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Marienfest
Marienfeste sind Feste und Gedenktage im Kirchenjahr, die der Verehrung Mariens dienen. Marienfeiertage werden vor allem in Ländern mit überwiegend römisch …
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Grundidee und Bedeutung
Marienfeste sind Feste und Gedenktage im Kirchenjahr, die der Verehrung Mariens dienen. Sie spielen besonders in Ländern mit überwiegend römisch-katholischer Bevölkerung und in den orthodoxen Kirchen eine wichtige Rolle. Auch in der anglikanischen Gemeinschaft sowie in lutherischen Kirchen gibt es Marienfesttage.
In einigen Regionen sind bestimmte Marienfeste zugleich staatliche Feiertage, zum Beispiel im Saarland, in Bayern und in Österreich.
Entwicklung im Kirchenjahr
In der Westkirche entstand im Frühmittelalter ein Zyklus wichtiger Marienfeste. Seit dem 7. Jahrhundert feierte die Kirche in Rom vier zentrale Marienfeste: Darstellung des Herrn oder Mariä Reinigung am 2. Februar, Verkündigung des Herrn oder Mariä Verkündigung am 25. März, Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August und Mariä Geburt am 8. September.
Diese Feste ergänzten das ursprünglich einzige Marienfest: das Hochfest der Gottesmutter am 1. Januar.
Römisch-katholische Feste
In der römisch-katholischen Kirche gibt es zahlreiche Marienfeste und Gedenktage. Dazu gehören unter anderem das Hochfest der Gottesmutter am 1. Januar, der Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes am 11. Februar, Patrona Bavariae am 1. Mai als regionales Hochfest in Bayern, der Gedenktag Unserer Lieben Frau in Fátima am 13. Mai und Maria, Hilfe der Christen am 24. Mai, das heute in einigen Orden und Diözesen gefeiert wird.
Weitere wichtige Tage sind der Gedenktag Hl. Maria, Mutter der Kirche am Montag nach Pfingsten, das Unbefleckte Herz Mariä am Tag nach dem Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu, das Fest Mariä Heimsuchung am 2. Juli beziehungsweise im Römischen Kalender am 31. Mai, Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel am 16. Juli und Mariä Aufnahme in den Himmel am 15. August.
Außerdem werden Maria Königin am 22. August, Mariä Geburt am 8. September, Mariä Namen am 12. September, das Gedächtnis der Schmerzen Mariens am 15. September, Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz am 7. Oktober, Unsere Liebe Frau in Jerusalem am 21. November, Mariä Empfängnis am 8. Dezember, Unsere Liebe Frau von Loreto am 10. Dezember und Unsere Liebe Frau von Guadaloupe am 12. Dezember begangen. Traditionell gilt der Mai als Marienmonat und der Oktober als Rosenkranzmonat.
Feste mit besonderer Einordnung
Einige Feste haben einen starken Bezug zu Maria, werden aber nicht oder nicht mehr einfach als Marienfeste verstanden. Darstellung des Herrn am 2. Februar, volkstümlich Mariä Lichtmess, und Verkündigung des Herrn am 25. März, volkstümlich Mariä Verkündigung, wurden früher wegen ihres engen Bezugs zu Maria den Marienfesten zugeordnet. Heute gelten sie als Herrenfeste, also als Feste des Herrn Jesus Christus.
Zu den ehemaligen Marienfesten gehören die Verlobung Mariens mit Josef am 23. Januar, die von 1725 bis 1970 gefeiert wurde, das Kompassionsfest am vierten Freitag nach Ostern, das heute nur noch in Hennef-Bödingen begangen wird, Maria Lätitia oder Fest der Sieben Freuden Mariens am 5. Juli sowie Mariä Erwartung am 18. Dezember, das seinen Ursprung im mozarabischen Ritus hat.
Evangelische Kirchen
Evangelisch-lutherische Kirchen begehen drei Herrenfeste mit marianischem Aspekt: Mariä Lichtmess am 2. Februar, Verkündigung des Herrn an Maria am 25. März und Mariä Heimsuchung am 2. Juli. Heute werden sie vor allem in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gottesdienstlich begangen.
Diese drei Tage sind auch im Evangelischen Gottesdienstbuch der Union Evangelischer Kirchen in der EKD und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands vorgesehen. Für ihre Feier gelten Anregungen, wobei lokale Regelungen entscheidend sind. Mariä Lichtmess kann bei Zusammenfall mit einem Sonntag das Sonntagsproprium ersetzen, außer am letzten Sonntag nach Epiphanias. Verkündigung des Herrn kann nicht an einem Sonntag gefeiert werden und wird je nach Lage im Kirchenjahr verlegt. Mariä Heimsuchung kann auf einen Sonntag verlegt werden und soll gefeiert werden, wenn es auf einen Sonntag fällt.
Der 15. August wird von manchen evangelischen Kirchen ebenfalls mit Maria verbunden. Weil die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel mit evangelischer Theologie nicht vereinbar ist, gilt der Tag dort als Todestag und Gedenktag der Maria.
Orthodoxe Kirchen
Die orthodoxen Kirchen kennen ebenfalls Marienfeste. Der Artikel nennt ausdrücklich das Fest der Niederlegung der Muttergottesgewänder am 2. Juli.