiergröße und Hoch- oder Querformat, unterschiedliche Schriftarten, Schriftgrößen, Farben und Fettdruck. Angaben können ein- oder mehrzeilig stehen. Hierarchien wie „Kunde > Auftrag > Produkte“ lassen sich durch Einrückungen oder Aufzählungszeichen verdeutlichen. Weitere Mittel sind gerahmte oder unterstrichene Überschriften, fett hervorgehobene Summen, gezielte Seitenwechsel, das Zusammenhalten zusammengehöriger Zeilen und das bedingte Ausblenden von Detaildaten.

Besondere Formen und typische Beispiele

Prüflisten unterstützen Arbeitsabläufe, indem sie erledigte und unerledigte Tätigkeiten oder Kontrollen aufführen. Sie können Bestandteil sogenannter Standard Operating Procedures (SOP) sein. Eine mit Netzplantechnik erstellte Übersicht gilt im weiteren Sinn ebenfalls als Liste: Sie stellt Ereignisse oder Tätigkeiten grafisch oder tabellarisch und in ihren zeitlichen oder ereignisbezogenen Abhängigkeiten dar.

Typische Beispiele sind Mitgliederlisten, Gästelisten, Mitarbeiterlisten, Adressenlisten, Geburtstagslisten, Terminlisten und Einkaufslisten. Eine Mahnliste enthält Kunden mit rückständigen Zahlungen; eine Preisliste kann etwa als Speisekarte auftreten. Im Internet erscheinen Listen unter anderem als Ergebniszeilen einer Suchmaschine, als Übersicht von Börsenkursen oder als Aufstellung eingegangener E-Mails. Beim Anklicken eines Eintrags kann sich eine Detailansicht öffnen.

Nicht jede strukturierte Informationsdarstellung ist eine Liste. Formulare, Karteikarten und die Detailanzeige einer einzelnen E-Mail gelten nicht als Listen. Auch eine Website, ein Buch oder eine Zeitschrift ist als Ganzes keine Liste, kann jedoch Listen enthalten.

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