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Liste der britischen Monarchen

Die Liste der britischen Monarchen enthält die souveränen Staatsoberhäupter von Großbritannien seit der Aufhebung der Personalunion zwischen den …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Entstehung und Entwicklung des Vereinigten Königreichs
  2. 2. Anne und das Haus Hannover
  3. 3. Reformen und Viktorianisches Zeitalter
  4. 4. Das Haus Windsor im 20. Jahrhundert
  5. 5. Gegenwärtiger Monarch und Thronfolge

Entstehung und Entwicklung des Vereinigten Königreichs

Die Liste umfasst die souveränen Staatsoberhäupter Großbritanniens seit 1707. Damals entstand durch den Act of Union aus den zuvor getrennten Königreichen England und Schottland ein gemeinsamer Einheitsstaat. Die britische Monarchie ist damit eng mit der staatlichen Entwicklung des heutigen Vereinigten Königreichs verbunden.

Seit 1603 hatten England und Schottland bereits eine Personalunion gebildet: Ein Monarch regierte beide rechtlich selbstständigen Königreiche. Derselbe Herrscher war außerdem König von Irland, das seit dem hohen Mittelalter mit England in Personalunion verbunden war. Eine Personalunion verbindet Staaten also durch ein gemeinsames Staatsoberhaupt, während eine Realunion sie darüber hinaus zu einem gemeinsamen Staat zusammenschließt.

Am 1. Mai 1707 ersetzte der Act of Union die englisch-schottische Personalunion durch die Realunion Königreich Großbritannien. Mit Irland blieb dieser Staat zunächst nur durch eine Personalunion verbunden. Der Act of Union von 1800 vereinigte Großbritannien und Irland schließlich ebenfalls: Am 1. Januar 1801 entstand das Vereinigte Königreich Großbritannien und Irland.

Im Dezember 1922 trennte sich der Irische Freistaat vom Königreich. 1927 erhielt der Staat deshalb seinen bis heute gültigen Namen Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland. Die Monarchen blieben zunächst formell Staatsoberhäupter des Irischen Freistaates. Dieser definierte sich 1937 als republikanischer Staat und trat 1949 vollständig aus dem britischen Commonwealth aus. Die offizielle Kurzform des Staatsnamens lautet Vereinigtes Königreich, englisch United Kingdom oder kurz UK.

Von 1714 an bestand zusätzlich eine Personalunion mit dem deutschen Kurfürstentum Hannover. Dieses wurde 1814 zum Königreich Hannover erhoben. Wegen unterschiedlicher Regeln der Thronfolge endete die Verbindung 1837.

Anne und das Haus Hannover

Anne aus dem Haus Stuart regierte Großbritannien von 1707 bis 1714, insgesamt 7 Jahre und 93 Tage. Sie war bereits seit 1702 Königin von England, Schottland und Irland und wurde durch den Act of Union die erste Königin von Großbritannien. Während ihrer Herrschaft scheiterte ein Invasionsversuch ihres Halbbruders James Francis Edward Stuart.

Mit Georg I. begann 1714 das Haus Hannover. Er war ein Urenkel Jakobs I./VI. und ein Sohn der durch den Act of Settlement begünstigten Sophie von der Pfalz. Als Kurfürst von Hannover begründete er die Personalunion Großbritanniens mit Kurhannover. Er regierte bis 1727; während seiner Amtszeit setzten sich die Aufstände der Jakobiten fort.

Georg II., König von 1727 bis 1760, überließ die Politik weitgehend seinen Premierministern und vertraute vor allem der Whig-Partei. Als letzter britischer König nahm er persönlich an einem Feldzug seiner Truppen teil. Er griff in den Österreichischen Erbfolgekrieg und den Siebenjährigen Krieg ein, um Hannover zu schützen. 1752 erfolgte unter ihm der Wechsel vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender. Außerdem scheiterte der Entthronungsversuch „Bonnie Prince Charlies“.

Georg III. regierte von 1760 bis 1820, insgesamt 59 Jahre und 97 Tage. Unter ihm verlor Großbritannien dreizehn nordamerikanische Kolonien, aus denen die Vereinigten Staaten von Amerika hervorgingen. 1801 wurde er König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland und 1814 auch König von Hannover. Wegen einer Geisteskrankheit wurde er seit 1811 durch seinen ältesten Sohn als Regent vertreten.

