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New Economy

Eine weitere Wirtschaftsform (seit den 2000er Jahren) ist die sogenannte „Gig Economy“, wobei das „Gig“ eine temporäre Aufgabe beschreibt, da der Begriff …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Entstehung
  2. 2. Wirtschaftliches Modell
  3. 3. Krise und Übergang
  4. 4. Digitale Wirtschaft
  5. 5. Technische Grundlagen und künstliche Intelligenz
  6. 6. Folgen und Kontroversen

Grundidee und Entstehung

Die New Economy („Neue Wirtschaft“) bezeichnet den Übergang von einer vor allem auf Warenproduktion ausgerichteten Wirtschaftsweise zu einer Wirtschaft, in der Dienstleistungen und besonders Onlinedienste im Mittelpunkt stehen. Eng damit verbunden ist der elektronische Handel. Als Gegenbegriff dient die „Old Economy“, zu der etwa die aus der industriellen Revolution hervorgegangene Schwerindustrie gezählt wird.

Die New Economy entstand im Zuge der digitalen Revolution und des Informationszeitalters, als das Internet ab den 1990er Jahren für Privatanwender verfügbar wurde. Für 1998 wurde die Zahl der Menschen mit Internetzugang auf rund 175 Millionen geschätzt. Das Schlagwort „Web 2.0“ beschrieb später, dass Menschen das Internet zunehmend nicht nur zum Abrufen von Informationen, sondern auch zur Kommunikation und Zusammenarbeit nutzten.

Typisch waren neu gegründete Unternehmen in Zukunftsbranchen wie Informationstechnik, Multimedia, Biotechnik und Telekommunikation sowie Hersteller forschungsintensiver Produkte. Ein Beispiel ist das 1994 gegründete E-Commerce-Unternehmen Amazon. Die New Economy brachte zahlreiche Unternehmen, Produkte und Dienste hervor, von denen einige weiterhin bestehen.

Wirtschaftliches Modell

Vertreter der New Economy erwarteten, dass die industrielle Massenfertigung an Bedeutung verlieren und eine Informationsökonomie entstehen würde. In ihr stehen innovative Ideen sowie die Erzeugung, Verarbeitung und Verbreitung von Informationen und digitalen Inhalten im Mittelpunkt. Solche immateriellen Güter sind beispielsweise Software, Musik und Videos. Physische Arbeitsprozesse und Absatzwege sollten zunehmend durch digitale Prozesse überlagert werden.

Eine zentrale Annahme betraf die Wertbildung: Klassische Güter wie Rohstoffe oder industrielle Erzeugnisse gewinnen nach herkömmlichen Vorstellungen durch Knappheit an Wert. Viele Güter der New Economy sollten dagegen umso wertvoller und nützlicher werden, je weiter sie verbreitet sind und je mehr Menschen sie verwenden. Dieser Zusammenhang heißt Netzwerkeffekt. Kommunikationsmittel wie Telefon, Fax, E-Mail und Online-Communitys sind besonders nützlich, wenn viele Personen Zugang dazu haben. Eine „kritische Masse“ bezeichnet dabei die Nutzerzahl, ab der ein Angebot einen erheblichen Nutzen und weiteres Wachstum entwickeln kann.

Technisch beruhte diese Entwicklung auf Fortschritten der Halbleiterindustrie und Halbleitertechnologie seit den 1980er Jahren. Ende der 1990er Jahre investierten Geldgeber große Summen in meist US-amerikanische Start-ups, um innovative Ideen zu finanzieren und frühzeitig neue Märkte zu erschließen. Wichtige Begriffe dieses Umfelds sind unter anderem Venture Capital beziehungsweise Wagniskapital, also Kapital für junge Unternehmen mit hohen Chancen und Risiken, die Seedfinanzierung als Finanzierung einer frühen Unternehmensphase und der Initial Public Offer (IPO) als erstmaliger Börsengang.

