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Modaladverb
Modaladverb ist eine Bezeichnung, die in der deutschen Grammatik manchmal benutzt wird, um verschiedene Unterkategorien der Wortart Adverb zusammenzufassen, …
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Grundbegriff und Abgrenzung
Ein Modaladverb ist in der deutschen Grammatik eine Bezeichnung für bestimmte Adverbien, mit denen Art und Weise, Ausmaß oder Intensität eines Vorgangs näher bestimmt werden können. Die Kategorie ist unscharf abgegrenzt und weiter gefasst als nur „Art und Weise“. Wichtig ist: Modaladverb meint hier nicht Modalität im Sinn von Möglichkeit und Notwendigkeit. Deshalb kann der Ausdruck missverständlich sein.
Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Wortart und Satzfunktion: Modaladverb ist eine Wortartbezeichnung, Modaladverbial oder Modalbestimmung ist eine Funktion im Satz. Ein Modaladverb ist ein Einzelwort, das als Modaladverbial dienen kann und keiner anderen Wortart eindeutig zugeordnet wird. Es unterscheidet sich besonders von Adjektiven dadurch, dass es unveränderlich, also unflektierbar, ist. Typische Beispiele sind „eilends“, „halbwegs“, „sehr“ und das Demonstrativum „so“.
Mehrdeutigkeit des Ausdrucks
Der Ausdruck Modaladverb ist mehrdeutig, weil „modal“ verschiedene Bedeutungen haben kann. In der hier gemeinten germanistischen Verwendung bezieht es sich auf „Modus“ im Sinn von „Art“ oder „Verfahrensweise“. Dann gehören dazu Angaben zu Qualität, Art und Weise, Quantität oder Intensität eines Vorgangs, außerdem Angaben zu Begleitumständen oder zur Einstellung eines handelnden Subjekts zum Vorgang.
Daneben kann „modal“ auch auf Modalität bezogen werden, also auf Möglichkeit und Notwendigkeit. Dann wären Wörter wie „vielleicht“, „wahrscheinlich“ oder „notwendigerweise“ gemeint. Für diese Klasse sind aber eindeutigere Bezeichnungen „Satzadverb“ oder, in älterer Terminologie, „Modalwort“. In der Grammatik des Englischen bezeichnet „modal adverb“ regelmäßig Adverbien der Modalität und ist daher meist nicht gleichbedeutend mit dem deutschen Modaladverb im germanistischen Sinn. Im Spanischen wird zwischen „verbo modal“ für Modalverb und „adverbio de modo“ für Modaladverb unterschieden, etwa bei Wörtern wie „así“ („so“) und „bien“ („gut“).
Modaladverbiale als Satzfunktion
Ein Adverbial ist eine Satzgliedfunktion. Modaladverbiale werden daher nach ihrer Bedeutung im Satz klassifiziert. Sie sind direkt auf das Verb bezogene Adverbiale und keine Satzadverbiale. Außerdem haben sie weder temporale, lokale noch kausale Bedeutung. Sie geben also nicht Zeit, Ort oder Grund an, sondern bestimmen den Vorgang auf andere Weise näher.
Modaladverbien sind nur eine von mehreren Ausdrucksformen, die als Modaladverbial auftreten können. Dieselbe Funktion können auch Präpositionalphrasen, Nominalphrasen, Adverbialsätze, Adjektive oder Adverbien übernehmen. Beispiele sind „mit großem Schwung“ als Präpositionalphrase, „stolz erhobenen Hauptes“ als adverbieller Genitiv, „wie es sich gehört“ als Modalsatz, „sorgfältig“ als Adjektiv und „blindlings“ als Adverb.
Formen und Entstehung
Als Modaladverb bezeichnet man vor diesem Hintergrund Einzelwörter, die als Modaladverbial dienen können und keiner anderen Wortart eindeutig zugeordnet werden. Deshalb kann man sie als eine Art Restklasse verstehen. Viele Modaladverbien sind aus anderen Wortarten oder aus größeren Ausdrücken entstanden.
Einige sind erstarrte Ableitungen aus Substantiven oder anderen Wortarten. So war „flugs“ ursprünglich ein Genitiv zu „Flug“. Andere sind Zusammenrückungen aus zusammengesetzten Ausdrücken, zum Beispiel „hinterrücks“ aus „hinter dem Rücken“.
