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Saudi-Arabien
Der Islam hanbalitischer Rechtsschule in der speziellen Ausprägung des Wahhabismus ist in Saudi-Arabien Staatsreligion. Das öffentliche Religionsbild im Land …
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Grunddaten und geografische Lage
Saudi-Arabien, offiziell Königreich Saudi-Arabien (arabisch al-Mamlaka al-ʿarabīya as-saʿūdīya), ist eine absolute Monarchie in Vorderasien. Das Land liegt auf der Arabischen Halbinsel und grenzt an das Rote Meer sowie den Persischen Golf. Hauptstadt und größte Stadt ist Riad, zweitgrößte Stadt ist die Hafenstadt Dschidda. Saudi-Arabien besteht in seinen heutigen Grenzen seit der Vereinigung am 23. September 1932. Die Fläche beträgt 2.149.690 km², die Amtssprache ist Arabisch, die Währung der Saudi-Riyal (SAR). Staatsoberhaupt und zugleich Regierungschef ist der König; König ist Salman ibn Abd al-Aziz, Premierminister Kronprinz Mohammed bin Salman.
Zwei der wichtigsten heiligen Stätten des Islams liegen im Land: die al-Harām-Moschee mit der Kaaba in Mekka und die Prophetenmoschee in Medina. Staatsreligion ist der hanbalitische Islam in seiner wahhabitischen Ausprägung. Saudi-Arabien ist ein islamischer, nicht-säkularer Staat.
Die Arabische Halbinsel besteht überwiegend aus Hochland. Im Westen fällt dieses an einem Randabbruch steil zum Roten Meer ab; im Osten senkt es sich allmählich zum Persischen Golf. Große Teile des Landes sind Sand- und Geröllwüsten. Im Süden liegt das „Leere Viertel“ Rub al-Chali, im Norden die Große Nafud. Die höchsten Gipfel befinden sich im Asir-Gebirge im Südwesten; als höchster Berg gilt wahrscheinlich der Dschabal Ferwaʿ mit 3002 Metern. Das Klima ist heiß und trocken. Im Sommer sind tagsüber bis zu 50 °C möglich, im Winter kann nachts der Gefrierpunkt unterschritten werden. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 28 °C, die jährliche Niederschlagsmenge 59 mm.
Saudi-Arabien besitzt nur wenige Flüsse, aber Wadis, kleine Seen und große fossile Wasservorräte. Von ursprünglich 500 km³ fossilem Wasser wurde wegen Bevölkerungswachstum, Trinkwasserversorgung und Wüstenlandwirtschaft ein großer Teil aufgebraucht. 2020 entfielen rund zwei Drittel des genutzten Wassers auf die Landwirtschaft; 80 % davon stammten aus fossilen Quellen. 2018 verbot das Land den Anbau wasserintensiver grüner Futterpflanzen. Dadurch sank der landwirtschaftliche Wasserverbrauch bis 2020 von 21,2 Mrd. m³ auf 10,7 Mrd. m³. 2018 kamen rund 50 % des Trinkwassers aus Meerwasserentsalzungsanlagen, 40 % aus fossilem Wasser und 10 % aus Oberflächenwasser.
Bevölkerung, Religion und Bildung
Saudi-Arabien hatte 2023 36,9 Millionen Einwohner; für 2025 nennt die Schätzung 36,97 Millionen. Die Bevölkerungsstruktur ist jung: 2023 waren 25,6 % jünger als 15 Jahre, nur 3,1 % waren älter als 64 Jahre. Das Medianalter lag 2021 bei 29,8 Jahren, die Lebenserwartung 2022 bei 77,9 Jahren. Das Land ist stark urbanisiert; 2023 lebten 85 % der Bevölkerung in Städten. Bei der Bevölkerungsdichte nennt der Artikel unterschiedliche Angaben: Die Infobox gibt für 2025 17 Einwohner pro km² an, der Demografieabschnitt 12 Einwohner pro km².
