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Rumänisch-Orthodoxe Kirche

Mit ungefähr 17 Millionen Mitgliedern ist sie nach der Russisch-Orthodoxen Kirche – Patriarchat Moskau die zahlenmäßig zweitgrößte orthodoxe autokephale Kirche …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Bedeutung
  2. 2. Historische Entwicklung
  3. 3. Kirche und Politik im 20. Jahrhundert
  4. 4. Organisation und Ausbreitung
  5. 5. Patriarchen

Überblick und Bedeutung

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche, offiziell Patriarchat von Rumänien, rumänisch Biserica Ortodoxă Română (BOR), ist eine autokephale, also eigenständige, Kirche des orthodoxen Christentums. Mit ungefähr 17 Millionen Mitgliedern gilt sie nach der Russisch-Orthodoxen Kirche – Patriarchat Moskau als zahlenmäßig zweitgrößte orthodoxe autokephale Kirche der Welt.

Die meisten ethnischen Rumänen gehören ihr an, daneben auch Gläubige anderer Nationalitäten, etwa Roma und Ukrainer. In Rumänien zählte die orthodoxe Bevölkerung laut Volkszählung von 2011 rund 16.300.000 Menschen, das waren 86,5 % der Bevölkerung. Für die Republik Moldau ergab eine soziologische Umfrage im Jahr 2000, dass 21,5 % der Gesamtbevölkerung und ein Viertel der christlichen Bevölkerung zur Metropolie Bessarabien gehörten, einer Unterabteilung der Rumänisch-Orthodoxen Kirche; das entsprach etwa 720.000 Gemeindemitgliedern. Einige Quellen nennen außerdem Hunderttausende Rumänen in der Ukraine und im Westen, die ihre kanonische Unterordnung unter die Rumänisch-Orthodoxe Kirche bekräftigen. Danach läge die Gesamtzahl der Rumänisch-Orthodoxen bei etwa zwanzig Millionen.

Historische Entwicklung

Die ersten Metropolien auf dem Gebiet des heutigen Rumänien entstanden im Mittelalter: in der Ungarowalachei mit Argeș 1359, im Fürstentum Moldau mit Suceava 1401 und in Siebenbürgen im 14.–15. Jahrhundert, unter anderem in Bălgrad, dem späteren Alba Iulia, sowie in Vad, Feleacu, Geoagiu und Hunedoara.

Der orthodoxe Kult der Rumänen in Siebenbürgen wurde 1781 durch das Toleranzedikt Kaiser Josephs II. gemeinsam mit dem Ökumenischen Patriarchat anerkannt. 1885 wurde die Rumänisch-Orthodoxe Kirche autokephal, also kirchlich eigenständig. 1925 wurde sie zum Patriarchat erklärt. Seit 1961 ist sie Mitglied des Weltkirchenrates.

Der erste Patriarch war ab 1925 Miron Cristea. Er wurde 1938 während der Errichtung der Königsdiktatur Karls II. für ein Jahr bis zu seinem Tod Premierminister und legitimierte damit nach Darstellung des Artikels die Beseitigung des Verfassungsstaates.

Kirche und Politik im 20. Jahrhundert

Der Artikel beschreibt die Rumänisch-Orthodoxe Kirche im 20. Jahrhundert als eng mit den jeweiligen Machthabern verbunden. Nach Oliver Jens Schmitt habe sie sich zuerst von 1938 bis 1940 dem König, dann der Armee und ab 1944 den Kommunisten angedient.

Unter den Kommunisten eignete sich die Orthodoxe Kirche Kirchengüter der Unierten Kirche in Siebenbürgen an. Diese Güter bilden laut Artikel noch heute einen erheblichen Teil des Reichtums der Orthodoxen Kirche. Gleichzeitig seien auf Geheiß Stalins die Verbindungen nach Westen abgebrochen worden, und die Kirche sei zu einem Machtinstrument des Regimes geworden.

Im Gegensatz zu katholischen und protestantischen Kirchen in Rumänien hielt die Rumänisch-Orthodoxe Kirche dem Ceausescu-Regime bis zu dessen Ende die Treue. Patriarch Teoctist gab noch in den letzten Tagen der Diktatur eine Loyalitätserklärung ab, trat deshalb zurück und erschien nach vier Monaten wieder an der Seite der Postkommunisten. In den 2010er Jahren stand die Kirche laut Artikel der PSD nahe, die dort als „postkommunistische Oligarchenpartei“ bezeichnet wird. Außerdem wird ihre konservative Ausrichtung mit antiwestlichen und autoritären Ressentiments verbunden.

Die Kirche ist laut Artikel einer der größten Grundeigentümer Rumäniens. Durch ihren Besitz und ihre Unternehmen übt sie große wirtschaftliche Macht aus, ohne Steuern zu zahlen.

Organisation und Ausbreitung

Die Rumänisch-Orthodoxe Kirche ist in Metropolien, Erzdiözesen, Diözesen und Vikariate gegliedert. Eine Metropolie ist ein größerer kirchlicher Verwaltungsbereich, eine Erzdiözese oder Diözese ein regionaler Bischofsbezirk.

In Rumänien bestehen unter anderem Metropolien für die Walachei und die Dobrudscha, für die Moldau und die Bukowina, für Siebenbürgen, für Cluj, Maramureș und Sălaj, für die Kleine Walachei und für das Banat. Dazu kommen kirchliche Strukturen außerhalb Rumäniens, etwa die Metropolie Bessarabien in der Republik Moldau, die Rumänisch-Orthodoxe Metropolie für West- und Südeuropa, die Rumänische Orthodoxe Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa, die Erzdiözese für Amerika sowie die Diözese für Australien und Neuseeland.

Ein autonomer Teil der Kirche ist die Orthodoxe Kirche Bessarabiens mit Sitz in der St.-Teodora-de-la-Sihla-Kathedrale in Chișinău. Ihr gehören etwa 20 % der orthodoxen Gemeinden in der Republik Moldau an.

Patriarchen

Seit der Erhebung zum Patriarchat 1925 standen folgende Patriarchen an der Spitze der Rumänisch-Orthodoxen Kirche: Miron Cristea (1925–1939), Nicodim Munteanu (1939–1948), Iustinian Marina (1948–1977), Iustin Moisescu (1977–1986), Teoctist Arăpașu (1986–2007) und Daniel Ciobotea (seit 2007).

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