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Objektpronomen
Ein Objektpronomen ist dem Wortsinn nach ein Pronomen, das im Satz die Rolle eines grammatischen Objekts einnimmt. Mit dem Begriff werden oft aber nur …
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Begriff und grundlegende Funktion
Ein Objektpronomen ist ein Pronomen, das im Satz die Rolle eines grammatischen Objekts übernimmt. Häufig meint man damit besonders Personalpronomen, weil manche Sprachen zwischen Pronomen als Subjekt und als Objekt deutlich unterscheiden.
In einigen Sprachen haben Pronomen als einzige Wortart unterschiedliche Formen für Subjekt und Objekt beziehungsweise für Nominativ und Akkusativ. Substantive zeigen dort dagegen keine Kasusformen. Dies ist beispielsweise im heutigen Englisch der Fall.
Objektpronomen in romanischen Sprachen
In den romanischen Sprachen unterscheiden sich Objektpronomen von Subjektformen vor allem durch ihre unbetonte Verwendung. Solche Pronomen heißen klitische Pronomina: Sie sind an das Verb „angelehnt“.
Im Spanischen gibt es für Objekte mehrere Typen klitischer Pronomina. Diese stehen im Gegensatz zu betonten Objektpronomina, können aber auch gemeinsam mit ihnen vorkommen. Für das Subjekt gibt es dagegen nur betonte Personalpronomina oder die vollständige Weglassung des Pronomens. Spanisch ist eine Pro-Drop-Sprache, das heißt, ein Subjektpronomen kann weggelassen werden.
Subjekt- und Objektpronomen im Deutschen
Im Deutschen verhalten sich pronominale Subjekte und Objekte meistens gleich. Sie können betont oder unbetont verwendet werden. Unbetonte Personalpronomen werden bevorzugt im Satz nach vorne gezogen: Im Hauptsatz stehen sie direkt hinter der linken Satzklammer, also hinter dem finiten Verb; im Nebensatz stehen sie direkt hinter der Konjunktion.
Dadurch kann ein Objektpronomen leicht vor dem Subjekt stehen, wenn das Subjekt kein Personalpronomen ist:
- Standardreihenfolge Subjekt + Objekt: „Deswegen hat jeder es heimlich zurückgestellt.“
- Objektpronomen hinter der linken Satzklammer im Hauptsatz: „Deswegen hat es jeder heimlich zurückgestellt.“
- Objektpronomen hinter der linken Satzklammer im Nebensatz: „dass es deswegen jeder heimlich zurückgestellt hat“
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Subjekt- und Objektpronomen betreffen zwei Fälle. Das Objektpronomen des Neutrums kann häufig nicht am Satzanfang stehen. Der genaue Grund für diese Beschränkung ist nicht bekannt. Als Objekt ist „es“ in „Vielleicht hat es mein Nachbar versteckt“ möglich, der Satz „? Es hat vielleicht mein Nachbar versteckt“ wirkt dagegen auffällig. Als Subjekt kann „es“ hingegen am Satzanfang stehen: „Es fehlt mir schon länger.“
Außerdem besitzt das Pronomen „man“ keine eigene Objektform. Als Objekt wird normalerweise „einen“ verwendet: „Das kann einen ja ganz verrückt machen.“ In derselben Bedeutung ist jedoch auch der Nominativ „einer“ möglich. Als Subjekt steht beispielsweise: „Man kann dabei ja ganz verrückt werden.“
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