Etwa 90 % der Bevölkerung sind arabischer Abstammung. Die übrigen 10 % stammen überwiegend aus Afrika oder Asien. Rund 400 Stämme leben im Land; mehr als ein Zehntel der Einwohner sind Nomaden oder Halbnomaden. Knapp 11 Millionen Gastarbeiter kommen unter anderem aus Indien, Indonesien, Pakistan, Bangladesch, Ägypten, Syrien, Jemen, den Philippinen, Sri Lanka und Nepal. Das Kafala-System bindet Arbeitsmigranten häufig an einen Bürgen, meist den Arbeitgeber. Besonders Hausangestellte sind von Missbrauch, ausstehenden Löhnen und unzureichender rechtlicher Absicherung betroffen.
Der wahhabitische Islam gehört laut Artikel etwa 73 % der Bevölkerung an. Andere Sunniten stellen 12 %, Schiiten etwa 10 bis 15 %. Schiiten leben vor allem im Osten, Ismailiten außerdem in Nadschran. Ihre religiösen Praktiken sind eingeschränkt und antischiitische Propaganda wird von der Regierung toleriert. Bei einer Gallup-Umfrage von 2012 bezeichneten sich 19 % der befragten Saudi-Araber als „nicht religiös“ und 5 % als „überzeugte Atheisten“.
Der Alphabetisierungsgrad lag 2015 bei 94,7 %; bei Frauen betrug er 91,1 %, bei Männern 97,0 %. Es besteht eine neunjährige Schulpflicht für beide Geschlechter. Der Staat übernimmt die Ausbildungskosten von der Grundschule bis zum Hochschulabschluss. Die Einschulungsquote beträgt 91 %. Schulen und Hochschulen sind grundsätzlich nach Geschlechtern getrennt. An vielen Einrichtungen verfolgen Schülerinnen Vorlesungen männlicher Dozenten über Bildschirme. Es gibt acht Universitäten und 65 Colleges, darunter 17 Einrichtungen nur für Frauen. In Riad befindet sich die Princess Nora bint Abdul Rahman University.
Ein Schwerpunkt der Hochschulbildung liegt neben islamischen Wissenschaften bei technischen Fächern sowie Erdöl und Erdölverarbeitung. Unterrichtssprache an Universitäten ist meist Englisch. Die King Abdullah University of Science and Technology (KAUST) wurde auf einer 36 km² großen Forschungsinsel errichtet; ihre Kosten werden mit 12,5 Milliarden US-Dollar angegeben. Geplant waren 2000 Studierende und 600 Fakultätsmitglieder. Frauen und Männer studieren dort gemeinsam. Die Gesundheitsausgaben betrugen 2021 6,0 % des BIP. Ein großes Gesundheitsproblem ist Übergewicht: 2016 waren 69,7 % der Erwachsenen übergewichtig und 35,4 % adipös.
Geschichte und politische Ordnung
Seit dem 18. Jahrhundert verbündete sich der Stamm der Saud mit der strenggläubigen Reformbewegung der Wahhabiten. Dieses Bündnis diente dazu, Beduinenstämme zu einigen und politische Herrschaft auf der Arabischen Halbinsel auszudehnen. Frühere Expansionsversuche wurden durch ägyptische Truppen im Auftrag des Osmanischen Reiches zurückgeschlagen. Abd al-Aziz II. ibn Saud regierte ab 1902 in Riad, eroberte 1921 das Emirat der Āl Raschīd und vereinigte es mit seinem Gebiet zum Sultanat Nadschd. 1925 besiegte er die Haschimiten und eroberte den Hedschas mit Mekka und Medina. Am 23. September 1932 wurden die verschiedenen Gebiete zu Saudi-Arabien vereinigt. 1934 siegte Saudi-Arabien im saudisch-jemenitischen Krieg. Mit Beginn der Erdölförderung 1938 gewann das Land Wohlstand und internationale Bedeutung.
Saudi-Arabien wurde 1945 Gründungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga und 1960 Gründungsmitglied der OPEC. 1963 wurde die Sklaverei abgeschafft. Grenzkonflikte mit dem Südjemen wurden 1976 durch einen Friedensvertrag beigelegt; die endgültige Grenzfestlegung erfolgte 2000. 1979 besetzten Aufständische die Große Moschee in Mekka. Bei der Besetzung starben insgesamt 330 Menschen; 63 Aufständische wurden am 9. Januar 1980 öffentlich enthauptet.
