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Make America Great Again
Make America Great Again (deutsch Macht Amerika wieder großartig), kurz MAGA, ist ein Slogan, der in Präsidentschaftswahlkämpfen der Vereinigten Staaten …
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Bedeutung und politische Funktion
„Make America Great Again“ (deutsch: „Macht Amerika wieder großartig“), kurz MAGA, ist ein Slogan aus Präsidentschaftswahlkämpfen der Vereinigten Staaten. Er wurde mehrfach verwendet, unter anderem von Barry Goldwater, Ronald Reagan, Bill Clinton und besonders wirkungsvoll von Donald Trump. Der Slogan verbindet die Vorstellung, dass die USA früher großartig gewesen seien, mit dem Versprechen, diesen Zustand wiederherzustellen. Dadurch bleibt offen, welche konkrete Zeit oder welche politischen Maßnahmen gemeint sind. Zugleich weist die Formulierung in Richtung einer Rückkehr zu früheren gesellschaftlichen und politischen Verhältnissen.
Der Slogan wurde in Politik, Kunst und Popkultur aufgegriffen und abgewandelt. Außerdem wurde er zum Namensgeber der MAGA-Bewegung. Seine Bedeutung hängt daher sowohl von der jeweiligen politischen Verwendung als auch von den Vorstellungen der Unterstützer und Kritiker ab.
Verwendung durch Ronald Reagan
Ronald Reagan verwendete 1980 die Formulierung „Let’s make America great again“ in seinem Präsidentschaftswahlkampf. Die USA befanden sich damals in einer ideellen und wirtschaftlichen Krise, die als Stagflation bezeichnet wird. Stagflation bedeutet das gleichzeitige Auftreten von wirtschaftlicher Stagnation und Inflation. Reagan appellierte an den Patriotismus der Wähler und beschwor eine frühere Zeit, die aus seiner Darstellung einfache Antworten auf komplexe Probleme bot und keinen Zweifel an der amerikanischen Überlegenheit ließ.
In seiner Rede auf der Republican National Convention 1980 versprach Reagan den Hoffnungslosen, sie an einem „großen nationalen Kreuzzug“ zu beteiligen, um Amerika „wieder großartig“ zu machen: „For those who’ve abandoned hope, we’ll restore hope and we’ll welcome them into a great national crusade to make America great again“. Die Aussage bezog sich auf den Reputationsverlust der USA, der besonders mit der Regierungszeit von Jimmy Carter verbunden wurde.
Donald Trump: Wahlkampfmotto und Symbol
Donald Trump verwendete den Slogan bereits vor dem Beginn seiner Präsidentschaftskampagne. Im März 2015 behauptete er, ihn selbst erfunden zu haben. Tatsächlich hatte sein Berater Roger Stone bereits im September 2012 getwittert: „Make America Great Again — TRUMP HUCKABEE 2012 #nomormons“. Trump hatte außerdem im Dezember 2011 und in den folgenden Monaten wiederholt erklärt, Amerika wieder großartig machen zu wollen. Am 12. November 2012 ließ er den Slogan beim United States Patent and Trademark Office für politische Zwecke registrieren. Nachdem mehrere republikanische Vorwahlkonkurrenten ihn bei Veranstaltungen aufgegriffen hatten, ließ Trump Scott Walker und Ted Cruz abmahnen.
Im August 2015 änderte Trump beim Taschenbuch seines 2011 erstmals erschienenen Buches „Time to Get Tough“ den Untertitel von „Make America #1 Again“ zu „Make America Great Again“. Sein Slogan verdrängte den Slogan seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton, „Stronger together“ („stärker gemeinsam“), aus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Website für Trumps Präsidentschaftsübergang von November 2016 bis Januar 2017 trug die URL „GreatAgain.gov“.
Inhaltlich bezog Trump das unbestimmte Motto auf Arbeitsplätze, Unternehmertum, militärische Stärke und die Versorgung von Veteranen: „to me, it meant jobs. It meant industry, and meant military strength. It meant taking care of our veterans. It meant so much“. Auf die Frage, in welche Zeit Amerika zurückgeführt werden solle, nannte er die Jahrhundertwende, in der amerikanischer Unternehmergeist für Wohlstand gesorgt habe, sowie die späten 1940er und 1950er Jahre, in denen Amerika „niemand herumgeschubst“ habe und „wir von allen respektiert wurden“. Stephan Bierling bezeichnete diese Vorstellung als illusorisch.
