Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Liste christlicher Konfessionen
In einer eigenständigen Tradition vereinigen sie katholische und evangelische Glaubenselemente. Zu den Mitgliedern der anglikanischen Kirchengemeinschaft …
Inhalt5 Abschnitte
Überblick über christliche Konfessionen
Aus einer anfänglichen Einheit des Christentums haben sich tausende verschiedene christliche Glaubenstraditionen entwickelt. Diese Konfessionen werden im Artikel großen Traditionen zugeordnet: Ostkirchen, katholische Kirchen, anglikanische Kirchen, evangelische Kirchen, apostolische Kirchen und Religionsgemeinschaften, von der russisch-orthodoxen Kirche abgespaltene Gruppen, nichttrinitarische oder antitrinitarische Gemeinschaften, Dissenter, historische Gruppen und sonstige Gemeinschaften.
Eine Konfession ist hier eine christliche Glaubensgemeinschaft oder Kirchengemeinschaft mit eigener theologischer, liturgischer oder organisatorischer Prägung. Viele Gruppen stehen miteinander in Kirchengemeinschaft, also in gegenseitiger Anerkennung von Glauben, Sakramenten und kirchlichem Leben. Andere sind rechtlich selbstständig oder haben sich durch Abspaltungen gebildet.
Ostkirchen
Zu den Ostkirchen gehören orthodoxe, orientalisch-orthodoxe und assyrische Kirchen. Die orthodoxen Kirchen werden auch als „Kirche der sieben Konzilien“ bezeichnet. Sie sind rechtlich selbstständig, stehen aber in voller Kirchengemeinschaft miteinander. Gemeinsam sind ihnen eine an den sieben ökumenischen Konzilien zwischen dem ersten und dem zweiten Konzil von Nicäa definierte Theologie und im Wesentlichen eine gemeinsame Liturgie; sie unterscheiden sich unter anderem durch ihre Sprachen. Beispiele sind die Kirchen von Konstantinopel, Alexandria, Antiochien, Jerusalem, Russland, Serbien, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Georgien, Zypern, Polen, Albanien sowie Tschechien und der Slowakei.
Durch Abspaltungen im 20. Jahrhundert entstanden weitere orthodoxe Kirchen, deren Selbständigkeit und Kanonizität von den anderen östlich-orthodoxen Kirchen bisher nicht anerkannt wird. Dazu zählt der Artikel unter anderem die Orthodoxe Kirche Bessarabiens, die Montenegrinisch-Orthodoxe Kirche, mehrere ukrainische Kirchen, das Türkisch-Orthodoxe Patriarchat und die Abchasisch-Orthodoxe Kirche. Aus einer Spaltung der Russisch-Orthodoxen Kirche im 17. Jahrhundert entstanden außerdem zahlreiche altorthodoxe Kirchen und Gemeinschaften, etwa die Altorthodoxe Pomorische Kirche und mehrere altritualistische Kirchen.
Die orientalisch-orthodoxen Kirchen werden auch als Kirchen der drei Konzilien oder als vor- beziehungsweise nicht-chalzedonische Kirchen bezeichnet. Sie erkennen das Konzil von Ephesos als letztes Konzil an, nicht aber das Konzil von Chalzedon. Sie erkennen sich gegenseitig an und lassen Angehörige der Schwesterkirchen zu Konzelebration und Kommunion zu. Beispiele sind die Koptisch-Orthodoxe Kirche, die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche, die Eritreisch-Orthodoxe Kirche, die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, die Malankara Orthodox-Syrische Kirche und die Armenisch-Orthodoxe Kirche. Die Assyrische Kirche des Ostens erkennt nur die beiden ersten Konzilien des Christentums an: das Erste Konzil von Nicäa und das Erste Konzil von Konstantinopel. Deshalb wird sie auch Kirche der zwei Konzilien genannt; die Bezeichnung „Nestorianische Kirche“ lehnt sie heute als Selbstbezeichnung ab.
Katholische und anglikanische Kirchen
Die katholische Kirche besteht aus 24 eigenständigen Kirchen eigenen Rechts. Diese haben jeweils eigene Traditionen in Liturgie, Kirchenordnung, Theologie und Frömmigkeit. Die größte Rituskirche ist die römisch-katholische Kirche, auch lateinische Kirche genannt. Gemeinsames Kennzeichen ist das Jurisdiktionsprimat: die Anerkennung des Bischofs von Rom als Vicarius Christi mit besonderem Vorrang. Die römisch-katholische Kirche hat den CIC, den Codex iuris Canonici, als eigenes Kirchenrecht; die 23 Ostkirchen beziehungsweise unierten orientalischen Kirchen haben den CCEO, den Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium.
Die lateinische Kirche ist die größte und bedeutendste Teilkirche. Ihr steht der Papst als Bischof von Rom unmittelbar vor. Prägend ist der römische Ritus, der die liturgischen Vollzüge bestimmt. Die 23 katholischen Ostkirchen erkennen den Jurisdiktionsprimat des Papstes an und stehen untereinander sowie mit der lateinischen Kirche in Glaubens-, Gebets- und Sakramentengemeinschaft. Durch ihre östlichen Riten stehen sie in Tradition und hierarchischer Verfasstheit den orthodoxen und altorientalischen Ostkirchen nahe, bilden dort aber meist Minderheiten.
Daneben nennt der Artikel altkatholische Kirchen. Dazu gehören Kirchen der Utrechter Union, etwa die Altkatholische Kirche der Niederlande, das Katholische Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, die Christkatholische Kirche der Schweiz und die Altkatholische Kirche Österreichs. Außerdem gibt es unabhängige und freie altkatholische Kirchen sowie weitere katholische Kirchen und Gemeinschaften, die nicht mit der römisch-katholischen Kirche oder nicht mit der Utrechter Union in Gemeinschaft stehen.
