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Mont-Cenis-Gesamtschule
Die Mont-Cenis-Gesamtschule ist eine städtische Gesamtschule in Herne-Sodingen. Sie nimmt am Schulversuch Talentschulen teil.
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Schule und pädagogisches Konzept
Die Mont-Cenis-Gesamtschule ist eine städtische Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe in Herne-Sodingen. Sie wurde 1984 gegründet, wird von der Stadt Herne getragen und hat die Schulnummer 188748. An der Schule lernen 1017 Schülerinnen und Schüler (Stand: 2021/22); etwa 107 Lehrkräfte unterrichten dort (Stand: 2020/21). Die Schulleitung hat Sylke Reimann-Pérez. Die Schule nimmt am Schulversuch Talentschulen teil.
Als integrierte Ganztagsschule ermöglicht sie alle Schulabschlüsse: Hauptschulabschluss, Mittlerer Schulabschluss und Abitur. Am Ende der Jahrgangsstufe Q1 (12) kann der schulische Teil der Fachhochschulreife erworben werden. Das Gesamtschulkonzept setzt auf gemeinsames Lernen und Chancengleichheit unabhängig vom sozialen Status des Elternhauses.
Klassen werden jeweils von einem Team aus zwei Lehrenden betreut und jahrgangsweise in eigenen Gebäudebereichen untergebracht. Die Jahrgänge sind sechszügig. Berufsberatung und eigene Sozialpädagoginnen unterstützen die Lernenden. Seit 2012/2013 werden Schülerinnen und Schüler mit Integrationsbedarf integrativ unterrichtet. Seit 2015/2016 bereiten Internationale Klassen Geflüchtete auf die Teilnahme am Regelunterricht vor.
Oberstufe und besondere Profile
Die gymnasiale Oberstufe umfasst die Einführungsphase und die Qualifikationsphase von der 11. bis zur 13. Klasse. Die Einführungsphase beginnt meist mit zwei bis drei Klassen. Viele Lernende wechseln mit Fachoberschulreife mit Qualifikation (FORQ) in die eigene Oberstufe; auch Bewerberinnen und Bewerber von Real- und Hauptschulen sowie Gymnasien können mit FORQ aufgenommen werden. Gesamtschulen in Nordrhein-Westfalen führen zum Abitur nach 13 Schuljahren.
Musik- und Sportklassen bilden besondere Profile. In den Musikklassen lernen die Schülerinnen und Schüler in Kooperation mit der Musikschule Herne zunächst Blockflöte und danach unter anderem Gitarre, Querflöte, Keyboard, Saxophon, Trompete, Schlagzeug und Tuba. Sie musizieren als Big Band, treten öffentlich auf, nehmen an Wettbewerben teil und spielen arrangierte Songs aus Rock, Pop und Jazz. Ein besonderer Erfolg war der Auftritt mit dem Landespolizeiorchester NRW in der Akademie Mont-Cenis am 4. Dezember 2014.
Sportklassen erhalten ab Jahrgang 5 verstärkten Sportunterricht. Die Schule beteiligt sich seit 2016 an „Fußball trifft Kultur“. Im Sport-Leistungskurs der Oberstufe kann ein Übungsleitungsschein erworben werden. Seit 1990 findet für die Jahrgänge 8 und 11 jährlich im Januar eine Sportwoche statt: Zur Wahl stehen Ski Alpin, Skilanglauf oder Snowboard in einem alpinen Skigebiet; alternativ gibt es regionale Angebote wie eine Reiterwoche. Auch der Ganztag bietet Bewegung, etwa eine „bewegte Pause“, Spieleausgaben und Kickern.
Projekte, Angebote und Partnerschaften
Zu den Projekten der Schule gehören „Deutsch-Checker“, „Fußball trifft Kultur“, Chancenwerk, Sporthelferausbildung, Streitschlichter, ChangeWriters, Buddies, Leseclub, Peers und der Europäische Fremdsprachentag. Im Nachmittagsbereich stehen Arbeitsgemeinschaften zur Auswahl, beispielsweise Garten-AG, Online-AG mit Schülerzeitungsblog, Mofa-AG, Tanz-AG, Jonglage, Upcycling, Musik und Youth Club.
Der Schulsanitätsdienst besteht aus etwa 10 bis 15 Schülerinnen und Schülern. Sie haben eine Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert, besitzen den Ersthelferschein und nutzen den schuleigenen Sanitätsraum.