Einige Anthropologen betonten besonders das Wort „Make“: Der Imperativ vermittle einen Geist des Anpackens und mache aus der allgemeinen Forderung eine konkrete Mission, etwas Reales zu schaffen und zum Selfmademan zu werden. Politisch grenzte sich der Slogan von der Präsidentschaft Barack Obamas ab, ähnlich wie Reagan sich von Carter abgegrenzt hatte. Er unterstützte außerdem Trumps „America First“-Politik, also eine nationalistische Handels-, Immigrations- und Sicherheitspolitik.
Bill Clinton erklärte im Wahlkampf 2016, der Slogan beruhe auf rassistischen Vorstellungen. Ein weißer Mensch aus den Südstaaten könne ihn unwillkürlich so verstehen, dass eine frühere privilegierte gesellschaftliche Stellung wiederhergestellt werden solle. Toni Morrison deutete ihn mit den Worten „‚Make America Great Again‘ means ‚Make America White Again.‘“ Der Publizist Mugambi Jouet sah darin eine Weiterentwicklung des amerikanischen Exzeptionalismus. Dieser sei während Obamas Präsidentschaft von einem akademischen Konzept zu einem festen Bestandteil konservativer Rhetorik geworden und habe dazu gedient, Obama und andere Angehörige von Minderheiten in versteckt nativistischer Weise als „unamerikanisch“ zu delegitimieren.
Mütze, Hashtag und Nachfolgeslogan
Zu einem besonders wichtigen Erkennungszeichen der Kampagne wurde eine schlicht gestaltete rote Schirmmütze mit dem in Times New Roman gesetzten Slogan. Trump bezeichnete sie als das „größte Symbol“ seiner Kampagne und erklärte, sie sei millionenfach verkauft worden. Die Mütze wurde auch von der Stil-Sektion der „New York Times“ empfohlen.
Es handelte sich um eine günstig produzierte, nur in einer Größe erhältliche Trucker Cap mit breiter Front. Anders als die Baseballcap des Mittelstands gilt die Trucker Cap als Symbol des Anti-Establishments. Ihre Verbreitung wurde mit Trumps auffälliger Frisur und der Wiederaneignung der ästhetischen Kultur des White Trash durch Hipster in Verbindung gebracht; im Sommer 2015 waren die Mützen teilweise ein ironischer Modetrend. „Politico“ erklärte die Mütze im Januar 2019 zum kulturellen Marker und Symbol der Trump-Ära. Ihr öffentliches Tragen führte zu Auseinandersetzungen und Polarisierung.
Auch die Glaubwürdigkeit im Verhältnis zu Trumps „Buy American“-Motto („Kauf amerikanisch“) wurde hinterfragt. Die von der Wahlkampagne verkauften Mützen wurden demnach südlich von Los Angeles hauptsächlich von Latinos hergestellt; ihre Textilien stammten jedenfalls teilweise nicht aus amerikanischer Produktion, und der Online-Vertrieb wurde von einer kanadischen Firma organisiert. Viele Nachahmungen wurden ebenfalls nicht in den USA gefertigt. Gerüchte, die offiziellen Kampagnenmützen würden in China hergestellt, bestätigten sich jedoch nicht.
Die Abkürzung „#MAGA“ wurde als Hashtag durch Trumps Twitter-Nachrichten bekannt. Nachdem Trump im September 2017 Bereitschaft gezeigt hatte, als Kinder illegal in die USA Eingewanderte entgegen seinem Wahlkampfversprechen nicht abzuschieben, verbreitete sich in sozialen Netzwerken der Hashtag „#burnmyMAGAhat“. Rechtskonservative Wähler teilten Videos, in denen MAGA-Mützen verbrannt wurden. Für die Präsidentschaftswahl 2020 ließ Trump den neuen Slogan „Keep America Great!“ registrieren. Kurz vor der Wahl verwendete er in einem YouTube-Video mit dem Titel „M-A-G-A!“ dennoch wieder den ursprünglichen Slogan.
Die MAGA-Bewegung
Die Britannica definiert die MAGA-Bewegung als nativistische politische Bewegung, die sich 2016 während Donald Trumps Präsidentschaftskampagne formierte. Nativismus bezeichnet hier eine Politik, die die Interessen der als ursprünglich geltenden einheimischen Bevölkerung gegenüber Einwanderern betont. Anhänger identifizieren sich mit der Botschaft, die USA seien einst großartig gewesen, hätten diesen Status aber durch ausländischen Einfluss verloren: im Inneren durch Immigration und nach außen durch Globalisierung.