Nach der Grundordnung ist Saudi-Arabien eine absolute Monarchie. Der Absolutismus wurde 1992 ausdrücklich als Staatsform festgeschrieben. Die Scharia ist in der Verfassung verankert; eine Gewaltenteilung besteht nicht. Der König kann in Legislative, Judikative und Exekutive eingreifen, ist oberster Befehlshaber der Streitkräfte und höchste Revisionsinstanz. Theoretisch wird seine Macht durch Scharia und saudische Tradition begrenzt, praktisch gilt sie als nahezu unbegrenzt. Der König bezeichnet sich seit 1986 als Hüter der heiligen Stätten von Mekka und Medina.
Die Regierung besteht aus dem 1953 eingerichteten Ministerrat unter Vorsitz des Königs. Wichtige Ressorts wie Innen- und Verteidigungsministerium werden von Mitgliedern der Königsfamilie besetzt. Die 13 Provinzen werden vom König ernannte Gouverneure regiert und in insgesamt 118 Gouvernements gegliedert. Ein Parlament gibt es nicht. Die Beratende Versammlung beziehungsweise der Schūrā-Rat hat 150 vom König für vier Jahre ernannte Mitglieder. Sie berät die Regierung, nimmt zu Gesetzesvorhaben Stellung und kann eigene Vorhaben einbringen, besitzt aber kein Budgetrecht. Seit 2013 sind etwa ein Fünftel der Mitglieder Frauen.
Der 2007 gegründete Thronfolgerat besteht aus 35 männlichen Prinzen. Er entscheidet über die Thronfolge. Innerhalb von 30 Tagen nach Amtsantritt eines neuen Königs muss ein Kronprinz bestimmt werden. Der Rat stimmt über einen, zwei oder drei vom König vorgeschlagene Kandidaten ab und kann gegebenenfalls selbst einen Kandidaten aus den Söhnen oder Enkeln Ibn Sauds vorschlagen. Politische Parteien, Gewerkschaften und Streiks sind verboten. Politische Indizes bewerteten Saudi-Arabien 2024 als autoritäres und unfreies Regime; die Pressefreiheit wurde 2026 als „sehr ernste Lage“ eingestuft.
Menschenrechte und gesellschaftliche Veränderungen
Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit sind stark eingeschränkt. Oppositionelle Stimmen werden verfolgt, Demonstrationen und politische Parteien sind verboten. Menschenrechte werden nach der im Artikel beschriebenen Rechtsauffassung nur anerkannt, wenn sie mit der Scharia vereinbar sind. Genannt werden Haft ohne Anklage, Folter, Körperstrafen, Amputationen, Auspeitschungen und die Todesstrafe, unter anderem wegen Apostasie oder angeblicher Hexerei. Amnesty International zufolge wurden 2015 mindestens 158 Menschen hingerichtet; seit 1985 bis Juni 2015 mindestens 2208.
Das öffentliche Praktizieren anderer Religionen als des wahhabitischen Islams ist verboten. Schiitische Moscheen werden offiziell nicht als Moscheen anerkannt; öffentliche schiitische Bräuche wie Aschura sind untersagt. Nichtmuslimische Gebetshäuser gibt es nicht. Auf den Abfall vom Islam steht die Todesstrafe. Auch Gastarbeitern und Diplomaten sind Gottesdienste, Taufen und andere nichtislamische religiöse Handlungen verboten.
