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Monsieur Claude und seine Töchter
Monsieur Claude und seine Töchter (französisch Qu'est-ce qu'on a fait au Bon Dieu? ‚Was haben wir dem lieben Gott getan?') ist eine französische Filmkomödie …
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Film und Grundthema
„Monsieur Claude und seine Töchter“ ist eine französische Filmkomödie von Philippe de Chauveron aus dem Jahr 2014. Der französische Originaltitel lautet „Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu?“. Der 97 Minuten lange, französischsprachige Film erhielt die Altersfreigaben FSK 0 und JMK 0. Das Drehbuch schrieben Philippe de Chauveron und Guy Laurent; Produzent war Romain Rojtman. Die Musik stammt von Marc Chouarain, die Kameraarbeit von Vincent Mathias und der Schnitt von Sandro Lavezzi.
Im Mittelpunkt stehen das bürgerlich-konservative Ehepaar Claude und Marie Verneuil, seine vier Töchter und deren Partner. Die Komödie behandelt kulturelle, religiöse und rassistische Vorurteile innerhalb einer Familie. Dabei zeigt sie, dass nicht nur Claude und Marie Vorbehalte haben: Auch die Schwiegersöhne urteilen übereinander, und Charles’ Vater André begegnet Weißen und ehemaligen französischen Kolonialherren mit Misstrauen.
2019 erschien unter der Regie von de Chauveron die Fortsetzung „Monsieur Claude 2“, für die alle Darsteller zurückkehrten. Der dritte Teil „Monsieur Claude und sein großes Fest“ wurde erstmals im Dezember 2021 aufgeführt.
Familie Verneuil und ihre Konflikte
Claude Verneuil ist Notar und bekennender konservativer Gaullist. Er und seine Frau Marie leben in Chinon und wünschen sich katholische französische Ehemänner für ihre Töchter. Drei Töchter haben jedoch Partner mit anderen familiären und religiösen Hintergründen: Odile ist mit dem erfolglosen jüdischen Geschäftsmann David Benichou liiert, Isabelle mit dem algerischstämmigen muslimischen Rechtsanwalt Rachid Ben Assem verheiratet und Ségolène mit dem chinesischstämmigen Banker Chao Ling.
Bei Familienfeiern treten die gegenseitigen Vorurteile offen hervor, etwa bei der Beschneidung von Claudes Enkel Benjamin. Nicht nur Claude und Marie reagieren abweisend; auch David, Rachid und Chao hegen Vorurteile gegeneinander. Eine gemeinsame Weihnachtsfeier auf dem Anwesen der Verneuils führt zunächst zu einer Annäherung. Claude entschuldigt sich, die drei Schwiegersöhne vertragen sich und begleiten die Familie schließlich sogar zur katholischen Messe.
Laures Hochzeit
Die jüngste Tochter Laure teilt ihren Eltern mit, dass sie den katholischen Schauspieler Charles Koffi heiraten möchte. Claude und Marie freuen sich zunächst, reagieren aber entsetzt, als sie erfahren, dass Charles ein Schwarzer von der Elfenbeinküste ist. David, Rachid und Chao fürchten neue Familienkonflikte und versuchen, die Hochzeit zu verhindern. Sie beschatten Charles und fotografieren ihn mit einer Schwarzen, die jedoch seine Schwester Viviane ist.
Marie überwindet ihre Vorurteile und beteiligt sich an den Hochzeitsvorbereitungen. Claude droht daraufhin mit der Scheidung. Auch Charles’ Vater André lehnt die Verbindung ab. Der ehemalige Offizier hat Vorurteile gegenüber Weißen im Allgemeinen und gegenüber den ehemaligen französischen Kolonialherren im Besonderen. Obwohl er gewöhnlich Anzug trägt, reist er demonstrativ im traditionellen afrikanischen Gewand Boubou an. Claude und André verbünden sich zunächst, um die Hochzeit zu verhindern.
Am Tag vor der Hochzeit gehen beide angeln. Nachdem sie einen großen Fisch gefangen haben, feiern sie in einem Restaurant mit einer Flasche Calvados und beginnen, einander zu respektieren. Betrunken geraten sie anschließend in Gewahrsam der Gendarmerie. Laure glaubt, die Hochzeit sei gescheitert, und nimmt den Zug nach Paris. Claude und André halten sie jedoch auf und bringen sie zu Charles, der in der Kirche auf sie wartet.
Produktion, Veröffentlichung und Erfolg
Die Dreharbeiten fanden in Paris und Chinon, im Justizpalast von Bobigny sowie am Flughafen von Abidjan in der Elfenbeinküste statt. Die Kirchenszenen entstanden in der Kapelle des Waisenhauses Saint-Philippe in Meudon.
Die französische Erstaufführung erfolgte am 16. April 2014. Allein in Frankreich erreichte der Film 12.353.181 Besucher. In Deutschland startete er am 24. Juli 2014 im Verleih von Neue Visionen und kam bis zum Jahresende auf fast vier Millionen Besucher; die angegebene Gesamtzahl beträgt 3.769.180. International wurden insgesamt 19.804.298 Besucher verzeichnet. Die Einnahmen der Produzenten beliefen sich auf 174,1 Millionen US-Dollar.
Zu den weiteren großen Zuschauermärkten gehörten Spanien mit 1.056.000, die Schweiz mit 494.542, Belgien mit 420.000, Österreich mit 393.000 und Italien mit 356.425 Besuchern.
Darsteller und deutsche Synchronfassung
Christian Clavier spielt Claude Verneuil und Chantal Lauby dessen Frau Marie. Die vier Töchter werden von Julia Piaton als Odile, Frédérique Bel als Isabelle, Émilie Caen als Ségolène und Élodie Fontan als Laure dargestellt. Ihre Partner spielen Ary Abittan als David, Medi Sadoun als Rachid, Frédéric Chau als Chao und Noom Diawara als Charles. Pascal N’Zonzi verkörpert Charles’ Vater André Koffi.
Die deutsche Synchronisation entstand bei der TaunusFilm Synchron GmbH in Berlin. Monica Bielenstein führte Dialogregie, Regina Kette schrieb das Dialogbuch. Zu den deutschen Stimmen gehören Michael Pan als Claude, Marina Krogull als Marie, Jaron Löwenberg als David, Jan-David Rönfeldt als Rachid, Leonhard Mahlich als Chao und Julien Haggége als Charles.
Auszeichnungen und Bühnenfassungen
Der Film wurde beim 29. Goya als bester europäischer Film und beim 28. Europäischen Filmpreis für den Publikumspreis nominiert. Beim 20. Prix Lumières gewannen Philippe de Chauveron und Guy Laurent die Auszeichnung für das beste Drehbuch.
Der deutsche Regisseur Stefan Zimmermann bearbeitete den Film als Bühnenstück. Die Uraufführung fand am 8. September 2016 an den Kammerspielen der Josefstadt in Wien statt. Die erste Aufführung in Deutschland folgte am 2. November 2017 im St. Pauli Theater in Hamburg, die erste Schweizer Aufführung am 5. November 2018 im Häbse-Theater in Basel. Auch „Monsieur Claude 2“ wurde von Zimmermann für die Bühne bearbeitet; diese Fassung wurde am 29. September 2021 im St. Pauli Theater uraufgeführt.