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Low Fidelity
Low Fidelity, auch Lo-Fi [loʊˈfaɪ̯] oder Lofi, bezeichnet Musik, die mit simplem technischen Equipment aufgenommen wurde oder so klingt, als wäre die …
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Bedeutung und Klangästhetik
Low Fidelity, kurz Lo-Fi oder Lofi, bezeichnet Musik, die mit einfachem technischem Equipment aufgenommen wurde oder absichtlich so klingt, als wäre dies geschehen. Das Gegenstück ist High Fidelity (Hi-Fi). Lo-Fi bedeutet dabei nicht, dass die Songs musikalisch minderwertig sind: Die Qualität des eigentlichen Liedes ist von der Art der Aufnahme unabhängig.
Typisch ist eine bewusst „retro“ wirkende Klangästhetik. Dafür werden Studiogeräte und elektronische Musikinstrumente eingesetzt, die nicht dem aktuellen technischen Stand entsprechen, sondern sich an historischen Klangvorbildern orientieren. Häufig sollen Aufnahmen gerade nicht gängigen Klangnormen entsprechen, um sich von Mainstream-Veröffentlichungen abzuheben. Von Lo-Fi-Sound spricht man übertragen, wenn das gesamte Klangbild einer Produktion bewusst schmutzig, antiquiert oder historistisch wirkt.
Ein Beispiel sind Veröffentlichungen von Guided by Voices: Die Band setzte neben Studioaufnahmen auch rauschende Vierspurklänge auf ihre Alben. Als Lo-Fi-Bands werden unter anderem The Raveonettes und Sonic Youth genannt. Zu den bekanntesten Lo-Fi-Künstlern zählen Daniel Johnston und Jandek, die mit sehr begrenzten Mitteln einen hohen künstlerischen Output aufnehmen. Daniel Johnstons Werk Hi, How Are You erschien 1983.
Ruhiger Lo-Fi-Hip-Hop
Lo-Fi-Hip-Hop bezeichnet seit etwa 2017 ein Subgenre des Hip-Hop beziehungsweise der elektronischen Musik. Stilistisch wird es dem Easy Listening zugeordnet. Die Musik ist ruhig, langsam und entspannend und wird vor allem auf zahlreichen YouTube-Channels als Hintergrundmusik zum Entspannen oder Lernen beworben, etwa mit der Formulierung „beats to relax/study to“.
Die Verbindung zum Lo-Fi-Prinzip liegt bei vielen Titeln in einem eher verrauschten Tonbild sowie in der Anmutung von Analogtechnik bei der Tonerzeugung. Neben Rauschen kann sich die Tonhöhe verändern, ähnlich wie bei einem Magnettonband, dessen Vorschubgeschwindigkeit nicht konstant ist.
LofiDogma und das Recording Manifest
Die Zürcher Kulturstiftung Sound Development veröffentlichte am 27. März 2007 unter dem Schlagwort LofiDogma das Manifest Das Recording Manifest. Seine neun Regeln sollen bei der Musikproduktion zur „Rückeroberung von Risiko und Zufall in der Produktion von Musik“ beitragen:
- Ein Lied muss an einem Tag aufgenommen werden.
- Alle Musiker und Instrumente müssen sich in einem Raum befinden.
- Backline und Mikrofonierung müssen bei allen Aufnahmen identisch sein.
- Es sind höchstens zehn Mischpultkanäle erlaubt; während der Aufnahme müssen alle Kanäle auf zwei Kanäle zusammengemischt werden.
- Zur Klangbeeinflussung sind nur Equalizer und Kompressoren zulässig. Bei der Mischung darf nur ein Effektgerät verwendet werden.
- Nachträglich darf nichts geschnitten, hinzugefügt oder korrigiert werden.
- Ein Ergebnis muss veröffentlicht werden.
45 Bands nahmen in der Schweiz jeweils ein Lied nach diesen Vorgaben auf. 2012 folgten fünf Bands in London, 2013 fünf Bands im Hamburger Clouds Hill Studio. Sound Development veröffentlichte die Songs. Das Manifest erinnert an Dogma 95, ein 1995 von dänischen Filmemachern veröffentlichtes Manifest.