Krise und Übergang

Ab dem Jahr 2000 geriet die New Economy in eine Krise beziehungsweise Konsolidierungsphase. Viele Geschäftsmodelle erwiesen sich als konzeptionelle Fehlschläge; außerdem scheiterten Start-ups teilweise am sogenannten „Gründersyndrom“. Die überhöhten Erwartungen führten schließlich zum Platzen der Dotcom-Blase. Zahlreiche Aktien wurden zu Pennystocks, also Aktien mit einem Kurswert von weniger als 1 Dollar oder 1 Euro. Viele Dotcom-Unternehmen verschwanden, und es kam zu Massenentlassungen. Andere Unternehmen, etwa eBay, überstanden die Krise.

Damit setzte sich die Erkenntnis durch, dass die digitale Revolution die Grundregeln des Kapitalismus nicht außer Kraft setzt. Auch eine strikte Trennung von New Economy und Old Economy erwies sich als wenig sinnvoll: Etablierte Unternehmen begannen selbst, in Online-Portale, Webshops und weitgehend webbasierte Dienstleistungen zu investieren. Nach der Bewältigungsphase gingen Teile der Branche in die neue Digital Economy über.

Digitale Wirtschaft

Die Digital Economy („digitale Wirtschaft“ oder „Digitalwirtschaft“) kann als Weiterentwicklung der New Economy verstanden werden. Zu ihr gehören neuartige, häufig internetbasierte Produkte und Dienste sowie E-Business, E-Shops, Online-Marketing und elektronische Handelsplattformen. Der ähnliche Begriff „Internetökonomie“ bezeichnet zugleich ein Forschungsgebiet zur wirtschaftlichen Nutzung des Internets. Eine genaue zeitliche Grenze zwischen New Economy und Digital Economy ist nicht möglich; viele neue Angebote entstanden jedoch seit ungefähr 2000. YouTube wurde beispielsweise 2005 gegründet. Nach Schätzung der International Telecommunication Union waren 2024 rund 5,5 Milliarden Menschen online.

Die Digital Economy ist eng mit Big Data, Data Mining und Data Science verbunden, also mit großen Datenmengen, ihrer systematischen Auswertung und der wissenschaftlichen Gewinnung von Erkenntnissen aus Daten. Einige besonders große Technologieunternehmen werden umgangssprachlich als „Big Tech“ bezeichnet.

Viele digitale Unternehmen sind Start-ups, die Innovationen durch Wagniskapital finanzieren. Nach der Weltfinanzkrise ab 2008 betrieben zunächst die US-Notenbank FED von 2008 bis 2016 und später die Europäische Zentralbank von 2014 bis 2022 eine Niedrigzinspolitik. Diese wird im Artikel mit Quantitativer Lockerung (Quantitative Easing, QE) verbunden und leitete ein Zeitalter des „billigen Geldes“ ein, das Investitionen und Wachstum digitaler Unternehmen begünstigte.

Wirtschaftlich prägend sind neue Möglichkeiten zur teilweise monetarisierten Selbstvermarktung von Produkten oder Dienstleistungen, etwa über Etsy oder OnlyFans. Weitere Formen sind Videoblogging, Influencing und Streaming. Soziale Medien und Onlinewerbung sowie Plattformen, Finanztechnologie, Crowdfunding, Zahlungsdienste und Onlinebanken schufen neue Geschäftsmodelle. Technik ergänzt außerdem klassische Dienste, beispielsweise durch Chatbots und Robotaxis. Globale Plattformen wie Alibaba, gegründet 1999, und Temu, gegründet 2022, ermöglichen den direkten weltweiten Warenversand. Eine weitere Form digital vermittelter Arbeit ist die Gig Economy: Ein „Gig“ ist eine zeitlich begrenzte Aufgabe. Dazu gehören auch Freelancing-Plattformen wie Fiverr.

Technische Grundlagen und künstliche Intelligenz

Grundlage der Digital Economy sind schnelles Internet, leistungsfähige Server und Rechenzentren, Netzwerkinfrastruktur sowie moderne Informations- und Computertechnik. Cloud Computing stellt Rechenleistung, Speicher und andere IT-Dienste über Netzwerke bereit; ein Beispiel sind die 2006 gegründeten Amazon Web Services (AWS). Auch die Blockchain, eine dezentral geführte Datenstruktur, und die damit verbundenen Kryptowährungen gehören zu den neuen Technologien. In diesem Bereich ist beispielsweise Coinbase tätig.

