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Musikalische Früherziehung
Musikalische Früherziehung umfasst inner- und außerschulische Bestrebungen, um Kinder frühzeitig an Musik heranzuführen. Man spricht allgemein von …
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Begriff und Bedeutung
Musikalische Früherziehung (MFE) umfasst schulische und außerschulische Angebote, die Kinder früh an Musik heranführen. Allgemein wird sie der musikalischen Elementarerziehung zugeordnet. Im klassischen Sinn richtet sie sich an Kinder von etwa 4 bis etwa 6 Jahren; in der Schweiz heißt sie Musikalische Grundausbildung (MGA). Sie bereitet häufig auf späteren Instrumental- oder Gesangsunterricht vor.
Musikalität hängt teilweise von besonderer Begabung und später auch von kognitiven Fähigkeiten ab. Viele musikalische Fähigkeiten liegen jedoch im psychomotorischen Bereich, verbinden also Wahrnehmung und Bewegung. Sie können bereits in frühen Entwicklungsphasen angelegt und gefördert werden und auch anderen Lebensbereichen zugutekommen. Studien zufolge soll Musikunterricht außerdem die kognitive Entwicklung von Vorschulkindern unterstützen. Musik kann für Kinder und Eltern auch eine therapeutische Funktion haben, wie sie besonders in der Musiktherapie sichtbar wird.
Der Artikel weist darauf hin, dass die meisten seiner Abschnitte nicht ausreichend belegt sind. Besonders die dargestellten Ziele und Methoden beruhen laut einem Warnhinweis nicht erkennbar auf allgemein anerkannten Richtlinien oder einem fachlichen Konsens. Diese Aussagen sind daher als Darstellung des Artikels und nicht durchgehend als gesicherte Empfehlungen zu verstehen.
Einordnung und grundlegendes Konzept
Die MFE gehört zu den Unterrichtsfächern der musikalischen Elementarerziehung. Zu diesem Bereich zählen außerdem musikalische Frühförderung, Grundausbildung, Erwachsenenbildung und in jüngerer Zeit auch Seniorenbildung, etwa in Kursen an Volkshochschulen.
An deutschen Musikschulen ist die klassische MFE seit über 40 Jahren etabliert. Einen wichtigen Rahmen schuf das Unterrichtsprogramm Curriculum MFE von 1968, mit dem der Verband deutscher Musikschulen (VdM) auf frühpädagogisches Material der japanischen Yamaha Corporation reagierte. Dieses Material war überwiegend auf den Verkauf von Tasteninstrumenten ausgerichtet. Das Curriculum nannte als wesentliche Inhalte Singen, Tanz und Bewegung, Instrumentenkunde, Musikhören, elementares Instrumentalspiel mit Glockenspiel und Orff-Instrumentarium, elementare Notenlehre sowie Improvisation. Später entstanden zahlreiche weitere Unterrichtskonzepte mit unterschiedlichen Ansätzen und Schwerpunkten.
Zentrale Lernbereiche
Die im Artikel dargestellten Hauptbereiche verbinden musikalisches Erleben, eigenes Gestalten und erstes Fachwissen:
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Beim Singen bauen Kinder ein Repertoire aus älteren und neueren Kinderliedern auf. Gemeinsames Singen soll Kindergruppen und Generationen verbinden, die Kinderstimme entwickeln und einen singenden Zugang zur Welt ermöglichen.
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Tanz und Bewegung erhalten die Freude an Bewegung zur Musik. Kinder erleben musikalische Abläufe mit dem ganzen Körper, lernen beispielsweise Kreistänze, Tanzgeschichten, Schritte und Bewegungsmuster kennen und erhalten Raum für rhythmische und tänzerische Improvisation.
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Instrumentenkunde vermittelt Klang, Aussehen und Funktionsweise verschiedener Instrumente, die später erlernt werden können. Der Artikel betont, dass der unmittelbare Kontakt mit einem vorgespielten Instrument durch Bilder oder Tonaufnahmen nur unvollständig ersetzt wird.
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Musikhören konzentriert sich laut Darstellung besonders auf klassische Musik. Kinder sollen Oper, klassische Konzerte und Ballett genussvoll aufnehmen können. Die Behauptung, ein später fehlender Zugang zur klassischen Musik sei nach einer frühen Hinwendung zum Popbereich nur schwer auszugleichen, wird im Artikel nicht hinreichend belegt.
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Beim elementaren Instrumentalspiel kommen besonders das Orff-Instrumentarium und für bestimmte Tonfolgen Glockenspiele, teilweise auch Melodika und Tasteninstrumente, zum Einsatz.
