Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Minuszeichen
Das Minuszeichen (−) wird als mathematischer Operator für die Subtraktion oder als Vorzeichen (unäres Minus) für einen Fehlbetrag bzw. allgemein für …
Inhalt4 Abschnitte
Bedeutung und mathematische Verwendung
Das Minuszeichen (−) ist ein mathematischer Operator für die Subtraktion und zugleich ein Vorzeichen für Fehlbeträge sowie negative Zahlen oder Größen. Im kaufmännischen Bereich können stattdessen ⁒ oder die Zeichenfolge ./. verwendet werden.
Als binäres Minus verbindet es zwei Zahlen, Variablen oder Konstanten und bedeutet Subtraktion: 36-5=31. Als unäres Minus bildet es die additive Gegenzahl; es gilt beispielsweise -(-x)=x. Außerdem steht es als Vorzeichen direkt vor einem negativen Zahlenliteral, etwa -6,25.
Diese Verwendungen gelten nicht nur für Zahlenmengen, sondern auch für additiv geschriebene Gruppen. Daher kann das Minuszeichen beispielsweise auf Vektoren, Matrizen und andere mathematische Objekte angewandt werden.
Aussehen und typografische Wahl
Das Minuszeichen ist ein kurzer waagerechter Strich auf etwa halber Schrifthöhe. Seine Funktion ist wichtiger als sein genaues Aussehen; DIN 5008 nennt dafür Minusstrich und Kurzstrich als mögliche Eingabezeichen.
Der typografisch korrekte Minusstrich − ist in Textwerken vorzuziehen. Er ist genauso lang wie der waagerechte Strich des Pluszeichens + und die beiden Striche des Gleichheitszeichens =. In gängigen Schriftarten entspricht seine Länge der Breite der Ziffern 0–9.
Der Kurzstrich - heißt auch Bindestrich-Minus oder Mittestrich. Er ist der seit Schreibmaschinen etablierte Universalstrich und auf fast allen Tastaturen vorhanden. Er ist meist kürzer, dicker und oft tiefer positioniert als der Minusstrich. In Programmiersprachen und Tabellenkalkulationen ist gewöhnlich nur dieses Zeichen als Minus verwendbar. APL verwendet abweichend den overbar, darstellbar als U+00AF macron, etwa für ⁻6.25.
Kodierung und Eingabe am Computer
Unicode unterscheidet wichtige Zeichen: U+002D heißt „hyphen-minus“ und wird in fast allen Programmiersprachen als Minus für Vorzeichen und Subtraktion genutzt. U+2212 heißt „minus sign“ und ist der typografische Minusstrich −; in HTML lautet die benannte Schreibweise −, in LaTeX \minus. Das kaufmännische Minuszeichen ⁒ hat den Codepunkt U+2052 („commercial minus sign“).
ASCII, 1963 verabschiedet, kannte an Stelle 45 nur ein gemeinsames Zeichen für Minus und Bindestrich. Moderne Computer verwenden meist Unicode und können verschiedene Strichzeichen unterscheiden. In Quelltexten bleibt U+002D jedoch das Minuszeichen; deshalb können Plus und Minus unterschiedlich breit sein oder unterschiedlich zur Grundlinie stehen, etwa in: sum = (a+b)*(a-b); c +- d;
Bei der deutschen Tastaturbelegung E1 nach DIN 2137 wird der Minusstrich mit Alt Gr+# eingegeben. Bei T2 nach DIN 2137:2012-06 lautet die Folge Alt Gr+ä, dann Leertaste. Standardbelegungen vieler Betriebssysteme enthalten nur den Kurzstrich; der Minusstrich kann aber meist über Betriebssystem oder Texteditor eingefügt werden.
Varianten und verwandte Zeichen
Neben dem Minusstrich − und dem Kurzstrich - gibt es Unicode-Varianten für besondere Aufgaben: ˗ (U+02D7) ist ein modifizierendes Minuszeichen, ◌̠ (U+0320) ein kombinierendes Unter-Minuszeichen, ⁻ (U+207B) ein hochgestelltes und ₋ (U+208B) ein tiefgestelltes Minuszeichen. ➖ (U+2796) ist ein fetter Minusstrich und als Emoji verfügbar. ﹣ (U+FE63) und - (U+FF0D) sind kleine beziehungsweise vollbreite Bindestrich-Minus-Zeichen.
Nicht jedes ähnlich aussehende Zeichen bedeutet Minus. So steht ∖ (U+2216) als Mengen-Differenzzeichen („set minus“), während Unterstrich _, Bindestriche, Gedankenstriche, Oberstriche und Rahmenlinien andere Funktionen haben.
Auch zusammengesetzte mathematische Zeichen enthalten ein Minus: ± ist das Plusminuszeichen, ∓ das Minuspluszeichen, ∸ ein Minuszeichen mit Punkt, ⊖ ein eingekreistes und ⊟ ein eingerahmtes Minuszeichen.