Frauen hatten lange deutlich weniger Rechte als Männer. Der männliche Vormund musste früher häufig Studium, Arbeit, Passangelegenheiten und Auslandsreisen genehmigen. Seit August 2019 besitzen Frauen Reisefreiheit; seit 2021 dürfen volljährige Frauen ohne Zustimmung eines männlichen Familienmitglieds allein in einer Wohnung leben. Frauen dürfen heute fast jeden Beruf ausüben, sind aber weiterhin durch Bekleidungsvorschriften und teilweise Geschlechtertrennung eingeschränkt. 2015 nahmen Frauen erstmals an Kommunalwahlen teil; 20 Frauen wurden gewählt. Seit dem 24. Juni 2018 dürfen Frauen mit Führerschein offiziell Auto fahren. Zuvor waren seit 1957 keine Führerscheine an Frauen ausgegeben worden. Seit 2018 wurde außerdem der Verhüllungszwang abgeschafft, seit 2019 die Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit teilweise aufgehoben; im Dezember 2020 entfiel sie auch in Cafés und Restaurants.
Seit 2011 und 2012 gab es Proteste, die gewaltsam niedergeschlagen wurden. 2018 wurde der Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul von einem saudischen Spezialkommando ermordet. 2022 erhielt eine Frau wegen des Teilens von Tweets von Frauenrechtlerinnen 35 Jahre Haft. An der jemenitischen Grenze wurden nach Angaben von Human Rights Watch zwischen März und Juni 2023 mindestens mehrere hundert äthiopische Flüchtlinge getötet; den Berichten zufolge waren auch Frauen und Kinder betroffen.
Außenpolitik, Militär und Wirtschaft
Saudi-Arabien ist wegen Mekka und Medina ein Staat mit besonderem Rang in der islamischen Welt. Es ist eng mit den Vereinigten Staaten verbunden. Das Verhältnis wird als Tausch von Zugang zu Öl gegen Sicherheitsgarantien beschrieben. Zu Deutschland bestehen vor allem wirtschaftliche sowie rüstungs- und sicherheitspolitische Beziehungen. Gleichzeitig baut Saudi-Arabien seine Beziehungen zur Türkei, zu China und Russland aus. Mit China wurde 2022 eine umfassende strategische Partnerschaft vereinbart.
Im Nahostkonflikt erkennt Saudi-Arabien Israel weiterhin nicht an und befindet sich offiziell seit 1948 im Kriegszustand mit Israel. Es unterstützte die Palästinenser finanziell und legte 2002 die arabische Friedensinitiative vor, die unter anderem einen palästinensischen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt und im Gegenzug die Anerkennung Israels vorsah. Im Verhältnis zum schiitischen Iran verbindet sich diplomatische Verständigung mit regionaler Konkurrenz. Nach der Hinrichtung des Geistlichen Nimr al-Nimr am 2. Januar 2016 brach Saudi-Arabien am 3. Januar die diplomatischen und am 4. Januar auch die wirtschaftlichen Beziehungen zu Iran ab. Im syrischen Bürgerkrieg unterstützte Saudi-Arabien die Opposition auch mit Waffen.
Die Streitkräfte umfassen etwa 230.000 Berufssoldaten und bestehen aus Bodenstreitkräften, Luftstreitkräften, Marine, Nationalgarde und Saudi Special Emergency Forces. Es gibt keine Wehrpflicht; das Eintrittsalter beträgt 18 Jahre. 2016 beliefen sich die Militärausgaben auf 63 Milliarden US-Dollar und damit auf mehr als 10 % der Wirtschaftsleistung. Saudi-Arabien unterstützte 2015 militärisch die Regierung im Jemen und führte seit März 2015 Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen durch.
Saudi-Arabien ist die größte Volkswirtschaft im arabischen Raum. Erdöl und Erdgas prägen die Wirtschaft, daneben sind Dienstleistungen, Tourismus, Industrie und Pilgerwesen wichtig. 2024 betrug das nominale BIP 1,2 Billionen US-Dollar, das kaufkraftbereinigte BIP 2,5 Billionen US-Dollar. Der HDI lag 2023 bei 0,9. Die Erdölreserven werden mit 262,7 Milliarden Barrel beziehungsweise 35 bis 36 Milliarden Tonnen angegeben. Saudi Aramco ist der nationale Erdölkonzern und gilt seit dem Börsengang 2019 als wertvollster Konzern der Welt. Das größte Erdölfeld der Welt, Ghawar, liegt in Saudi-Arabien. Das Land besitzt außerdem die viertgrößten Erdgasreserven weltweit.