Dieser Sohn herrschte von 1820 bis 1830 als Georg IV. Er war unbeliebt wegen seines Privatlebens, seiner gescheiterten Ehe, seiner Extravaganz und seiner Schulden. In seine Regentschaft für den Vater fielen der Britisch-Amerikanische Krieg und der Wiener Kongress. 1829 stimmte er nach langem Widerstand der Gleichstellung der Katholiken zu.

Reformen und Viktorianisches Zeitalter

Wilhelm IV., ein Bruder Georgs IV., regierte von 1830 bis 1837. Seine Regierungszeit war von Verwaltungsreformen in England und Hannover, Parlamentsreformen der liberalen Whigs und einer Erneuerung der veralteten Ständeordnung geprägt. Nach seinem Tod endete die Personalunion mit Hannover: Das hannoversche Erbrecht ließ keine Frau auf dem Thron zu.

Seine Nichte Viktoria regierte von 1837 bis 1901, insgesamt 63 Jahre und 217 Tage. Dies war nach Elisabeth II. die zweitlängste Regierungszeit eines britischen Monarchen. Im nach ihr benannten Viktorianischen Zeitalter erreichte das British Empire seinen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Höhepunkt. Gleichzeitig entwickelte sich Großbritannien zu einer konstitutionellen Parteiendemokratie, wodurch die politische Macht der Monarchie abnahm. Die Revolution von 1848/49 überstand das Land weitgehend unbeschadet. Viktoria bemühte sich als „Großmutter Europas“ um Frieden zwischen den europäischen Herrscherhäusern. 1876 wurde sie zur Kaiserin von Indien gekrönt. Sie war mit Albert von Sachsen-Coburg und Gotha verheiratet.

Das Haus Windsor im 20. Jahrhundert

Eduard VII., Viktorias Sohn, regierte von 1901 bis 1910. Durch seine Diplomatie führte er Großbritannien aus seiner Isolation und schuf Grundlagen für die Entente cordiale sowie deren Erweiterung zur Triple Entente. Außerdem förderte er den Aufbau der British Army.

Georg V. regierte von 1910 bis 1936. Wegen der antideutschen Stimmung im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 wurde der Name der königlichen Dynastie 1917 von Saxe-Coburg and Gotha in Haus Windsor geändert. In seine Herrschaft fielen die Trennung des Irischen Freistaates 1922, die Änderung des Staatsnamens 1927 und das Statut von Westminster von 1931. Dieses beschloss die Gründung des Commonwealth of Nations, das an die Stelle des britischen Kolonialreichs trat.

Eduard VIII. war 1936 nur 327 Tage König. Er wurde nie gekrönt und dankte am 11. Dezember 1936 ab, um die US-amerikanische Bürgerliche Wallis Simpson heiraten zu können. Danach trug er den Titel Duke of Windsor.

Sein Bruder Georg VI. regierte von 1936 bis 1952. Seine Amtszeit umfasste den Zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945. Indien wurde 1947 unabhängig; 1949 verließ die Republik Irland das britische Commonwealth.

Elisabeth II., die Tochter Georgs VI., regierte von 1952 bis 2022, insgesamt 70 Jahre und 214 Tage. Im September 2015 übertraf sie Viktoria und wurde damit zum britischen Monarchen mit der längsten Regierungszeit. Sie war mit Philip, Duke of Edinburgh, verheiratet, der im April 2021 im Alter von 99 Jahren starb. 1997 vollzog sich unter Elisabeth II. nach 390 Jahren das Ende des Britischen Weltreichs.

Gegenwärtiger Monarch und Thronfolge

Karl III., geboren am 14. November 1948, ist seit 2022 König. Als Sohn Elisabeths II. folgte er ihr unmittelbar auf dem Thron. Er bestieg ihn im Alter von 73 Jahren und war damit bei seinem Regierungsantritt älter als jeder britische Monarch vor ihm. Die angegebene bisherige Regierungsdauer beträgt 4 Jahre und 9 Tage.

Der derzeitige Kronprinz und designierte Erbe des britischen Throns ist William, Prince of Wales, geboren am 21. Juni 1982. Seine Stellung wird auf Englisch als Heir apparent bezeichnet. Er ist seit der Thronbesteigung seines Vaters Karl III. im Jahr 2022 Thronfolger.

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