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Mittelrhein

Waldwirtschaft · Hauptnutzung war die Holzentnahme als Bau- und Brennstoff sowie zur Herstellung von Geräten. · Die Waldweide lieferte durch Gräser und Kräuter im …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und natürliche Grundlagen
  2. 2. Verkehr, Wirtschaft und Tourismus
  3. 3. Historische Entwicklung
  4. 4. Burgen und Wehrarchitektur
  5. 5. UNESCO-Welterbe und Schutzfragen

Lage und natürliche Grundlagen

Der Mittelrhein ist der 130 Kilometer lange Flussabschnitt des Rheins zwischen der Mündung der Nahe bei Bingen und der Mündung der Sieg bei Bonn. Rund 450.000 Menschen leben in diesem Gebiet. Es wird im Westen von Hunsrück und Eifel, im Osten von Taunus, Westerwald und Siebengebirge, im Süden von der Oberrheinebene und im Norden von Kölner Bucht und Niederrhein begrenzt.

Geographisch bezeichnet Mittelrhein vor allem das enge, antezedente Durchbruchstal des Rheins durch das Rheinische Schiefergebirge zwischen Bingen beziehungsweise Rüdesheim und Bonn. Das Neuwieder Becken unterbricht das Durchbruchstal ungefähr in der Mitte und trennt den oberen vom unteren Mittelrhein. Der südliche Teil liegt fast vollständig in Rheinland-Pfalz; ab Rolandswerth und Rheinbreitbach gehört das Tal zu Nordrhein-Westfalen. Das rechte Rheinufer zwischen Rüdesheim und Lorch zählt geographisch ebenfalls zum Mittelrheintal, liegt politisch jedoch in Hessen und gehört als Weinbaugebiet zum Rheingau.

Südlich von Koblenz reichen die Talhänge meist bis an den Fluss, unterhalb von Andernach abwechselnd das rechte oder linke Ufer. Der kurvenreiche Abschnitt zwischen Oberwesel und Rhens umfasst die berühmte Loreley, die trotz der allgemeinen Regel kein steiler Prallhang, sondern ein Gleithang ist, sowie die 180°-Kehre zwischen Boppard und Spay. Die Hauptrichtung des Mittelrheins weicht etwa 30° gegen den Uhrzeigersinn von der Nord-Süd-Richtung ab. Zwischen Bingen (49,97° N, 7,90° O) und Bonn (50,73° N, 7,10° O) beträgt die Koordinatendifferenz 0,76° in Nord-Süd-Richtung und 0,80° in Ost-West-Richtung.

Wichtige Nebenflüsse sind linksrheinisch Nahe, Mosel, Ahr und Nette, rechtsrheinisch Lahn, Wied, Sieg und Sayn. Wirtschaftsgeschichtlich bedeutsam ist auch die Brohl wegen des Tuffsteinabbaus, der bereits in der Römerzeit und erneut im Mittelalter betrieben wurde. Zu den wichtigen Orten gehören linksrheinisch Bingen, Bacharach, Oberwesel, Sankt Goar, Boppard, Koblenz, Andernach, Bad Breisig, Sinzig, Remagen und Bonn. Rechtsrheinisch liegen unter anderem Rüdesheim, Assmannshausen, Lorch, Kaub, Sankt Goarshausen, Braubach, Lahnstein, Vallendar, Bendorf, Neuwied, Linz, Unkel, Bad Honnef und Königswinter.

Unter dem Namedyer Werth steht Grundwasser durch eine natürliche Kohlendioxidblase unter Druck. Eine Bohrung von 1903, die eigentlich Mineralwasser erschließen sollte, führte zur Entstehung des künstlichen Namedyer Geysirs. Er ist seit 2006 touristisch erschlossen und gilt als höchster Kaltwassergeysir der Welt.

Verkehr, Wirtschaft und Tourismus

Das Mittelrheintal ist eine wichtige Verkehrslandschaft und seit jeher eine Verbindung zwischen Nord- und Süddeutschland. Der Rhein selbst ist Bundeswasserstraße. Parallel verlaufen linksrheinisch die Bundesstraße 9 und die Linke Rheinstrecke, rechtsrheinisch die Bundesstraße 42 und die Rechte Rheinstrecke. Die Autobahnen A61 und A3 führen über die Höhen des Rheinischen Schiefergebirges; bei Koblenz verbindet die A48 beide Verkehrsachsen.

