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Lärminstrument

Lärminstrumente sind Klangerzeuger, die Lärm produzieren sollen. Lärminstrumente erfüllen häufig Aufgaben im Signalwesen (z. B. Hupe, Martinstrompete) …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Definition und Bedeutung
  2. 2. Einsatzbereiche
  3. 3. Arten und Beispiele
  4. 4. Spielbarkeit, Lernen und Lautstärke

Definition und Bedeutung

Lärminstrumente sind Klangerzeuger, deren Zweck darin besteht, Lärm zu produzieren. Sie dienen häufig als Signalmittel: Eine Hupe oder Martinstrompete kann beispielsweise vor Gefahren warnen. Bei politischen Demonstrationen sollen Lärminstrumente Aufmerksamkeit erregen. In bestimmten Bräuchen werden sie außerdem als magische Abwehrmittel gegen böswillige Mächte eingesetzt, teilweise als Bestandteil einer Ritualmusik.

Die Grenze zwischen Lärm- und Musikinstrumenten ist fließend. Auch Instrumente, die vor allem laut sein sollen, können musikalisch oder rhythmisch gestaltet werden. Auf vielen Lärminstrumenten lassen sich Rhythmen spielen oder begleiten.

Einsatzbereiche

Neben der Warn- und Signalfunktion werden oder wurden Lärminstrumente in kultischen und volksreligiösen Bräuchen verwendet, etwa zur Geisteraustreibung. Weitere Einsatzgebiete sind die Treibjagd und allgemein das Erwecken von Aufmerksamkeit. In Österreich ist das Ratschen als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Manche Lärminstrumente dienen Kindern als Spielzeuginstrumente. Weit verbreitet sind sie auch bei Sportveranstaltungen, besonders in Fußballstadien, wo Fans damit ihre Mannschaften anfeuern.

In der historischen Militärmusik, beispielsweise in der Musik der Janitscharen, hatten Lärminstrumente eine wichtige Funktion. Sie sollten einerseits die eigenen Soldaten ermutigen und andererseits den Gegner einschüchtern. Die Lärmtrommel war traditionell außerdem ein verbreitetes Gerät zur Alarmierung.

Arten und Beispiele

Zur Lärmerzeugung werden viele Schlag- und Effektinstrumente eingesetzt. Beispiele sind Ratschen, Plattenklapper, Klapperbrett – auch Klepper oder auf Lettisch Klabeklis genannt –, Brummtopf, Glocke, Schellen, Peitsche, freies Mirliton beim Kammblasen, Teufelsgeige, Naturhorn und Tröte. Dazu kommt der Luftrüssel, der auch Blasrolle oder Luftrüssel-Tröte heißt.

Ein Beispiel für den fließenden Übergang zum Musikinstrument ist die Martinstrompete. In der Arbeiterbewegung entstanden sogenannte Schalmeienorchester, in denen Martinstrompeten gespielt wurden. Mittlerweile treten teilweise auch im Karneval Schalmeienkapellen auf.

Spielbarkeit, Lernen und Lautstärke

Lärminstrumente können in der Regel ohne musikalische Vorkenntnisse sofort gespielt werden. Viele kleine Instrumente wie Vogelpfeife, Cuíca, Rasseln und Knackfrosch sind zudem oft sehr preiswert. Einige von ihnen gehören zum orffschen Instrumentarium, einer Sammlung leicht spielbarer Instrumente für die musikalische Früherziehung.

Speziell für Kinder werden Trillerpfeifen aus Plastik hergestellt. Bei Fußballspielen verwenden Fans unter anderem Tröten beziehungsweise Drucklufttröten, Trillerpfeifen und die südafrikanische Vuvuzela. Diese Instrumente können extrem laut sein. Wegen der sehr hohen Lautstärke ist die Verwendung von Ohrenstöpseln sinnvoll.

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