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Nachfragelücke

Um eine Nachfragelücke (englisch demand gap) handelt es sich in der Wirtschaft, wenn auf einem Markt die Nachfrage geringer ist als das Angebot.

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Ursachen und wirtschaftliche Folgen
  3. 3. Abgrenzung zu anderen Marktungleichgewichten

Definition und Bedeutung

Eine Nachfragelücke liegt in der Wirtschaft vor, wenn auf einem Markt die Nachfrage geringer ist als das Angebot. Der englische Begriff lautet „demand gap“. Das Gegenteil ist die Angebotslücke.

Auf funktionierenden Märkten gleichen sich Angebotsmenge und Nachfragemenge normalerweise beim Marktpreis oder Gleichgewichtspreis aus; dann besteht Marktgleichgewicht. Eine Nachfragelücke zeigt dagegen ein Marktungleichgewicht an. Sie kann zum Beispiel durch einen Angebotsüberschuss entstehen: Der Marktpreis liegt dann über dem Gleichgewichtspreis, sodass die nachgefragte Menge kleiner ist als die angebotene Menge.

Die Nachfragelücke geht von den Nachfragern aus. Sie passen ihren Bedarf nicht oder nur zögerlich an die langfristige Angebotsentwicklung an oder können dies nicht. Aus Sicht der Anbieter bestehen in dieser Lage Überkapazitäten, also mehr Produktions- oder Angebotsmöglichkeiten, als tatsächlich nachgefragt werden.

Ursachen und wirtschaftliche Folgen

Mögliche Ursachen einer Nachfragelücke sind ein Konsumentenboykott oder erhöhtes Sparen. Auch eine geringe oder ausbleibende Investitionsneigung der Unternehmen kann eine Nachfragelücke auslösen. Bei gegebenem Kreditzins kann ein Angebotsüberhang auf dem Kreditmarkt zu einer Nachfragelücke auf dem Investitionsgütermarkt führen.

Nach John Maynard Keynes muss das Zinsniveau gesenkt werden, um die Investitionsneigung zu verbessern und dadurch auch die Beschäftigung zu erhöhen. In diesem Zusammenhang wird von „Unterkonsumtionsarbeitslosigkeit“ gesprochen. Vereinfacht bedeutet Keynesianismus hier: Im marktwirtschaftlichen System existiert aus strukturellen Gründen immer eine Nachfragelücke, die für Arbeitslosigkeit verantwortlich ist.

Eine Nachfragelücke liegt auch dann vor, wenn die Nachfrage zurückgeht, ohne dass sich das Angebot verändert hat. Ein Beispiel im Artikel ist ein geänderter Modetrend. Nachfragelücken tendieren zur Deflation, also zu sinkenden Preisen. Auf einem vollkommenen Markt verschieben sich bei einer Nachfragelücke Angebots- und Nachfragekurve, bis ein neues Marktgleichgewicht erreicht wird, in der Regel mit niedrigerem Preis und höherer Menge.

Abgrenzung zu anderen Marktungleichgewichten

Nachfragelücke und Angebotsüberhang sind modelltheoretisch zwar dasselbe, werden aber nach Ursache und Wirkung unterschieden. Bei einer Nachfragelücke liegt die Ursache bei den Nachfragern: Ihre Aktivität bleibt aus oder sinkt, während das Angebot zunächst konstant bleibt.

Die Tabelle im Artikel unterscheidet vier Marktungleichgewichte: Beim Nachfrageüberhang steigen Preis und Menge. Bei der Nachfragelücke sinken Preis und Menge. Beim Angebotsüberhang sinkt der Preis, während die Menge steigt. Bei der Angebotslücke steigt der Preis, während die Menge sinkt.

Der Artikel nennt zur Abgrenzung außerdem, dass eine Nachfragelücke einen Preis- und Mengenrückgang zur Folge hat. Zum Angebotsüberhang enthält der Text jedoch eine Unstimmigkeit: Zunächst wird er mit Preisrückgang und Mengensteigerung beschrieben, am Ende aber mit Preissteigerung und Mengenrückgang. Wichtig für die Nachfragelücke bleibt: Sie entsteht durch ausbleibende Nachfrage bei zunächst gleichbleibendem Angebot.

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