Der Rhein gehört zu den am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt. Bedeutende Häfen liegen in Andernach, Bendorf, Koblenz und Lahnstein. Enge Kurven, Untiefen und Felsen erschweren die Schifffahrt. Deshalb wurden zahlreiche Felsen und Riffe gesprengt und bis in die 1970er Jahre Lotsen eingesetzt. Heute führt die Wahrschau die Schiffe mit Lichtsignalanlagen durch die gefährlichste Passage zwischen Oberwesel und Sankt Goar. In Spay sitzt die weltweit tätige Schottel Industries GmbH. In der früheren Schottel-Werft wurde Anfang der 1950er Jahre der Ruderpropeller entwickelt.

Ein zunehmend wichtiges Problem sind zu geringe Wassertiefen in der warmen Jahreszeit. 2023 wies der Mittelrhein erstmals schon Anfang März die Hälfte des üblichen Pegelstandes auf; Wissenschaftler bewerteten dies als Folge vorausgegangener Dürrejahre. Am 17. August 2026 erreichte der Rhein bei Kaub während der Dürre und Hitze in Europa 2026 mit 5 cm den niedrigsten Pegel seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1905.

Der Weinbau gehört zu den wichtigsten Merkmalen der Kulturlandschaft. Das Weinbaugebiet Mittelrhein ist ein gesetzlich bestimmtes Anbaugebiet für Qualitätswein; die hessischen Weinorte zwischen Lorchhausen und Rüdesheim gehören allerdings zum Rheingau. Die Römer brachten den Weinbau, seine eigentliche Entwicklung erfolgte jedoch im Mittelalter von der Moselmündung aus nach Süden, in vier Phasen vom 11. bis zum Ende des 14. Jahrhunderts. Eine entscheidende Technik war der Terrassenweinbau an Hängen von 25 bis 30 Grad und mehr. Rhein, Schiefer- und Grauwackeverwitterungsböden speichern Wärme und verhindern große Temperaturschwankungen; an den steilen Hängen sorgt der Kaltluftabfluss für günstige Bedingungen. Etwa 75 % der Rebfläche sind mit dem spät reifenden Riesling bepflanzt.

Im Mittelalter war Wein ein unverkeimtes und lagerfähiges Volksgetränk. Feuerwein aus dem Viertälergebiet um Bacharach war eine weit nach Norden gehandelte Spezialität. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts erlebte der Weinbau eine Hochkonjunktur. Der Dreißigjährige Krieg, bessere Bierpreise, Tee und Kaffee führten zu Rückgang und Verfall. Nach 1815 kam es unter preußischer Herrschaft linksrheinisch zu einem Aufschwung, ab 1839 aber durch den Deutschen Zollverein zu stärkerer Konkurrenz. Ab etwa 1870 verschärften Eisenbahn, Industrialisierung, ausländische Konkurrenz und Rebschädlinge wie Mehltau und Reblaus die Krise. Viele Menschen wanderten in die Industrie ab; der Weinbau wurde zunehmend Nebenerwerb.

58 % der um 1900 vorhandenen Weinbergsflächen sind heute vollständig und unwiederbringlich brachgefallen, weitere 16 % haben einen Bracheanteil von 40 bis 80 %. Übrig geblieben sind rund 480 Hektar; zugleich nennt der Artikel für 2006 noch etwa 380 Hektar tatsächlich bestockte Fläche. Die Terrassen verbuschen und werden vom Wald zurückgeholt. Beispiele für den Erhalt des Weinbaus sind die Querterrassierung und Tropfberegnung im Oelsberg bei Oberwesel sowie geplante sanfte Umgestaltungen in Bacharach. Wegen der Steillagen ist die Mechanisierung begrenzt. Wirtschaftlich tragfähig sind vor allem Betriebe mit Flaschenweinvermarktung und zusätzlichen Einnahmen aus Ferienwohnungen oder Gastronomie.

Früher war das Tal weitgehend bewaldet: In den Auen wuchsen Silberweiden, an den Hängen Eichen und Hainbuchen, auf besseren Böden Buchen. Die Waldnutzung umfasste Holzgewinnung, Waldweide, Schneiteln, Wald-Feld-Wechselwirtschaft, Eichengerbrinde, Köhlerei, Aschebrennerei, Seifensiederei und die Gewinnung von Weidenruten. Heute prägen durchgewachsene Niederwälder das Tal. Da die Bäume nach dem letzten Abtrieb durch die Franzosen als Reparationsleistung nach dem Zweiten Weltkrieg zu groß geworden sind, besteht auf den kargen Hängen eine erhöhte Belastungsgefahr.

Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich der Mittelrhein zum Reiseziel. Die Rheinromantik wurde durch Dampfschiffverkehr ab 1827 und den Eisenbahnbau in den 1840er bis 1870er Jahren gefördert. Heute dienen Rheinsteig, Rheinburgenweg und Rhein-Radweg dem Tourismus. Zu den Veranstaltungen zählen Rhein in Flammen mit Großfeuerwerken im Mai, Juli, August und September, die Kulinarische Sommernacht in Bacharach sowie, inzwischen beendet, der Mittelrhein-Marathon bis 2015 und Tal Total bis 2019. Rhine on Skates war 2009 eine 135 km lange geführte Inline-Tour mit etwa 1200 Teilnehmern.

Historische Entwicklung

Die Geschichte des Mittelrheins ist durch seine Lage als Verkehrsweg, Grenzraum und Verbindung zwischen Mittelmeerregion und Nordeuropa geprägt. Das Tal spiegelt deshalb zentrale Entwicklungen der europäischen Geschichte wider.

Beim Ausbruch des Laacher-See-Vulkans verstopften Asche, Bims und Baumstämme die Andernacher Pforte. Dadurch staute sich ein See bis in den Oberrhein auf. Nach dem Dammbruch ergoss sich eine Flutwelle über Teile des Niederrheins; die Ablagerungen sind dort noch an Kiesschichten erkennbar. In den Bimsablagerungen wurden menschliche Relikte gefunden, die wahrscheinlich von Menschen stammen, die vor dem Ausbruch flohen. In der früheren Eisenzeit war das Gebiet auf den Terrassen besiedelt. Hügelgräber, Ringwallanlagen, keltische Spuren, der Grabpfeiler von Pfalzfeld und das Fürstengrab von Waldalgesheim belegen diese frühe Nutzung. Die Nord-Süd-Verbindung zwischen Nahe- und Moselmündung bestand bereits vor der Römerzeit und entspricht teilweise dem Verlauf der heutigen A61.

Die Römer besiedelten das Gebiet von der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. bis etwa 400 n. Chr. Sie bauten die Römische Rheintalstraße zwischen Mainz und Köln aus, gründeten oder befestigten Kastellstandorte in Bingen (Bingium) und Koblenz (Confluentes) und richteten in Oberwesel (Vosolvia) eine Straßenstation ein. Kastelle schützten Landwirtschaft und Bodenschätze und hielten mehrere Germanenstämme auf Distanz. Der Rhein diente der Schifffahrt; in Koblenz entstanden bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. feste Rhein- und Moselbrücken. Der zwischen 83 und 85 n. Chr. errichtete Limes wurde um 260 aufgegeben, worauf die Grenze an den Rhein zurückverlegt wurde. Unter Konstantin und Valentinian wurden unter anderem Kastelle in Koblenz und Boppard (Bodobrica) ausgebaut.

Im 5. Jahrhundert zogen sich die Römer wegen des Drucks von Alamannen und Franken vollständig zurück. Franken übernahmen die römischen Städte und gründeten neue ländliche Siedlungen, häufig erkennbar an der Endung „-heim“. Ende des 5. Jahrhunderts gründete Chlodwig das fränkische Reich. Neben fränkischen Zuwanderern blieb eine romanische Bevölkerungsgruppe bestehen; Grabinschriften in Boppard belegen dies vom 4./5. bis zum 8. Jahrhundert.

Im Mittelalter übernahmen die Frankenkönige römische Siedlungen, besonders Kastellorte, als Kron- und Fiskalgut. Das Gebiet von Bingen über Bacharach, Oberwesel, Sankt Goar und Boppard bis Koblenz und weiter bis Sinzig und Remagen blieb bis in die Karolingerzeit fast geschlossen königlicher Besitz. Ab dem 8. Jahrhundert wurden Teile an geistliche und weltliche Herrschaften übertragen. Die Teilung des Reiches Karls des Großen wurde 842 in Koblenz vorbereitet; das linke Rheinufer zwischen Bacharach und Koblenz fiel zunächst an das Mittelreich. 925 wurde Lotharingien endgültig mit dem ostfränkischen deutschen Reich vereinigt. In Koblenz wurde 1138 Konrad III. zum deutschen König gewählt.