Die anglikanischen Kirchen nehmen eine Mittelstellung zwischen katholischen und evangelischen Kirchen ein. Sie verbinden in einer eigenständigen Tradition katholische und evangelische Glaubenselemente. Zur anglikanischen Kirchengemeinschaft gehören unter anderem die Church of England, die Anglican Church of Australia, die Anglikanische Kirche von Kanada, die Church in Wales, die Church of Ireland, die Church of Nigeria, die Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika und die Scottish Episcopal Church. Zusätzlich gibt es Kirchen anglikanischen Ursprungs, die nicht zur Anglikanischen Kirchengemeinschaft gehören, deren Mitglieder sich aber weiterhin als Anglikaner verstehen.
Evangelische Kirchen
Die evangelischen Kirchen umfassen viele Richtungen. Die Waldenser werden als älteste evangelische Kirche genannt; sie wurden 1177 von Petrus Valdes als katholische Laiengemeinschaft gegründet und 1184 auf dem Konzil von Verona aus der katholischen Kirche ausgeschlossen. Die Tschechoslowakische Hussitische Kirche wurde 1920 gegründet und verortet sich in der Tradition der Utraquisten.
Eine große Gruppe bilden lutherische Kirchen beziehungsweise Kirchen Augsburgischen Bekenntnisses. Viele sind im Lutherischen Weltbund, im Internationalen Lutherischen Rat oder in der Konfessionellen Evangelisch-Lutherischen Konferenz organisiert. Beispiele sind die Dänische Volkskirche, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, die Evangelisch-Lutherische Kirche Finnlands, die Norwegische Kirche, die Schwedische Kirche, die Evangelische Kirche A.B. in Österreich und die Lutherische Kirche – Missouri-Synode.
Reformierte Kirchen werden nach Ländern aufgelistet, etwa in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Nordamerika, Österreich, der Schweiz, Ungarn und den USA. Dazu gehören auch presbyterianische Kirchen, zum Beispiel die Church of Scotland, die Presbyterian Church in Canada, die Presbyterian Church of Nigeria und in den USA die Presbyterian Church in America sowie die Presbyterian Church (U.S.A.).
Zu den Täufern gehören mennonitische Gruppen, Amische, Hutterer, Brethren in Christ, Schwarzenauer Brüder, Bruderhöfer und weitere. Ein internationaler mennonitischer Zusammenschluss ist die Mennonitische Weltkonferenz, der aber nur ein Teil der genannten Kirchen angehört. Baptistische Kirchen sind weltweit in nationalen oder regionalen Bünden organisiert; viele davon gehören zum Baptistischen Weltbund. Genannt werden etwa der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, der Bund der Baptistengemeinden in Österreich, der Bund Schweizer Baptistengemeinden, American Baptist Churches USA und die Southern Baptist Convention, die 2004 aus dem Baptistischen Weltbund austrat.
Der Pietismus wird ausdrücklich nicht als Konfession im engeren Sinne beschrieben, sondern als überkonfessionelle Reformbewegung, die in lutherischen und reformierten Kirchen wirkte, teilweise aber auch eigene Kirchen bildete. Weitere evangelische Richtungen sind methodistische und wesleyanische Kirchen, unierte evangelische Kirchen, das Restoration Movement, evangelikale Zusammenschlüsse, Adventisten, die Brüderbewegung, die Pfingstbewegung und weitere evangelische Konfessionen.
Apostolische, nichttrinitarische und weitere Gruppen
Der Artikel führt auch apostolische Kirchen und Religionsgemeinschaften auf. Dazu gehören die Neuapostolische Kirche, die Vereinigung Apostolischer Gemeinden, katholisch-apostolische Gemeinden, die Old Apostolic Church, die Hersteld Apostolische Zendingkerk und weitere apostolische Gemeinschaften wie das Apostelamt Jesu Christi, die Gemeinschaft der Apostel Jesu Christi und das Apostelamt Juda.
Als von der russisch-orthodoxen Kirche abgespaltene Gruppen der Altgläubigen nennt der Artikel Duchoborzen, Molokanen und Subbotniki. Außerdem gibt es die Gruppe der Nichttrinitarier oder Antitrinitarier. Damit sind Gemeinschaften gemeint, die die Trinitätslehre, also die Lehre von Gott als Vater, Sohn und Heiligem Geist, nicht in der klassischen Form vertreten. Aufgeführt werden unter anderem Christadelphian, Christliche Wissenschaft, Gemeinde Gottes des siebenten Tages, Kirche des Allmächtigen Gottes, Tempelgesellschaft, Unitarier und Vereinigungskirche.
Zur Bibelforscherbewegung zählen Ernste Bibelforscher, Freie Bibelforscher, Laien-Heim-Missionsbewegung und Zeugen Jehovas. Liberalprotestantische Kirchen sind im Internationalen Bund für Freies Christentum zusammengeschlossen, der heute dem Internationalen Bund für Religiöse Freiheit (IARF) angehört. Unter Mormonentum werden mehrere Kirchen genannt, darunter die Gemeinschaft Christi, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (LDS) und fundamentalistische oder weitere mormonische Gemeinschaften. Unter den Dissentern erscheinen die Countess of Huntingdon’s Connexion und die Quäker mit verschiedenen Zweigen. Historische Gruppen werden ebenfalls genannt, etwa Arianer, Bogomilen, Donatisten, Katharer, Lollarden, Puritaner und viele weitere; sie dienen hier vor allem als frühere oder nicht mehr in gleicher Form bestehende christliche Bewegungen.