Wichtige Bedeutungstypen
Die Bedeutungstypen der Modaladverbien entsprechen weitgehend den Funktionen der Modaladverbiale allgemein. Genannt werden Art und Weise, Grad und Maß, Begleitung oder Begleitumstände, Instrument und Einstellung. Dabei gibt es Einschränkungen: Instrumentale werden anscheinend nie durch einfache Adverbien ausgedrückt, sondern meist durch Präpositionalphrasen mit „mit“. Bei komitativen Angaben, also Angaben der Begleitung, ist „zusammen“ das einzige Beispiel für ein Adverb.
Art und Weise wird sehr häufig durch adverbiell gebrauchte Adjektive ausgedrückt, etwa „sorgfältig“, „freudig“, „elegant“, „schnell“ oder „laut“. Modaladverbien der Art und Weise sind dagegen zum Beispiel „kopfüber“, „blindlings“, „jährlings“, „eilends“, „hinterrücks“ und „insgeheim“. Adverbien der Einstellung werden davon unterschieden. Ein wichtiges Beispiel ist „gerne“: Es beschreibt nicht, wie eine Handlung abläuft, sondern dass man „es mag, wenn es geschieht“.
Grad und Maß werden besonders häufig durch Adverbien ausgedrückt, zum Beispiel „sehr“, „überaus“, „einigermaßen“, „halbwegs“, „größtenteils“, „kaum“ und „haufenweise“. Der adverbiale Gebrauch von „sehr“ zusammen mit einem Verb, etwa „Er hat sehr geschrien“, ist eine Besonderheit des Deutschen. Er lässt sich nicht direkt auf das englische „very“ übertragen; im Englischen heißt es hier nur „very much“ oder „a lot“.
Verweiswörter und Grenzfälle
Unter den Modaladverbien gibt es nicht nur Inhaltswörter, sondern auch adverbielle Fürwörter, sogenannte Pro-Adverbien. Sie haben keine selbständige Bedeutung, sondern verweisen auf eine adverbielle Angabe an anderer Stelle im Text. Für Angaben der Art und Weise sind solche Wörter zum Beispiel „genauso“, „derart“ und „anders“ als zurückverweisende Formen sowie „folgendermaßen“ als vorausverweisende Form. „So“ und das Frageadverb „wie“ können als Proformen für fast alle Arten von Modaladverbialen verwendet werden; „wie“ kann auch Relativadverb sein. „Irgendwie“ hat eine über Arten und Weisen quantifizierende Bedeutung.
Manche Wörter, die sonst Modaladverbien sind, können auch anders verwendet werden. „Gerne“ kann sich etwa auf ein Modalverb wie „können“ oder „dürfen“ beziehen: „Dein kleiner Bruder kann gerne mitkommen.“ Dann bedeutet der Satz nicht, dass der kleine Bruder gern mitkommt, sondern dass der Sprecher nichts dagegen hat. Weil diese Bedeutung sprecherbezogen ist, liegt hier ein Satzadverbial vor.
Ein Problemfall sind Adverbien der Erweiterung wie „außerdem“, „sonst“, „ebenfalls“ und Adverbien der Einschränkung wie „trotzdem“, „allerdings“, „immerhin“. Sie wurden manchmal ebenfalls als Modaladverbien bezeichnet. Sie unterscheiden sich aber deutlich, weil sie keine Aussage hinzufügen, die zum eigentlichen Satzinhalt zählt, und nicht mit „wie“ erfragt werden können. In „Das Wetter ist zu schlecht, um rauszugehen – ich habe außerdem Kopfschmerzen“ passt die Frage „Wie hast du Kopfschmerzen?“ nicht. In der heutigen wissenschaftlichen Grammatik des Deutschen werden solche Wörter daher nicht zu den Modaladverbien gerechnet, sofern der Terminus überhaupt verwendet wird. Viele gehören eher zu den Konjunktionaladverbien oder Textadverbien, weil sie ein Verhältnis zu einer vorhergehenden Aussage im Satz oder Text ausdrücken.
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