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Liste der Herrscher Englands

Die Liste der Herrscher Englands enthält die souveränen Staatsoberhäupter des Königreichs England von dessen Einigung im 9. Jahrhundert bis zum Jahr 1707, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Rahmen und Entwicklung des Königreichs
  2. 2. Von Wessex zum geeinten England
  3. 3. Dänische Herrschaft und Normannen
  4. 4. Plantagenets, Rosenkriege und Tudors
  5. 5. Stuartzeit, Republik und Union

Rahmen und Entwicklung des Königreichs

Die Liste umfasst die souveränen Staatsoberhäupter des Königreichs England von seiner Einigung im 9. Jahrhundert bis 1707. In diesem Jahr ging England durch den Act of Union im Königreich Großbritannien auf.

Traditionell gilt Egbert von Wessex als erster König in englischen Königslisten. Er konnte zumindest zeitweise die Oberherrschaft über die angelsächsische Heptarchie, also die mehreren angelsächsischen Kleinkönigreiche, errichten. Seine Nachkommen vereinten die Reiche der Angeln und Sachsen; ab dem frühen 10. Jahrhundert wurde das entstehende angelsächsische Königreich auch England genannt.

Die normannische Eroberung von 1066 brachte starken politischen und kulturellen Einfluss vom französischen Festland. Ab 1154 gehörte England zum angevinischen Reich des Hauses Plantagenet. Die englischen Könige unterwarfen ab dem späten 12. Jahrhundert schrittweise Wales und die irische Insel. Nachdem das angevinische Reich im frühen 13. Jahrhundert zerbrach, wurde das Haus Plantagenet zunehmend zu einer rein englischen Dynastie; der normannischstämmige Adel integrierte sich in die angelsächsische Bevölkerung.

1541 entstand das Königreich Irland in Personalunion mit England. Eine Personalunion bedeutet, dass getrennte Reiche dieselbe regierende Person haben. Ab 1603 bestand eine solche Verbindung auch mit Schottland. Der Act of Union ersetzte sie am 1. Mai 1707 durch eine Realunion: England und Schottland wurden zum Königreich Großbritannien vereinigt, das weiterhin mit Irland in Personalunion verbunden blieb.

Von Wessex zum geeinten England

Das Haus Wessex regierte von 802 bis 1013. Egbert (802–839) machte Wessex zum mächtigsten Reich der Heptarchie und eroberte 829 Mercia. Er wurde als „Bretwalda“ (bretenanwealda) anerkannt; dieser Titel implizierte einen Oberherrschaftsanspruch auf der britischen Insel. Sein Sohn Æthelwulf unterwarf East Anglia, Kent, Sussex und Essex als Unterkönigreiche.

Unter Æthelred (865–871) griffen große dänische Wikingerarmeen, das Große Heidnische Heer, England an. Sie zerstörten Northumbria und East Anglia, gründeten dänische Siedlungen und setzten sich in Mercia fest. Alfred der Große (871–899) drängte die Dänen aus Wessex zurück, errichtete Befestigungen, schwächte das skandinavisch beherrschte Danelag und förderte Klöster sowie die angelsächsische Kultur. Als erster nannte er sich „König der Angelsachsen“ (Anglorum Saxonum rex).

Eduard der Ältere drängte die Dänen bis hinter den Humber zurück. Æthelstan eroberte 927 Jórvík in Northumbria, wurde als Oberherr Britanniens anerkannt und war der erste König über dem Gebiet des heutigen England. Er verwendete als erster den Titel „König der Engländer“ (rex Anglorum). Bei Æthelweard im Jahr 924 ist die Herrschaft umstritten; sie dauerte wohl nur wenige Tage.

Unter Æthelred dem Unberatenen (978–1013) nahmen Wikingerüberfälle aus Dänemark und Norwegen wieder zu. Er versuchte ihnen durch hohe Tributzahlungen, das Danegeld, zu begegnen. Die von ihm angeordnete Ermordung aller Dänen in England rief die Rache Sven Gabelbarts hervor, der Æthelred schließlich ins Exil trieb.

Dänische Herrschaft und Normannen

Sven Gabelbart, König von Dänemark, eroberte England und herrschte 1013–1014 ein Jahr lang, ohne gekrönt zu werden. Æthelred kehrte 1014 zurück, wurde durch den Witan erneut zum König proklamiert, starb jedoch 1016 während Knuts erneuter Invasion. Sein Sohn Edmund Eisenseite erhielt nach seiner Niederlage gegen Knut Wessex als Unterkönigreich des dänischen England, starb aber ebenfalls 1016.

Knut der Große regierte 1016–1035 und schuf ein nordisches Reich über Dänemark, England und Norwegen. In England etablierte er das System der Earldoms. Nach Harald I. Hasenfuß und Hardiknut wurde 1042 mit Eduard dem Bekenner die angelsächsische Dynastie wiederhergestellt. Eduard begann den Bau der Westminster Abbey. Sein Schwager Harald II. wurde 1066 durch den Witan gewählt, schlug zunächst eine norwegische Invasion an der Stamford Bridge zurück, fiel aber am 14. Oktober 1066 gegen Wilhelm den Eroberer in der Schlacht bei Hastings. Edgar Ætheling wurde danach zwar vom Witan gewählt, aber nicht gekrönt und ergab sich Wilhelm im Dezember 1066.

Wilhelm I. der Eroberer regierte 1066–1087, unterwarf das angelsächsische Königreich und begründete das anglo-normannische Reich. Er ließ das Domesday Book erstellen und den Tower of London errichten. Heinrich I. Beauclerc vereinte 1106 nach seinem Sieg bei Tinchebray England und Normandie wieder und etablierte ein „administratives Königtum“ mit effizienter Verwaltung und Rechtsprechung. Nach dem Untergang des Weißen Schiffs 1120 bestimmte er seine Tochter Matilda zur Erbin.