Nach dieser Vorstellung soll der frühere Zustand durch „America first“-Politiken wiederhergestellt werden. Dazu gehören eine wirtschaftlich stärker protektionistische Politik, die Verringerung von Immigration und die Durchsetzung gesellschaftskonservativer Werte. Mainstreammedien werden innerhalb der Bewegung weitgehend abgelehnt; ihnen werden Vorurteile bis hin zu Lügen vorgeworfen. Kritiker sehen in Teilen der extremen Rhetorik homophobe, sexistische, rassistische oder gewaltanstachelnde Botschaften.
Nicht alle Republikaner und nicht alle Wähler Donald Trumps gehören zur MAGA-Bewegung. Im November 2025 bezeichnete sich in einer Politico-Umfrage rund ein Drittel der registrierten Republikaner ausdrücklich nicht als „MAGA-Republikaner“. Die politische Analystin Laura K. Field ordnete die intellektuelle Rechte in ihrem Buch „Furious Minds“ von 2025 mehreren Gruppen zu. Sie nennt Postliberale, die eine kommunitaristische, konservative Gesellschaft auf Grundlage einer solidarischen Ökonomie anstreben, christliche Nationalisten sowie Vertreter der Denkschule des Claremont Institute. Verbunden seien diese Gruppen durch eine gemeinsame Verachtung des Liberalismus. Am Rand der Bewegung sieht Field außerdem ein loses, der Manosphere zugerechnetes Kollektiv.
Unter den Anhängern gibt es ideologische Gräben. In der Einwanderungspolitik stehen etwa nativistische Gruppen wie die Groypers und Nick Fuentes immigration unterstützenden Technolibertären wie Elon Musk gegenüber. Auch zur Unterstützung Israels durch die USA bestehen Gegensätze: Ben Shapiro und Ted Cruz unterstützten das Ergebnis der Untersuchung zur Versenkung der USS Liberty, während Tucker Carlson und Candace Owens es ablehnten. Große Kritik innerhalb der Bewegung richtete sich außerdem gegen das Verhalten der zweiten Trump-Regierung bezüglich der Epstein-Akten, deren Veröffentlichung die MAGA-Bewegung gefordert hatte.
Politische und kulturelle Adaptionen
Seit 2015 wurde der Slogan häufig übernommen, verändert oder satirisch verwendet. In der Politik gab die frühere rechtspopulistische Senatskandidatin Christine O’Donnell ihren Memoiren „Troublemaker“ 2011 den Untertitel „Let’s Do What It Takes to Make America Great Again“. Vor der Halbzeitwahl im November 2018 bezogen sich viele republikanische Kandidaten positiv auf Trump und das Motto. Todd Rokita zeigte im April 2018 in einem Wahlkampfspot mit einer roten MAGA-Mütze seine Verbundenheit mit Trump. Ron DeSantis wurde in einem Vorwahlwerbespot als Gouverneurskandidat in Florida gezeigt, wie er seiner jungen Tochter mithilfe eines MAGA-Posters das Sprechen beibrachte.
Emmanuel Macron reagierte Anfang Juni 2017 auf Trumps Ankündigung, das Pariser Klimaschutzübereinkommen zu verlassen, mit dem Aufruf „Make Our Planet Great Again“. Der zugehörige Tweet wurde mehr als 230.000-mal retweetet; unter diesem Namen entstand außerdem eine Website, die Klimabesorgte zur Einwanderung nach Frankreich aufforderte. Der republikanische Senator Ben Sasse kritisierte im Mai 2018 Trumps Protektionismus mit dem Satz, „Make America Great Again“ bedeute nicht „Make America 1929 Again“, also keine Rückkehr zum Beginn der Weltwirtschaftskrise. Viktor Orbán verwendete im ersten Monat der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft 2024 den Slogan „Make Europe Great Again“.
In der Popkultur erschienen ebenfalls zahlreiche Bearbeitungen. Illma Gore sorgte im April 2016 mit einer gleichnamigen Buntstiftzeichnung für Aufsehen. Pussy Riot veröffentlichte im Oktober 2016 einen Protestsong gegen Trump, dessen Musikvideo eine dystopische Welt nach seinem Wahlsieg zeigt. John Oliver endete im März 2016 ein Segment von „Last Week Tonight“ mit „Make Donald Drumpf Again“ und verkaufte 35.000 Mützen mit diesem Slogan. Ein im Mai 2016 bekannt gewordenes Wandbild in Vilnius zeigte Trump und Wladimir Putin bei einem an den „Bruderkuss“ angelehnten Kuss und trug den Titel „Make Everything Great Again“.
Weitere Titel waren „Make America Psycho Again“ von Fall Out Boy, „Make America Crip Again“ von Snoop Dogg und „Make America Greta Again“ anlässlich des Besuchs von Greta Thunberg in den USA.