Im Spätmittelalter war die Region territorial stark zersplittert. Neben den Kurfürsten von Köln, Mainz und Trier gewann der Pfalzgraf um Bacharach und Kaub an Einfluss. In diesem politischen Flickenteppich entstanden die meisten der rund 40 Burgen zwischen Bingen und Koblenz: Sie dienten der Herrschaftssicherung und zunehmend auch der Erhebung von Zöllen. Städte wie Boppard und Oberwesel verteidigten ihre Freiheiten; in Boppard kam es 1327 und 1497 zu Kämpfen. Der Kurverein von Rhense von 1338 war ein reichsgeschichtlich bedeutendes Ereignis. Im 13. und 14. Jahrhundert wurden am Rhein etwa 20 Städte und Orte mit Stadtrechten oder ähnlichen Freiheiten gegründet, von deren Befestigungen vielfach Reste erhalten sind.

1527 führte Landgraf Philipp der Großmütige die Reformation in den katzenelnbogischen Gebieten ein, 1545 erreichte sie durch Kurfürst Friedrich II. die Kurpfalz. Der Dreißigjährige Krieg ab 1618 ruinierte das Land wirtschaftlich; durch Kämpfe, Krankheiten und Hungersnöte wurde die Bevölkerung bis 1648 mehr als halbiert. Der Pfälzische Erbfolgekrieg 1688/92 zerstörte Burgen und Teile der Stadtbefestigungen. Der Wiederaufbau des 18. Jahrhunderts prägt besonders die Koblenzer Innenstadt.

Nach den Revolutionskriegen wurde das linke Rheinufer französisch. Der Präfekt Lezay-Marnesia ließ ab 1801 die verfallene linksrheinische Straße ausbauen und förderte den Obstbau. Nach Blüchers Rheinübergang bei Kaub am Neujahrstag 1814 und dem Wiener Kongress 1815 wurde das linke Ufer preußisch, während die rechte Seite zunächst nassauisch blieb. Preußen errichtete ab 1817 die Großfestung Koblenz und annektierte nach dem Krieg von 1866 auch die rechtsrheinischen nassauischen Gebiete. Dampfschifffahrt und Eisenbahn steigerten den Verkehr, konnten die Industrialisierung im engen Tal aber nicht entscheidend fördern. Um 1900 überwog weiterhin eine kleinstädtisch-dörfliche, vom Weinbau geprägte Agrar- und Gewerbestruktur.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurden das linke Rheinufer und ein 50 km breiter Streifen am rechten Ufer entmilitarisiert; zunächst verwalteten Amerikaner, ab 1923 Franzosen das Gebiet. Der Plan einer „Rheinischen Republik“ scheiterte 1923, die französischen Truppen zogen 1929 ab. Am 19. März 1945 endeten die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs am Mittelrhein. Danach übernahmen die Franzosen die Verwaltung in ihrer Besatzungszone. 1946 entstand Hessen, ein halbes Jahr später Rheinland-Pfalz. Trotz der historisch unterschiedlichen Gebiete entwickelte sich in beiden Ländern rasch ein Zusammengehörigkeitsgefühl.

Burgen und Wehrarchitektur

Das Mittelrheintal weist infolge seiner politischen und wirtschaftlichen Geschichte weltweit die höchste Dichte an Burgen auf. Zu den bedeutendsten Anlagen gehören die erhaltene Höhenburg Marksburg, Burg Pfalzgrafenstein auf einer Felseninsel im Rhein und Burg Rheinfels, die später zur Festung ausgebaut wurde. Schloss Stolzenfels steht besonders für die Rheinromantik. In Koblenz liegen außerdem das Kurfürstliche Schloss, die letzte Residenz des Trierer Kurfürsten bis zur Eroberung durch französische Revolutionstruppen, und die preußische Festung Ehrenbreitstein als Teil der Festung Koblenz.

Die meisten Burgen entstanden vom 12. bis zur ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts auf Mittelterrassen des Tales. Im 10. und 11. Jahrhundert war der Burgenbau grundsätzlich ein Privileg des Reichs, des Königs und des Hochadels; ältere Anlagen bestanden meist aus Holz und Erde. Mit der Schwächung des Königtums und dem Machtzuwachs der Fürsten ab dem 12. Jahrhundert nahm der Burgenbau stark zu. Vier der sieben Kurfürsten besaßen Gebiete am Mittelrhein. Burgen dienten zunächst der Gebietssicherung, ab dem späten 12. Jahrhundert auch der Zollsicherung. Stadtburgen wurden meist als Zwingburgen gegen nach Selbstständigkeit strebende Bürger errichtet.