Stephan usurpierte 1135 den Thron gegen Matilda. Der daraus folgende Bürgerkrieg, „the Anarchy“, stärkte den baronialen Stand. Matilda übte 1141 kurz Macht aus, wurde aber nicht gekrönt. Im Vertrag von Wallingford musste Stephan 1153 Matildas Sohn als Erben anerkennen.

Plantagenets, Rosenkriege und Tudors

Heinrich II. Kurzmantel (1154–1189) begründete durch die Ehe mit Eleonore von Aquitanien das angevinische Reich und festigte die Königsmacht gegenüber den Baronen. Richard I. Löwenherz führte den dritten Kreuzzug von 1190 bis 1192. Unter Johann Ohneland zerbrach das Reich: Normandie, Anjou, Maine und Touraine gingen an Frankreich verloren. Nach einer Baronenrevolte musste er 1215 die Magna Charta unterzeichnen. Sein Versuch, sie rückgängig zu machen, führte zum „First Baron’s War“; auch der französische Prinz Ludwig wurde 1216–1217 zum König proklamiert, aber nicht gekrönt.

Heinrich III. musste 1258 die Provisions of Oxford akzeptieren. Im „Second Baron’s War“ wurde er 1264 nach Lewes durch Simon de Montfort faktisch entmachtet, gewann 1265 nach Evesham aber die Herrschergewalt zurück und räumte den Baronen dennoch weitgehende Mitspracherechte ein. Eduard I. unterwarf Wales und berief 1295 das Modellparlament ein. Eduard III. erhob Anspruch auf den französischen Thron und löste 1337 den Hundertjährigen Krieg aus; Siege bei Crécy 1346 und Poitiers 1356 brachten zeitweise große Gebiete und Calais. Richard II. wurde 1399 zugunsten seines Cousins Heinrich Bolingbroke abgesetzt.

Die Lancasters regierten zunächst mit Heinrich IV. und Heinrich V. Heinrich V. siegte 1415 bei Azincourt und wurde im Vertrag von Troyes 1419 als Erbe Frankreichs anerkannt, jedoch nie dort gekrönt. Unter Heinrich VI. gingen bis 1443 fast alle englischen Festlandsgebiete außer Calais verloren; die Niederlage bei Castillon 1453 ließ den Hundertjährigen Krieg ausklingen. 1455 begannen die Rosenkriege zwischen Lancaster und York. Eduard IV. von York regierte 1461–1470 und erneut 1471–1483. Heinrich VI. wurde 1470 kurz wieder eingesetzt, 1471 nach Barnet und Tewkesbury erneut abgesetzt und ermordet. Richard III. übernahm 1483 den Thron und fiel 1485 gegen Henry Tudor bei Bosworth; er war der letzte Plantagenet auf dem englischen Thron.

Heinrich VII. Tudor beendete 1485 die Rosenkriege, indem er Richard III. besiegte und die Erbin Yorks heiratete. Heinrich VIII. löste 1531 die Kirche von England von der päpstlichen Suprematie und machte die Krone zu ihrem Oberhaupt; seit 1541 war er auch König von Irland. Eduard VI. förderte unter Lordprotektoren den Protestantismus. Jane Grey wurde am 10. Juli 1553 zur Königin proklamiert, am 19. Juli abgesetzt und später hingerichtet. Maria I. leitete eine katholische Reaktion ein und trat Calais an Frankreich ab. Elisabeth I. führte die englische Kirche endgültig zum Protestantismus, verteidigte die Seemacht gegen Spanien beim Untergang der spanischen Armada 1588 und regierte während eines wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Höhepunkts.

Stuartzeit, Republik und Union

Jakob I. regierte ab 1603 zugleich als Jakob VI. von Schottland. Unter ihm entstand mit Jamestown die erste englische Siedlung in Nordamerika; zugleich stand er im Konflikt mit dem Parlament. Sein Sohn Karl I. regierte ohne Parlament, provozierte einen Bürgerkrieg und wurde nach der Niederlage gegen das Parlamentsheer unter Oliver Cromwell wegen Hochverrats enthauptet. Danach war England eine Republik.

Oliver Cromwell war 1649–1658 als Lordprotektor de facto Herrscher des Commonwealth of England. Er unterwarf Schottland und Irland englischer Herrschaft und gewann den ersten anglo-niederländischen Krieg. Sein Sohn Richard Cromwell gab das Amt 1659 auf; 1660 wurde das Stuartkönigtum unter Anerkennung des Parlaments restauriert.

Karl II. regierte 1660–1685. Sein Bruder Jakob II., zugleich Jakob VII. von Schottland, war der letzte römisch-katholische englische König. Sein absolutistischer Herrschaftsversuch führte 1689 zur Absetzung in der Glorious Revolution. Maria II. und ihr Ehemann Wilhelm III. bestiegen gemeinsam den Thron Englands, Schottlands und Irlands. In der Bill of Rights erkannten sie die üblichen englischen Gesetze und Freiheiten an; der Staat nahm dadurch eine konstitutionelle Form an. Der Act of Settlement von 1701 schloss Katholiken von der Thronfolge aus.

Anne war 1702–1707 die letzte Stuartkönigin von England, Schottland und Irland. Während ihrer Regentschaft kämpfte England im spanischen Erbfolgekrieg gegen Frankreich. Mit dem Act of Union wurde sie 1707 die erste Königin von Großbritannien; damit endet die Liste der Herrscher Englands.

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