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Non, je ne regrette rien
Non, je ne regrette rien (französisch, „Nein, ich bereue nichts“) ist das weltweit berühmteste Chanson von Édith Piaf, das 1956 von Charles Dumont …
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Werk, Thema und musikalische Wirkung
„Non, je ne regrette rien“ (französisch: „Nein, ich bereue nichts“) ist das weltweit berühmteste Chanson von Édith Piaf. Charles Dumont (1929–2024) komponierte es 1956, Michel Vaucaire (1904–1980) schrieb den Text. Piaf nahm es erstmals am 10. November 1960 auf; die Veröffentlichung folgte im Dezember 1960. Neben „La vie en rose“ und „Milord“ zählt es zu ihren größten Erfolgen.
Die Protagonistin blickt auf gute wie schlechte Erfahrungen zurück und erklärt, bei Liebschaften, Sorgen und Freuden ein reines Gewissen zu haben. Sie lehnt die Vergangenheit entschieden ab und beginnt neu. Das Ende formuliert dies optimistisch: „car ma vie, car mes joies, aujourd’hui, ça commence avec toi“ – „denn mein Leben, denn meine Freuden, sie beginnen heute mit dir“. Musikalisch entwickelt sich das dunkle, trotzige Intro zu einem jubelnden, triumphierenden Schluss. Die wiederholte und deutlich betonte Verneinung „non“ prägt den Ausdruck des Liedes.
Entdeckung durch Édith Piaf
Obwohl das Lied bereits 1956 komponiert worden war, blieb es bis 1960 unveröffentlicht. Am 24. Oktober 1960 besuchten Dumont und Vaucaire die bereits schwer kranke Piaf in ihrer Wohnung am Boulevard Lannes 67 in Paris. Piaf hatte frühere Kompositionen Dumonts abgelehnt und empfing beide zunächst unfreundlich. Als Dumont das neue Lied vorsang und Vaucaire das wiederholte „non“ betonte, weckte besonders das trotzige Intro Piafs Interesse.
Nach der Zeile „je repars à zéro“ – im Sinn von „ich fange von vorne an“ – verlangte Piaf eine Wiederholung und nannte das Lied „Formidable!“. Sie erklärte, darauf habe sie ihr ganzes Leben gewartet, und wollte es bei ihrem bevorstehenden Auftritt im L’Olympia singen. Dies geschah trotz schwieriger Umstände: Nach ihrem Zusammenbruch am 20. September 1959 im New Yorker Waldorf Astoria und einer Krebsbehandlung waren für 1960 alle geplanten Auftritte abgesagt worden. Zugleich stand Bruno Coquatrix’ Olympia-Theater vor dem finanziellen Ruin. Piaf bat Coquatrix dennoch, das Theater Ende 1960 für sie zu reservieren.
Aufnahme, Erfolg und Charts
Piaf nahm das Chanson am 10. November 1960 mit dem Orchester Robert Chauvigny in den Pariser Pathé-Marconi-Tonstudios der EMI auf. Im Dezember erschien es auf der EP „Non, je ne regrette rien / Les mots d’amour / Jérusalem“ (Columbia ESRF 1303). Piaf übernahm die deutliche Betonung des „non“ und sang den Text nach Darstellung des Artikels sehr überzeugend.
Am 30. Dezember 1960 eröffnete Piaf ihren Auftritt im Pariser Olympia. Tausende Kartenbesitzer, darunter Regierungsbeamte und Generäle, warteten auf Einlass. Sie wurde mit 15 Minuten Applaus begrüßt und begann mit „Les mots d’amour“, dem zweiten Titel der A-Seite der EP. Bis Ende 1961 wurden allein in Frankreich 1 Million Platten verkauft. Die EP stand, mit Unterbrechungen, insgesamt 21 Wochen auf Platz 1 der französischen Hitparade: vom 23. Januar bis 12. Februar 1961, vom 27. Februar bis 5. März 1961 sowie vom 12. Juni bis 2. Juli 1961.
Auch in Wallonien und Québec erreichte der Titel Platz 1; in der Schweiz Platz 5, in Flandern Platz 6 und in Italien Platz 8. Die deutsche Single „Non, je ne regrette rien / Jérusalem“ (Columbia C 21 725) kam ebenfalls im Dezember 1960 heraus, erreichte aber keine Hitparade.
Militärische Bedeutung und spätere Verwendung
Piaf widmete das Lied der französischen Fremdenlegion, die während des Algerienkriegs von 1954 bis 1962 zu großen Teilen in Algerien stationiert war. Nach dem gescheiterten Putsch französischer Generäle gegen Charles de Gaulle am 23. April 1961 sangen Soldaten der Fremdenlegion das Lied; ihre Fallschirmjäger hatten fast geschlossen am Putsch teilgenommen. Auch französische Gegner der algerischen Unabhängigkeit verwendeten es mit verändertem Text. Bis heute gehört es zum Musikrepertoire der Fremdenlegion.
Mindestens 39 Coverversionen sind genannt. Dazu zählen Milvas italienische Fassung „Nulla rimpiangerò“ vom 3. Mai 1961, Piafs englische Version „No Regrets“ mit Text von Hal David vom Mai 1961 sowie Versionen von Kay Starr, Kathy Kirby, Shirley Bassey und Gisela May. Basseys Fassung erreichte 1965 Platz 39 der britischen Charts. Das Lied wurde außerdem in verschiedene Sprachen übertragen und vielfach in Film, Fernsehen und Streaming eingesetzt. In „Inception“ von 2010 signalisiert es den Träumenden, dass die Zeit abgelaufen ist und sie bald aufwachen müssen.
Eine Rezension von Marc Zitzmann beschreibt Piafs Vortrag als unerschütterliches Selbstbewusstsein, das durch saubere Diktion, kontrollierte Tremoli und große Dringlichkeit wirke. Dumont fasste die Aussage des Liedes als Bilanz zusammen: Gutes und Schlechtes erlebt, das Beste gegeben und nichts bereut zu haben.