Die „Vision 2030“ soll die Abhängigkeit vom Erdöl verringern. Der Anteil von Öl und Gas am BIP soll von 47 % auf 11 % im Jahr 2030 sinken. Mindestens ein Viertel der Elektrizität soll aus Sonnenenergie stammen; insgesamt soll die Hälfte des Energieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen kommen. Geplant sind höhere Beschäftigung von Frauen, Investitionen in Bildung und Infrastruktur, der Verkauf von Teilen von Saudi Aramco sowie Megaprojekte wie Neom und The Line. 2018 wurde die Mehrwertsteuer eingeführt und Benzin verteuert, um Einnahmen zu erhöhen und den Energieverbrauch zu bremsen.
Verkehr, Kultur, Medien und Sport
Das Straßennetz ist 221.372 km lang, davon sind 47.529 km befestigt, einschließlich 3891 km Schnellstraßen. 2013 starben im Straßenverkehr 27,4 Menschen je 100.000 Einwohner, insgesamt 7900 Personen. Das Eisenbahnnetz ist 3500 km lang und wird von Saudi Arabia Railways betrieben. Eine Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Medina und Mekka ist in Betrieb. 2024 unterzeichneten Saudi Arabia Railways und Stadler Rail Verträge über zehn plus zehn Personenzüge. Wichtige Flughäfen liegen in Dammam, Dschidda und Riad; nationale Fluggesellschaft ist Saudi Arabian Airlines. Die Ölhäfen Ra's Tanura und Yanbu haben überragende Bedeutung. Die 1200 km lange Ost-West-Pipeline verbindet die Ölfelder am Persischen Golf mit Yanbu am Roten Meer.
Kultur und gesellschaftliches Leben sind stark vom Islam und der salafistisch-wahhabitischen Auslegung geprägt. Nach Artikel 2 der Grundordnung gilt die islamische Zeitrechnung; das Wochenende ist seit dem 28./29. Juni 2013 Freitag und Samstag. Der Nationalfeiertag am 23. September erinnert an die Vereinigung von Hedschas und Nadschd. Die einzigen offiziellen islamischen Feiertage sind ʿĪd al-fitr am 1. Schawwal und ʿĪd al-Adhā am 10. Dhū l-Hiddscha. Das Fest des Fastenbrechens dauert drei, das Opferfest vier Tage. Ihre Daten verschieben sich im gregorianischen Kalender, weil sie im islamischen Mondkalender festgelegt sind.
Öffentliche Theater und Kinos waren lange verboten. Seit 2018 sind Kinos wieder zugelassen; am 18. April 2018 eröffnete in Riad das erste Kino. Im Rahmen der Vision 2030 sollen bis dahin 350 Kinos entstehen. Das Dschanadriyya-Kultur-Festival pflegt traditionelle Musik und Tänze. Seit 2019 werden Musikfestivals in der Wüste geduldet, bei denen keine öffentliche Geschlechtertrennung mehr vorgeschrieben ist.
Medien werden staatlich kontrolliert. Zeitungen, Magazine und Fernsehsender benötigen eine königliche Erlaubnis; Kritik am Königshaus ist verboten. Das Internet ist seit 1999 verfügbar und zensiert. Behörden geben an, den Zugriff auf rund 400.000 Webseiten zu verhindern. 2020 nutzten 98 % der Einwohner das Internet. Auch Fernsehen und ausländische Filme werden kontrolliert und teilweise geschnitten.
Beliebteste Sportart ist Fußball, gefolgt von Pferde- und Kamelrennen. Die Fußballnationalmannschaft nahm 1994 erstmals an einer Weltmeisterschaft teil und erreichte das Achtelfinale. Die FIFA vergab die Männer-Weltmeisterschaft 2034 im Dezember 2024 an Saudi-Arabien. Seit 2018 dürfen Frauen Fußballspiele in Sportstadien besuchen. Außerdem veranstaltet Saudi-Arabien unter anderem Rallye Dakar, Formel-E- und Formel-1-Rennen. Special Olympics Saudi-Arabien wurde 1994 gegründet.