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Improvisation fördert Fantasie sowie musikalische und gestalterische Vorstellungskraft, etwa durch Klanggeschichten, Theaterexperimente und freie Instrumentalspiele.
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Beim Sprechen über Musik reflektieren Kinder ihr eigenes musikalisches Schaffen. Der Austausch kann neue Ideen anregen, Wissen und Können erweitern und die Erwartungen sowie Wertvorstellungen der Kinder in den Unterricht einbeziehen.
Gehörbildung und Notenlehre
Elementare Gehörbildung bedeutet, das bewusste Hören und Unterscheiden zu schulen. Am Anfang stehen Übungen wie das Erkennen von Geräuschen und die Unterscheidung hoher und tiefer Töne. Nach der Empfehlung des VdM-Lehrplans soll darauf die zunächst absolute Solmisation nach Zoltán Kodály folgen. Solmisation bezeichnet ein Verfahren, bei dem Tonhöhen mit Silben benannt werden. Laut Artikel wird diese Methode wegen ihres relativ hohen Abstraktionsgrades in der Praxis selten angewandt. Neuere Ansätze vermenschlichen die Silben, beispielsweise Re als „Rena“, Mi als „Mira“ und Fa als „Fabian“, und verbinden Handzeichen mit Eigenschaften dieser Figuren. Illustrationen und passende Kompositionen können dies unterstützen.
Der Artikel erklärt außerdem, dass die Fähigkeit zur Ausbildung eines erblich angelegten absoluten Gehörs mit zunehmendem Alter deutlich abnehme. Absolutes Gehör ist die Fähigkeit, Tonhöhen ohne einen Vergleichston zu erkennen. Häufiger Umgang mit festen, später benannten Tonhöhen – etwa vom Glockenspiel, Klavier oder von einer CD – habe deshalb im Vorschulalter große Bedeutung. MFE solle diese Entwicklung weder erzwingen noch verhindern. Auch diese Aussagen stehen im Kontext der im Artikel insgesamt bemängelten Beleglage.
Die elementare Notenlehre kann mit grafischer Notation beginnen und anschließend zur regulären Notenschrift übergehen. Neuere Methoden stellen Noten beispielsweise als Solmisationsfiguren in einem „Notenhaus“ dar. Unterschiede zwischen Viertelnoten, halben Noten und ganzen Noten können von kindlichen Bewegungsabläufen über Symbolbilder zur Notenschrift übertragen werden. Notenlehre soll mit Instrumentalspiel und möglichst mit Gehörbildung als Grundlage des späteren Blattsingens verbunden sein, statt nur aus dem Zeichnen von Noten zu bestehen.
Unterrichtspraxis und übergreifende Aspekte
MFE findet unter anderem in Musikschulen, Musikvereinen und Kindergärten statt. Üblicherweise trifft sich eine Kindergruppe einmal pro Woche für etwa 30 bis 75 Minuten. Die Kinder singen Lieder, betrachten und erproben Instrumente, führen Tanzbewegungen aus und hören oder erleben Musik. Der Unterricht ist in der Regel informell und spielerisch.
Weil viele Kinder gern laute Klänge oder Lärm erzeugen und sich entsprechende Gegenstände als Rhythmusinstrumente eignen, werden beispielsweise Maracas, Trillerpfeifen, Blockflötenköpfe und Vuvuzelas eingesetzt.
Einige Themen durchziehen nahezu alle Lernbereiche: die Beschäftigung mit Musik, Sprache, Traditionen, Tänzen und Liedern anderer Kulturen; soziale Reifung, Kommunikation und Integration; rhythmische Schulung in Sprache, Instrumentalspiel und Bewegung; sowie Improvisation. Obwohl Improvisation selbst ein Hauptbereich ist, soll sie auch als Grundgedanke in andere Bereiche einfließen. Abweichungen vom Bekannten sollen dem Unterricht Frische und Authentizität geben.
Untersuchte Vorteile
Eine Studie des ZNL TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen der Universität Ulm untersuchte die Wirkungen musikalischer Früherziehung über zwei Jahre. Verglichen wurden eine Kindergruppe mit wöchentlichen MFE-Angeboten und eine Kontrollgruppe ohne zusätzliche musikalische Angebote.
Nach den Ergebnissen wirkte sich die musikalische Früherziehung positiv auf die kindliche Entwicklung aus. Die teilnehmenden Kinder verfügten beim Schulstart über gute sprachliche Voraussetzungen. Zudem wurden Verbesserungen bei der Kontrolle von Verhalten und Emotionen festgestellt.