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Mikrointervall
Als Mikrointervall wird in der musikalischen Akustik ein Tonhöhenabstand (Intervall) bezeichnet, der kleiner als ein Halbtonabstand ist. In der Regel ist …
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Definition und Maß
Ein Mikrointervall ist in der musikalischen Akustik ein Tonhöhenabstand, also ein Intervall, der kleiner als ein Halbtonabstand ist. Meist wird dabei die Oktave unterteilt. Ein Tonsystem mit Mikrointervallen muss aber nicht zwingend mehr als zwölf Tonstufen pro Oktave enthalten.
Die Frequenzen der Töne können logarithmische Abstände haben. Mikrointervalle können auch als festgelegte, ungleich große Abstände innerhalb einer Oktave vorkommen. Die übliche Maßeinheit ist das Cent: 1 Cent ist ein Hundertstel eines Halbtones oder ein Eintausendzweihundertstel einer Oktave.
Hörphysiologie
Die menschliche Fähigkeit, Tonhöhenunterschiede zu unterscheiden, ist begrenzt. Ein musikalisch geschultes Ohr kann im Frequenzbereich von 16 bis 500 Hz etwa 270 Tonstufen in linearen Abständen von 1,8 Hz unterscheiden.
Im Bereich von 500 bis 15.000 Hz kann es etwa 350 Tonstufen in logarithmischen Abständen von 3 Cent unterscheiden. Der Kammerton a¹ einer Stimmgabel mit 440 Hz kann daher zwischen 440,5 Hz und 439,5 Hz liegen, ohne dass beim nacheinander Anschlagen ein Unterschied hörbar wäre.
Musikalische Verwendung
Mikrointervalle sind in der musikalischen Praxis wichtig für Tonleitern der Neuen Musik, für Viertelton-Musik und für verschiedene außereuropäische Musikkulturen.
In der europäischen Musik wurden auch Sechsteltonschrittfolgen und Zwölfteltonsysteme erprobt, zum Beispiel durch Alois Hába. Außerdem können Mikrointervalle als Maßeinheit dienen, um zwei verschiedene Tonleitern relativ miteinander zu vergleichen; dieser Vergleich gehört zum Thema Intonation.