Ende des 14. Jahrhunderts kamen Feuerwaffen auf. Ab dem 15. Jahrhundert waren bauliche Anpassungen nötig, die nur wohlhabende Besitzer finanzieren konnten. Viele Burgen verloren im Spätmittelalter ihre strategische Bedeutung und verfielen oder wurden aufgegeben. Durchziehende Truppen beschädigten sie bereits im Dreißigjährigen Krieg; fast alle verbliebenen Burgen wurden 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch Truppen Ludwigs XIV. endgültig zerstört. Ausnahmen unter den Höhenburgen waren Festung Ehrenbreitstein, Marksburg und Burg Rheinfels. Zwischen 1815 und dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Burgen im Geist der Rheinromantik wiederaufgebaut.

Zu den im Artikel in Flussrichtung aufgeführten Anlagen gehören linksrheinisch unter anderem Burg Klopp, Burg Rheinstein, Burg Reichenstein, Burg Sooneck, Burg Stahleck, Schönburg, Burg Rheinfels, Schloss Stolzenfels, die Alte Burg Koblenz, die Stadtburg Andernach, Burg Namedy, Burg Rheineck, Burg Rolandseck, Godesburg und die Kurfürstlichen Schlösser in Koblenz und Bonn. Rechtsrheinisch werden unter anderem Boosenburg, Brömserburg, Burg Ehrenfels, Burg Pfalzgrafenstein, Burg Gutenfels, Burg Katz, Burg Maus, Marksburg, Burg Lahneck, Festung Ehrenbreitstein, Schloss Sayn, Schloss Neuwied, Burg Hammerstein, Burg Linz, Löwenburg, Wolkenburg, Burg Drachenfels und Schloss Drachenburg genannt.

UNESCO-Welterbe und Schutzfragen

Die „Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal“ umfasst das Rheinengtal von Bingen und Rüdesheim bis Koblenz. Am 27. Juni 2002 wurde sie in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Der Abschnitt gilt als eine der bedeutendsten Kulturlandschaften Deutschlands und als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft.

Für eine Kulturlandschaft ist ein geschlossener Landschaftsraum mit einer gewissen Einzigartigkeit erforderlich, der vom Menschen besonders gestaltet wurde. Im Oberen Mittelrheintal erfüllen der Rheindurchbruch durch das Rheinische Schiefergebirge und die steilen Felshänge diese Voraussetzung. Die Hänge erzwangen die Anlage von Terrassen. Prägend sind der seit dem 8. Jahrhundert nachgewiesene Terrassenweinbau, die Schiefergewinnung, die Niederwaldwirtschaft und die mehr als 40 Burgen auf nur 65 Stromkilometern. Landwirtschaft war vor allem auf den Hochflächen möglich. Zusätzlich ist das Tal eine klassische Verkehrslandschaft mit wichtigem Schifffahrtsweg, zwei Bundesstraßen und zwei Bahntrassen.

Die UNESCO wies bei der Anerkennung auf die Belastung durch Verkehrslärm hin, an dem die Bahnstrecken einen erheblichen Anteil haben. Konkrete Maßnahmen wurden jedoch weder empfohlen noch gefordert. Zwischen Mainz und Koblenz gibt es auf dem gesamten Flussabschnitt keine feste Rheinbrücke; der Rhein kann dort nur mit Fähren überquert werden. Die rheinland-pfälzische Landesregierung plant seit Jahren eine Mittelrheinbrücke bei Sankt Goar und Sankt Goarshausen. Die UNESCO verlangte am 29. Juli 2010 vor einer weiteren Planung einen Masterplan, der Bedarf und Verträglichkeit mit dem Welterbestatus darlegt. Über die Vereinbarkeit sollte in weiteren Beratungen entschieden werden.

Auch die zur Bundesgartenschau 2011 in Koblenz errichtete Rheinseilbahn wurde als mögliche Gefährdung des Welterbestatus betrachtet. Deshalb wurden eine möglichst unauffällige Gestaltung und zunächst der Abbau nach drei Jahren vereinbart. Das UNESCO-Welterbekomitee erlaubte am 19. Juni 2013 auf seiner 37. Sitzung in Phnom Penh den Betrieb bis 2026; in diesem Jahr endet die technisch längstmögliche Betriebsdauer.

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