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Viertelton-Musik
Die Viertelton-Musik, basierend auf Mikrointervallen, entstand in der Zeit ab etwa 1920 als ein Zweig der Neuen Musik. Dabei werden die Halbtöne des …
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Grundprinzip
Viertelton-Musik ist ein auf Mikrointervallen beruhender Zweig der Neuen Musik, der ab etwa 1920 entstand. Dabei wird jeder Halbton des neuzeitlichen westlichen Tonsystems nochmals halbiert. Benachbarte Töne können deshalb einen Abstand von 50 Cent haben; eine Oktave umfasst 24 verschiedene Tonstufen. Zur schriftlichen Darstellung wurden besondere Vierteltonversetzungszeichen entwickelt.
Saiten- und Tasteninstrumente
Auf bundlosen Saiteninstrumenten mit Griffbrett lassen sich Vierteltöne technisch ohne besondere Schwierigkeiten erzeugen. Instrumente mit halbtönigen Bünden können zusätzliche Bundstäbe erhalten.
Für Tasteninstrumente entwickelte Willi Möllendorff eine Klaviatur mit zusätzlichen Tasten. Ein entsprechend ausgestattetes Bichromatisches Harmonium stellte er 1917 öffentlich vor; die Tastatur setzte sich jedoch nicht durch. Als Alternativen dienten zwei herkömmliche, um 50 Cent gegeneinander verstimmte Klaviere oder ein Spezialklavier mit zusätzlichen Saiten und zwei Manualen. Ein solches Instrument der Firma August Förster in Löbau befindet sich im Prager Nationalmuseum „Museum tschechischer Musik“. Den ersten Viertelton-Flügel baute Förster auf Anweisung von Alois Hába und im Auftrag des tschechoslowakischen Kultusministeriums.
Vierteltöne kommen auch vereinzelt im Orgelbau vor. Bei der Rieger-Orgel der Martinskirche in Kassel von 2014–2017 verfügen vier der dreizehn Register des zweiten Schwellwerks über 24 gleichstufige Töne je Oktave. Auch die Orgeln der Christengemeinschaft in Bern und Basel besitzen Vierteltöne.
Blasinstrumente
Bei Blechblasinstrumenten außer der Zugposaune ermöglicht ein besonderes Ventil Vierteltöne, indem es die Rohrlänge um etwa 3 % verändert, meistens verlängert. Der Jazzmusiker Don Ellis entwickelte dafür eine Trompete mit vier Ventilen. 1975 veröffentlichte er außerdem „Quarter Tones“, eine ausführliche theoretische Anleitung zur Verwendung von Vierteltönen mit historischen und kulturellen Hintergründen.
Bei Holzblasinstrumenten, deren Tonlöcher überwiegend durch Klappen bedient werden, ist die Umsetzung schwieriger. Eine im Musikinstrumenten-Museum Markneukirchen erhaltene Vierteltonklarinette besitzt hinter dem Mundstück ein Umschaltventil. Dieses wählt zwischen zwei akustisch getrennten Luftsäulen mit jeweils passend angeordneten Tonlöchern. Aufgrund der Bauweise werden bei jeder Griffkombination beide Klappensysteme gleichzeitig betätigt.
Bedeutende Komponisten
Als Komponisten der Viertelton-Musik traten Willi Möllendorff, Alois Hába, Arthur Lourié, Iwan Alexandrowitsch Wyschnegradsky, Viktor Ullmann, Charles Ives und György Ligeti hervor.