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Glockenspiel (Musikinstrument)
Das Glockenspiel ist ein oktavtransponierendes Musikinstrument, denn seine Musik wird zwei Oktaven (seltener auch eine Oktave) tiefer notiert als es klingt, …
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Grundidee und Klang
Das Glockenspiel ist ein Metallophon, also ein Instrument mit gestimmten Metallstäben oder Metallplatten. Diese Platten sind entweder in einer Reihe oder ähnlich wie eine Klaviatur angeordnet. In Europa wird es als Orchesterinstrument und als Kinderinstrument verwendet.
Wie bei Metallophonen üblich, liegen die Metallstäbe an ihren beiden Schwingungsknoten auf und werden in der Mitte angeschlagen. Dadurch entstehen die Töne. Der Name bezieht sich nicht auf das Spiel mehrerer Glocken, sondern auf die ursprüngliche Verwendung des Instruments zum Stimmen des Turmglockenspiels.
Herkunft und frühe Verwendung
Metallophone sind seit dem 1. Jahrtausend in Ost- und Südostasien bekannt. Seit den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts war die Niederländische Ostindien-Kompanie im heutigen Indonesien aktiv. Dort dürften Niederländer verschiedene Metallophone kennengelernt haben, zum Beispiel gendèr und gangsa.
Der niederländische Organist Quirin van Blankenburg (1654 bis nach 1739) erwähnte ein „Staafspel“ aus Bronze, das er 1676 in der Glockengießerei von Pieter Hemony sah. Es wurde dort zum Stimmen von Glockenspielen verwendet. Anfangs diente das kleine Metallophon außerdem als Übungsinstrument für das Turmglockenspiel. Diese Funktion hat das Glockenspiel beibehalten.
Weil man das Instrument auch in geschlossenen Räumen verwenden konnte, begannen Komponisten im 18. Jahrhundert, eigene Werke für das Glockenspiel zu schreiben.
Bauformen und Spielweise
Das Glockenspiel wird meist mit zwei Schlägeln gespielt, zum Beispiel beim Kastenglockenspiel. Es gibt auch ein Klaviaturglockenspiel, bei dem die Töne über Tasten mit einer Klaviermechanik ausgelöst werden.
Das Glockenspiel ist ein oktavtransponierendes Musikinstrument: Seine Musik wird zwei Oktaven tiefer notiert, als sie klingt; seltener wird sie eine Oktave tiefer notiert. Ähnlich ist dies bei den Crotales. Im klassischen Sinfonieorchester gehört das Glockenspiel zu den am höchsten klingenden Instrumenten. Die Stimmung kann verändert werden, indem man die Platten austauscht.
In der musikalischen Früherziehung wird das Glockenspiel für elementares Instrumentalspiel eingesetzt. Auch in Schulen dient es häufig als Lehrmittel. Als Kinderspielzeug wird es manchmal fälschlich als Xylophon bezeichnet.
Besondere Formen
Eine seltenere besondere Bauform ist das Tastenglockenspiel. Es ist ein kleines Tasteninstrument nach dem Prinzip der Celesta.
Das in der Marschmusik oder bei Militärkapellen verwendete Glockenspiel heißt Lyra.