Mobiltelefone entwickelten sich zu Smartphones und Tabletcomputern. Diese neuen Medien ermöglichten seit Mitte der 2000er Jahre eine hohe Mobilität bei der Internetnutzung und verdrängten Dial-up-Verbindungen, während xDSL weiterhin eingesetzt wird. Die Mobilfunkinfrastruktur entwickelte sich vom GSM-Netz zu LTE und dessen Nachfolgern; ältere Standards wie CDMA2000 wurden bis Ende der 2010er Jahre abgelöst. Laut Artikel ermöglichen seit den 2020er Jahren 5G- und 6G-Systeme mobiles, hochverfügbares Hochgeschwindigkeitsinternet. Die Sicherheit solcher Systeme ist politisch umstritten, insbesondere mit Blick auf Anbieter aus der Volksrepublik China wie ZTE und auf die Chipindustrie.

Seit dem Aufkommen moderner KI-Anwendungen ab etwa 2023, darunter ChatGPT, richten sich viele Unternehmen erneut aus. Diese KI-basierte Digital Economy nutzt moderne Künstliche Intelligenz, darunter große Sprachmodelle, und leistungsfähige IT. Nvidia stellt dafür wichtige Grafikchips bereit und wurde dem Artikel zufolge zum ersten Unternehmen der US-Geschichte mit einer Marktkapitalisierung von 5 Billionen Dollar.

Folgen und Kontroversen

Die New Economy beeinflusste seit den 1990er Jahren die Weltwirtschaft, die Globalisierung und die Öffnung von Märkten. Zugleich verschärfte der Onlinehandel den Wettbewerb für stationäre Einzelhändler; in diesem Zusammenhang wurde von einem „Ladensterben“ gesprochen. Manche traditionelle Unternehmen reagierten mit eigenen Webshops.

Umstritten sind auch die Arbeits- und Finanzierungsbedingungen der Digital Economy. Plattformen können Arbeit an selbstständige Auftragnehmer auslagern. Gleichzeitig belastete der Wechsel der Zentralbanken von Quantitativer Lockerung zu Quantitativer Straffung (Quantitative Tightening, QT) manche Geschäftsmodelle. QT soll die Inflation bekämpfen, erschwert aber das schnelle Wachstum kapitalabhängiger Unternehmen. Das Zeitalter des billigen Geldes endete laut Artikel ungefähr 2023, nachdem die FED während der Coronakrise nochmals QE eingesetzt hatte. Unternehmen, die ohne günstige Finanzierung kaum überleben können, wurden als „Zombieunternehmen“ bezeichnet. Als Folgen der Unsicherheit nennt der Artikel den Zusammenbruch der Silicon Valley Bank im Jahr 2023 und den Zusammenbruch der Credit Suisse. Langfristige QE-Maßnahmen, Aktienrückkäufe und dadurch begünstigte Höchststände von Kursen und Indizes werden ebenfalls kritisch diskutiert. Der Ökonom Mohamed A. El-Erian bezeichnete diese Phase 2023 als historische Ausnahme und forderte statt künstlichen Wachstums nachhaltiges und inklusives Wachstum sowie politische Maßnahmen etwa bei Infrastruktur, Steuern und der Umschulung von Arbeitnehmern.

Im Bereich der künstlichen Intelligenz ist von einem technologischen „Wettrüsten“ zwischen den USA, der Volksrepublik China und weiteren Ländern die Rede. Wegen des hohen Energiebedarfs von KI investieren einige US-Unternehmen in Kernenergie; Hersteller entwickeln dafür sogenannte Small Modular Reactors (SMR), also kleine modulare Kernreaktoren. 2025 berichteten Medien und Finanzexperten angesichts sehr hoher KI-Investitionen und kaum nachvollziehbarer Umsätze über die Möglichkeit einer „KI-Blase“, vergleichbar mit der Dotcom-Blase. Ob eine solche Blase besteht, wird kontrovers diskutiert.

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