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Angebotslücke
Um eine Angebotslücke (englisch output gap) handelt es sich in der Wirtschaft, wenn auf einem Markt das Angebot geringer ist als die Nachfrage.
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Begriff und Marktmechanismus
Eine Angebotslücke (englisch: output gap) liegt auf einem Markt vor, wenn das Angebot geringer ist als die Nachfrage. Ihr Gegensatz ist die Nachfragelücke.
Auf funktionierenden Märkten gleichen sich Angebots- und Nachfragemenge beim Marktpreis beziehungsweise Gleichgewichtspreis normalerweise aus; dann besteht Marktgleichgewicht. Eine Angebotslücke ist dagegen ein Zeichen für Marktungleichgewicht. Der Marktpreis liegt dabei unter dem Gleichgewichtspreis.
Die Ursache geht stets von den Anbietern aus: Sie passen ihre Kapazitäten nicht oder nur zögerlich an die langfristige Nachfrageentwicklung an oder müssen Produktionsausfälle hinnehmen. Als monetäres Pendant wird die Geldlücke genannt. Regallücken im Einzelhandel sind ein typisches Beispiel.
Ursachen und wirtschaftliche Folgen
Eine Angebotslücke kann in der Landwirtschaft entstehen, wenn Dürre oder andere Naturkatastrophen Missernten verursachen. Dann können Agrarprodukte nicht in der üblichen Menge und/oder Qualität geliefert werden. Die Nachfrage muss dafür nicht gestiegen sein, sondern kann konstant bleiben.
Die Angebotslücke führt zu einem Nachfrageüberhang, also zu mehr Nachfrage als verfügbarem Angebot. Die Nachfrage muss repartiert, also auf die Nachfrager verteilt, werden; zugleich steigen die Agrarpreise. Durch die höheren Preise sinkt schließlich die Nachfrage, weil manche Nachfrager die verteuerten Produkte wegen des Preis-Leistungs-Verhältnisses nicht kaufen wollen. Preissteigerungen dieser Art führen zu einer Angebotslückeninflation.
Abgrenzung und weitere Verwendung
Angebotslücke und Nachfrageüberhang sind modelltheoretisch zwar gleich, unterscheiden sich aber in ihrer Ursache und bei den Auswirkungen auf Preise und Mengen:
- Nachfrageüberhang: Preissteigerung und Mengensteigerung.
- Nachfragelücke: Preisrückgang und Mengenrückgang.
- Angebotsüberhang: Preisrückgang und Mengensteigerung.
- Angebotslücke: Preissteigerung und Mengenrückgang.
Der Nachfrageüberhang beruht auf einer Preis- und Mengensteigerung. Bei der Angebotslücke steigt dagegen der Preis, während die Menge zurückgeht. Ihre Ursache liegt stets beim Anbieter, nicht bei den Nachfragern.
Die Produktionslücke der Makroökonomie ist davon abzugrenzen: Sie misst als volkswirtschaftliche Kennzahl ausschließlich die Abweichung des realisierten Bruttoinlandsprodukts (BIP) vom Produktionspotenzial (PP).
In der Betriebswirtschaft liegt eine Angebotslücke auch vor, wenn das Angebot an Produkten oder Dienstleistungen unvollständig ist, weil Produkttypen im Produktionsprogramm fehlen. Vitaminwasser kann beispielsweise die Angebotslücke zwischen Near-Water-Getränken und klassischen Softdrinks schließen.