1990 initiierte der Gründungsschulleiter Wolfgang Viehweger eine Partnerschaft mit Hénin-Beaumont, der nordfranzösischen Partnerstadt Hernes. Schülerinnen und Schüler konnten zunächst ein dreiwöchiges Berufspraktikum in Frankreich machen; französische Austauschschüler sammelten Erfahrungen bei der Baufirma Heitkamp in Herne. Die Partnerschaft bestand über 20 Jahre bis 2010. Besonders nachhaltig war der Austausch mit dem Collège Anne Frank in Dourges. Daneben gab es einen Englandaustausch, nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 vorübergehend Kontakte zur Geschwister-Scholl-Oberschule in Lutherstadt Eisleben sowie Teilnahmen an Comenius-Projekten und E-Twinning-Partnerschaften.
Entwicklung der Gesamtschule
Die erste Gesamtschule im heutigen Herner und Wanne-Eickeler Stadtgebiet entstand 1979 an der Stöckstraße als „Gesamtschule Herne“. Nach dem Beschluss vom Dezember 1983, eine zweite Gesamtschule an der Mont-Cenis-Straße einzurichten, wurden im Schuljahr 1984/85 zunächst 104 Kinder in vier fünfte Klassen in Wanne-Eickel aufgenommen. Am 5. August 1985 zogen diese Kinder mit 17 Lehrkräften an die Mont-Cenis-Straße 180. Die neue Schule hieß zunächst Gesamtschule Herne; 2001 erhielt sie den Namen Mont-Cenis-Gesamtschule.
Die Ganztagsschule war wegen ihrer modernen Dreifachsporthalle gefragt: Von 192 angemeldeten Kindern konnten zunächst 120 aufgenommen werden. Nach dem Auslaufen der Hauptschule 1986 und dem Umzug der Realschule 1987 wurde die Gesamtschule sechszügig. 1990 wurde der erste Abschlussjahrgang nach Klasse 10 entlassen. Am 9. Juni 1993 erhielten die ersten 28 Abiturienten ihre Reifezeugnisse. Sie hatten ihre Abiturprüfungen bereits im Oberstufen-Neubau geschrieben, der am 30. Oktober 1992 eingeweiht worden war.
Der Name Mont-Cenis verweist auf die 1872 gegründete Zeche Mont-Cenis, die ihren Namen vom Mont-Cenis-Eisenbahntunnel in den französischen Alpen hatte und 1978 geschlossen wurde. Für den damaligen Schulleiter Udo Müller verband der Name Bergbaugeschichte mit einem Aufbruch in die Zukunft. 2014 wurde eine neue Mensa eingeweiht, 2015 ein Schulgarten mit Naturstein-Amphitheater angelegt. Im September 2017 beschloss die Stadt Herne Teilabriss und Erweiterungsbau; die Kosten wurden mit 33,7 Millionen Euro veranschlagt. Seit Februar 2017 gibt es außerdem einen Ausbildungspakt mit Stadt Herne und lokalen Unternehmen zur Vorbereitung auf das Berufsleben.
Schulstandort, Denkmal und Auszeichnungen
Ein Teil des Schulgeländes an der Sodinger Straße wurde 1956 als Evangelische Volksschule Sodinger Straße gebaut. 1972 bezogen Hauptschule und Realschule ein neues gemeinsames Hauptgebäude; heute befinden sich dort unter anderem die Jahrgänge 5 und 6, Gebäudeteile A und B, Sporthalle und Aula. 1985 zog die Gesamtschule in diese Gebäude ein. Die nahe Zeche Mont-Cenis prägte Sodingen bis zu ihrer Stilllegung am 31. März 1978 nach 106 Jahren Betrieb.
Vor der Schule steht die 1958 aufgestellte Skulptur „Der unbekannte Fußballzuschauer“, auch „Der Torschrei“, von Elisabeth Hoffmann. Sie gilt als weltweit einzige Skulptur für Fußballzuschauer und erinnert an die Fußballkultur des SV Sodingen, des Fußballclubs der Bergleute der Zeche Mont-Cenis. Eine Projektgruppe der Schule erforschte 2014 ihre vergessene Herkunft; im März 2018 wurde die Skulptur in die Herner Denkmalliste aufgenommen.
Zu den Auszeichnungen gehören der Schulentwicklungspreis „Gute gesunde Schule“, „Schule der Zukunft“ und die Ernennung zur Talentschule NRW im Dezember 2019. Für Erinnerungs- und Geschichtsprojekte erhielt die Schule den Dr. Otto-Ruer Preis 2016 und 2020 sowie den Margot Spielmann-Preis 2017. Mitglied ist sie in der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule.